Mountainbiker stören

Zum Artikel «Auf zwei Rädern zur Hütte», «Die Alpen» 6/2015.

Ich möchte meinen Protest gegen die aufdringliche Präsenz der Mountain­biker in den Bergen ausdrücken. Es ist offensichtlich, dass die Velofahrer die Wanderer stören. Mehr als einmal wurde ich schon von einem Mountainbiker erschreckt, der hinter mir in voller Fahrt heranpreschte. In der Drahtseilbahn St-Luc müssen sich die Fussgänger zusammendrängen, um den Velos Platz zu machen, die jeweils so viel Raum einnehmen wie drei Personen. Kürzlich standen Velos im Schuhraum und sogar im Essraum einer Hütte! Man kann doch ein so edles Stück nicht einfach draussen lassen … Auf nassen Pfaden hinterlassen die Mountainbikes tiefe Reifenspuren. In den trockenen Abschnitten wirbeln sie Kies auf. Die Strecke des Berglaufs Sierre–Zinal (für Fussgänger) ist zwischen Sierre und Chandolin von den Downhillern stark beschädigt worden. Unter dem Pas de Lona hat der hübsche Pfad einem veritablen Graben Platz gemacht, der offensichtlich dazu bestimmt ist, den Teilnehmern des Grand Raid die Durchfahrt leichter zu machen.

Die Velofahrer respektieren ganz einfach die Werte der Berge nicht, zu denen unter anderen Langsamkeit und Kontemplation gehören. Sie sind aus­ser­dem ein Beispiel für das zunehmende Eindringen der Technik in die Natur. Und schon kommen die E-Mountainbikes …

Dazu sagt das Strassenverkehrsgesetz (Artikel 43, Absatz 1) Folgendes: «Wege, die sich für den Verkehr mit Motorfahrzeugen oder Fahrrädern nicht eignen oder offensichtlich nicht dafür bestimmt sind, wie Fuss- und Wanderwege, dürfen mit solchen Fahrzeugen nicht befahren werden.» Kaum jemand kennt dieses Gesetz. Es wird praktisch nie angewendet. Schlussfolgerung: Ich würde, ungern zwar, Mountainbikes auf Forststrassen und Alperschliessungsstrassen tolerieren, da sie meistens breit sind, aber sie strikte von allen Wegen im Sinne des oben zitierten Gesetzesartikels sowie von den Innenräumen der Hütten fernhalten!

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