Nachhaltige Wasserversorgung für Berghütten

Zu den Artikeln über die Gletscherinitiative, «Die Alpen» 05/2020 und 01/2020

Ich bin bestürzt über den fast obligatorischen Verkauf von Wasser in PET-Flaschen in Hütten, wo der Zugang zu Wasser schwierig ist. Wenn ich bei Sonnenuntergang auf der Terrasse der Konkordiahütte SAC stehe und die herrliche Weite des Aletschgletschers bewundere, möchte ich eins sein mit den Bergen und meinen ökologischen Fussabdruck in dieser Landschaft möglichst klein halten. Wenn ich dann die Dutzenden von zerquetschten PET-Flaschen auf den Esstischen sehe, stört mich das sehr. Sicherlich ist die Wasserversorgung in dieser Art von Hütten schwierig, aber es ist doch seltsam, das Wasser in industriellem Einwegplastik mit dem Helikopter hochfliegen zu lassen. Mir scheint, dass wir im 21. Jahrhundert in der Lage sein sollten, effektivere Lösungen für die Wasserversorgung von Berghütten zu finden. Für das Wasser zum Kochen oder Geschirrspülen gibt es bereits solche Lösungen. Das Wasser auch noch trinkbar zu machen, sollte wirklich keine technische Herausforderung mehr sein. Den einzigen Grund für die Verwendung von PET-Flaschen sehe ich darin, dass mit ihrem Verkauf der Lebensunterhalt des Hüttenwarts unterstützt und zur Instandhaltung der Hütten beigetragen wird. Das ist sehr wichtig, rechtfertigt aber nicht eine so unsinnige Nutzung einer lebenswichtigen Ressource. Wir könnten doch auch für Trinkwasser bezahlen, das vor Ort aufbereitet wird. Eine andere Lösung wäre, den Preis für die Versorgung mit Trinkwasser in den Übernachtungspreis zu integrieren oder eine Wassersteuer zu verlangen. Ich habe in Hütten schon mehrmals vorgeschlagen, statt PET-Flaschen Schmelzwasser zu kaufen. Doch das wurde aus hygienischen Gründen systematisch abgelehnt. Es ist wichtig, die Debatte zu diesem Thema innerhalb des SAC anzustossen und gemeinsam pragmatische Lösungen zu finden, ohne unserer Umwelt und unseren Bergen zu schaden.

Feedback