Neue Bergfahrten in den Schweizeralpen 1913

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Mont Blanc-Gruppe.

Aiguille du Midi über die Nordwestflanke. 25. August 1912. Fräulein Renée Eugster mit Alfred Simond, Robert Ciaret und Michel Ciaret-Tour nier verließen Pierre Pointue um 4 Uhr morgens und machten sich an den Nordwestgrat, da, wo er auf dem Glacier des Pèlerins einen kleinen Sporn bildet. Nachdem sie ein unangenehmes Geröll gequert hatten, erstiegen sie einen durch Schnee und Glatteis schwierig gemachten Kamin. Dann erstiegen sie einen zweiten Kamin mehr nach rechts; schwierige, aber solide Felsen. Hierauf folgten zwei Stunden ziemlich leichter Kletterei, immer rechts haltend, um unpassierbare Platten zu umgehen. Nach einem vergeblichen Versuch, oberhalb dieser Platten zu passieren, erreichten sie den Rand des großen Schneecouloirs und frühstückten daselbst. Dann hielten sie sich an das Couloir selbst, in welchem sie glücklicherweise den Schnee in sehr gutem Zustande fanden. Dies war wichtig, weil der Hang besonders nach Passieren eines durch Verengerung des Couloirs gebildeten Tunnels viel steiler wurde. Höher oben war der vom Wind gepeitschte Schnee weniger gut. Der Grat lag nun weit hinter ihnen und sie erreichten eben den Fuß des ersten Gipfels angesichts des Bergschrundes, als das seit dem Aufbruch bedrohliche Wetter so schlecht wurde ( eisiger Wind und Schneesturm ), daß auf Simonds Rat der Rückzug angetreten wurde. Man folgteDieses Verzeichnis umfaßt die während des letzten Jahres in den Schweizeralpen neu oder auf neuem Wege ausgeführten Bergfahrten, soweit sie bis Ende März 1914, sei es durch direkte Mitteilung oder durch die alpine Literatur, zur Kenntnis der Redaktion gekommen sind. Nicht aufgenommen wurden die in den Tourenverzeichnissen der „ Alpina ", des „ Echo des Alpes " oder anderwärts angeführten ersten Besteigungen, über welche keine nähern Angaben gemacht wurden. Auf die Berichte in der „ Alpina " wird hier nur kurz verwiesen.

Jahrbuch des Schweizer Alpenclub. 49. Jahrg.

17 dem Couloir, in welchem man, Gesicht gegen den Berg, abstieg, drei Stunden lang und der Gletscher wurde schließlich bei Einbruch der Nacht wieder erreicht. A.J., N° 200, pag. 228, und Mont. 1912, pag. 561— 562 :).

Monts Bouges de Triolet. Traversierung von P. 3311 Barbey zu P. 3274 Barbey. 29. Juli. Mr. B. Todhunter mit Joseph Knubel stiegen von dem höheren Gipfel ab, leicht auf der Ost- oder Pré de Bar-Seite des Berges und überkletterten den auf H. O. Jones Photographie in A.J. XXV, pag. 514, abgebildeten Gendarmen. A.J., N° 202, pag. 440.

Mont Grruetta ( 3686 m Barbey ). Übergang vom Mont Bouge de Gruetta her ( 3457 m Barbey ). 2. August. Die Nämlichen traversierten den Mont Gruetta über den Mont Rouge de Gruetta, indem sie so die Route von Dr. Claude Wilson ( A.J. XXV, 357 und 506—508 ) auf den Mont Rouge mit der von Mr. Todhunter auf den Mont Gruetta ( A.J. XXV, 741 ) verbanden. Das einzige absolut neue Stück dieser Expedition ist der Abstieg vom Mont Rouge zu dem Col zwischen ihm und dem Mont Gruetta, aber sie hat den Vorteil einer gesunden, von Eis und Steinschlag in dem zum Col führenden Couloir freien Route. Die Partie fand auch einen bessern Weg den Glacier de Frébouzie hinunter, indem sie eine Zeitlang dem Grate gegen die Aiguille de Leschaux zu folgten und über Felsen in der Mitte des Gletschers abstiegen. Zeiten: 21/*, Std. von La Vachey an den Fuß des Glacier de Gruetta, 3 Std. ( Frühstückshalt eingerechnet ) den Gletscher und das Couloir hinauf zum Col rechts vom Mont Rouge, 3 Std. zum Gipfel des Gruetta, 2 Std. 5 Min. von hier bis an den Fuß des Glacier de Frébouzie. A.J., N° 202, pag. 440.

Aiguille Blanche de Peuteret über den Südostgrat. 28. August. Dr. Paul Preuß, Carl ProchowicJc und Graf Aldo Bonacossa verließen mit einem Träger Courmayeur am 26. August um 2 Uhr morgens, hielten am Brenva-Biwak bis 2 Uhr 20 Min. nachmittags, kreuzten, ohne den Träger, schwer beladen den Gletscher zum unteren Biwak der Dames Anglaises ( 2800 m ), das eben von der Partie Mayer-Dibona benutzt worden war und sich in gutem Zustand befand. Sie verließen dieses am 27. August um 1 Uhr 40 Min. morgens, gelangten in wenigen Minuten zu dem großen Couloir ( abscheulich schlechter Schnee ) zwischen der Aiguille Blanche und den Dames Anglaises, traversierten, mit Mühe wegen der Dunkelheit, den Bergschrund und stiegen mit Steigeisen auf der ( orographisch ) linken Seite des sehr steilen und von Steinschlagrinnen durchfurchten Couloirs empor. Gegen 4 Uhr morgens bogen sie in die von den Dames Anglaises herunterkommenden Felsen aus und gaben die Expedition auf. Kurz darauf fegte eine enorme Steinlawine ihre Spuren im Couloir weg. Nachdem sie mehrere Stunden in den Felsen geklettert waren, stiegen sie am Rande des Couloirs ab, indem sie für den nächsten Tag gute Stufen in den weichen und gefährlichen Schnee traten, und erreichten das Biwak um 2 Uhr nachmittags.

— Nach einer guten Nacht ließen sie am 28. August ihre Schlafsäcke im Biwak zurück und brachen um 1 Uhr 5 Min. morgens auf. Zuerst ihren Spuren vom vorhergehenden Tage nach; dann mit Steigeisen allein in dem 52°—57° geneigten Couloir hinauf. Zuerst hielten sie sich links, dann in der Mitte, schließlich rechts; Schnee bald hart, bald ganz weich und dann gefährlich. Beständig Gefahr von Steinfällen. Über vereiste Felsen zu der kleinen Scharte zwischen der Anglaise Isolée und dem Südostgrat der Aiguille Blanche, welche sich hier mit einer unüberwindlichen Stufe aufschwingt. Halt von 5 Uhr 20-5 Uhr 45 Min. morgens. Abstieg auf der Fresnayseite, etwa 15 m, in Zickzacks über schreckliche Felsen; dann Traverse gegen einen kleinen Kamin zu in der Richtung des Mont Blanc; diesen Kamin hinauf zu einer kleinen, von der Scharte aus sichtbaren Schulter. Nun auf einem leichten horizontalen Band zu einigen leichten Felsen und rasch über diese hinauf auf den Grat, dessen Kamm an der Basis des großen Gendarmen erreicht wurde. ( Viel weiter unten erblickten sie das von der Partie G. B. Gugliermina, A. Zanutti, Dr. G. Lampugnani und F. Ravelli am 22. Juli 1913 errichtete Steinmännchen. ) Sie folgten dem Grate ein Stück weit, gingen dann rasch auf die Brenvaseite über, traversierten diese über beständig mit Schnee bekleidete Felsen, bis sie unter dem großen Gendarmen durchpassieren und den Rücken erreichen konnten, welcher von dem Grat südlich des Gipfels herunterkommt, gerade gegenüber einer kleinen gut ausgeprägten Scharte.Von dieser Scharte geht ein Couloir aus, welches hoch oben in der gegen den Brenvagletscher gerichteten Wand ausläuft. Nun über den Kamm über große Blöcke, die gegen das Ende mit Schnee bedeckt waren, bis sie wenige Meter vor einem kleinen Einschnitt den Südostgrat wieder gewinnen konnten. Der Abstieg in diesen Einschnitt vollzieht sich durch eine Traverse längs dem Brenvahange ( schlimmste Stelle der ganzen Expedition ). Nun den Grat hinauf, über seine guten leichten Felsen oder auf der Fresnayseite, bis er ein Schneerücken wird. Hier hielten sie sich einige Meter unterhalb des Kamms auf der Fresnayseite. Der Gipfel wurde um 1 Uhr nachmittags im Nebel erreicht. 40 Minuten Halt auf der die Brenvaseite dominierenden Felsrippe. Ab um 1 Uhr 45 Min. Der schneeige Nordostgrat in schrecklichem Zustand, der Brenvahang ganz mit Schnee bepflastert und die Felsen mit Eis bedeckt. Das obere Biwak, bei 3700 m, im Schnee begraben. Sie traversierten so schnell als möglich die Schneeterrassen am Fuß des Felswalls. Steinfälle häufig! Halt von 5 Uhr 40-6 Uhr 25 bei ihrem früheren Nachtquartier. Große Gefahr von Steinen am Fuße des Couloirs. Sie hielten für die Nacht am ( orographisch ) linken Ufer des Brenvagletschers und beendigten den Abstieg nach Courmayeur am folgenden Morgen. A.J., N° 203, pag. 81—82.

Aiguille de Grépon von Südwesten. Variante. 26. August. Messrs. H. C. Bowen und L. W. Rolleston mit Joseph und - Gabriel Loclimaiter machten vom Fuß des Dunodkamins aus eine Traverse nach Norden über eine Platte, welche für etwa 2 m wenig Halt bot und von welcher ein schlecht ausgeprägter Kamin direkt aufwärts führt zu einem kleinen, 3 m höher gelegenen Gesimse. Indem man wenige Fuß diesem entlang traversiert, kann man den ausgesprochenen Kamin erreichen, welcher etwa 4 m nördlich des Dunodkamins diesem parallel läuft. Dieser große Kamin leitet hinauf zu der Ritze, durch welche der höchste Punkt des Grépon gewöhnlich erstiegen wird, und wenn er erreicht ist, so sind die Schwierigkeiten zu Ende. Für diese Variante wird der Name „ Lochmatterkamin " vorgeschlagen. A.J., N° 203, pag. 83—84.

Petit Mont Blanc ( 3431™ Barbey ) über den von Nordosten erreichten Nordnordostgrat. 13. August. Si Dott. G. Scotti, Romano und Angelo Calegari erstiegen von einem Biwak aus den Miagegletscher bis zu der Ausmündung des zweiten Couloirs ( 2 Std. 55 Min. ), welches, auf der Karte deutlich sichtbar, von der ( orographisch ) rechten Seite dieses Gletschers sich steil zu der Einsenkung zwischen dem Petit Mont Blanc und dem von der Partie Aiguille de l' Aigle ( ca. 3573 m ) benannten Gipfel hinaufzieht, der auf der Barbeykarte weder Namen noch Quote trägt, aber durch einen Felshöi-ker unmittelbar nordwestlich des Petit Mont Blanc angedeutet ist. Dieses Couloir hinauf, in zuerst gutem, dann schlechtem Schnee, sich an die ( orographisch ) rechte Seite haltend, um beständigem Steinfall von der Aiguille de l' Aigle auszuweichen, zu einer gut ausgesprochenen Einsenkung im Nordnordostgrat des Petit Mont Blanc. Längs diesem Grat, zuerst über eine steile, mit frischem Schnee bedeckte Stufe hinauf, dann mehr nach Süden, entweder über den zerzackten und zerklüfteten Kamm, oder große Felszähne über unsichere Platten umgehend ( dichter Nebel und Schneegestöber ). So wurde eine kleine schneeige Lücke ( ca. 3100 m ) schließlich erreicht ( ."5 x/2 Std. ). Der Grat läuft nun in einen in seinem oberen Teil sehr steilen Wall aus. Diesen Wall hinauf über schneebedeckte Felsen und eine Reihe von unsicheren Bändern und Stufen, die alle große Sorgfalt verlangten, zu einer Art von falschem Gipfel, der das sich aus dem Miagegletscher erhebende Felsbollwerk krönt. Der Grat wendet sich nun nach Westen. Längs seinem schmalen und unsicheren Felskamm zu einem andern niedrigen Blockwall. Diesen hinauf, dann Traverse nach Süden zu einem scharfen Einschnitt im Gipfelrücken Petit Mont Blanc — Aiguille de l' Aigle. Dann unter einem großen Turm durchpassierend, rasch über den Grat zum Schneekegel des Gipfels ( 5 Std. 35 Min. oder 12 Std., Halte inbegriffen ). Abstieg auf dem gewöhnlichen Wege. R.M. 1913, pag. 359—3C>0, und A.J., N° 203, pag. 84.

Petite Aiguille des Glaciers ( 315'im Barbey'von Südosten. 16. August. Die nämlichen gingen von dem Zeltbiwak der Società Universitaria C.A.I. auf dem Plan de l' Hognan am Lac de Combal vorbei zu den oberen Hütten der Allée Blanche ( 2 Std. 15 Min. ), stiegen dann über Moränen und Schnee unterhalb der Pyramides calcaires zu dem Auslauf eines großen steilen Couloirs empor, welches von zwei von der Petite Aiguille des Glaciers in südlicher und südöstlicher Richtung gegen den Col de la Seigne laufenden Felsrippen eingefaßt ist. Über mit Trümmern bedeckte Bänder wurden zwei Felsstufen überwunden zur Zunge des Couloirs. Nun dieses hinauf, erst in Zickzacks, dann gerade hinauf bis 2/s seiner Höhe; hier unterhalb und längs der Felsen des Südostgrates zu einem schneeigen Einschnitt in dessen Kamm, ca. 31ti0 m ( 2 Std. 15 Min. ), welcher nordwärts zum Glacier d' Estellette hinabführt. Dann den Südostgrat hinauf, indem sie sich immer unterhalb des Kammes hielten, über lose vereiste Felsen, bis zu dem Punkte, wo das vorgenannte große Couloir plötzlich in der großen Eiswand sich verliert, welche den felsigen Gipfel der Petite Aiguille des Glaciers trägt. Zuerst einen breiten Schneekegel hinan, der in eine Insel von gebrochenen und äußerst unsicheren Felsen eindringt; dann die Wand hinauf mit beständigem Stufenhacketi in schräger Richtung gegen eine felsige Ausbuchtung des Kamms. Hier gelang es ihnen, sich durch Eintreiben von Mauerhaken zu sichern, und sie gelangten allmählich auf einen weniger steilen Hang und auch auf Schnee von besserer Beschaffenheit, welcher ihnen erlaubte, schneller voranzukommen. So erreichten sie den aus dem Schnee aufragenden felsigen Vorgipfel ( ca. 33(10 m, 2*/a Std. ). Nun über das große Plateau gegen den Gipfel, wobei sie sich immer fern von der die Estelletteseite überhangenden riesigen Gwächte hielten; auf einer schwachen Schneebrüc.ke über den Bergschrund, über Schnee an die nicht schwierigen, aber durch vielen Schnee gefährlichen Gipfelfelsen und in kurzer Kletterei über die Nordseite auf den Gipfel ( 1 Std. 15 Min., 81/* Std. im ganzen, Halte inbegriffen ). Abstieg über den Nordwestgrat zu der großen Einsenkung, welche diesen mit der Aiguille des Glaciers verbindet. Von da auf dem gewöhnlichen Wege der französischen Seite zum Col de la Seigne. R.M. 1913, pag. 360, und A.J., N° 203, pag. 84—85.

Punta innominata ( 3717 m It.K.. ). Variante und Traversierung. 1. September. Sr Luigi de Biseis mit Adolf Rey und Adolf Dewiard verließen um 6 Uhr morgens das Rifugio Gamba, erreichten nach i'/2-stündigem Marsche den Fuß des großen Gendarmen, welcher sich auf dem Südgrat erhebt. Durch eine Reihe von kleinen Couloirs, welche wegen morscher Felsen ziemlich schwierig waren, gewannen sie in Y2 Std. den Kamm, welchen sie auf dem Wege von Dr. Preuß bis zum Gipfel verfolgten. ( Die ersten Besteiger hatten von Vallepiana aus die Felswand weiter im Westen angegriffen, so einen kleinen Col im Kamm erreicht und längs diesem über drei Gendarmen den Gipfel.R.M.. 1913, pag. 391 — 392.

Aiguille du Plan ( 3673 m ) über den Südostgrat. 18. August. Dr. Guido Mayer mit Angelo Dibona. Die Aiguille du Plan, der zweithöchste und seiner Lage nach erste Gipfel der „ Aiguilles von Chamonix ", steht an der Vereinigung von vier Graten: Der Südwestgrat von der Aiguille du Midi, der Nordostgrat von dem Grépon und der Blaitière, der Nordwestkamm mit den wenig bekannten Zacken der Aiguille des deux Aigles, des Pèlerins, du Seigne etc., und der Südostgrat mit der berühmten Dent du Requin. Letzterer, durch den tief eingeschnittenen Col du Requin von dem gleichnamigen Zahn getrennt, galt als eines der Probleme der Gegend von Chamonix und war schon der Schauplatz von ernstlichen Versuchen ( vgl. Mont Blanc-Führer des Ö. A. K., Nr. 231, S. 85 ). Der überaus wild zerrissene Grat fällt von der Dent du Requin zunächst in sanftem Schwünge zu einer tiefen Scharte ab, in der sich ein wilder Gratturm erhebt ( „ Col du Requin ", 3304 m, Messung Vallot ). Jenseits schwingt er sich in steilen Platten auf zu einer wilden Nadel ( „ Grand Gendarme”, 3520 m ) und wurde unterhalb dieses Aufschwunges betreten. Sie folgten dann immer in der Südflanke einige Meter unter ihrer Kante der ungemein wilden und zerrissenen Schneide mit allgemein horizontalem Verlauf bis zur nächsten Scharte ( ca. 3470 m ), von wo ein steiler Abbruch direkt zur Spitze des Pain de Sucre ( höchste Gratstelle, 3697 m ) erklettert wurde. Dann gelangten sie jenseits steil hinab auf den schneeigen Gipfelgrat der Aiguille du Plan.

Nach lang anhaltendem Schneefall gingen sie am 17. August von Courmayeur auf den Col du Géant. Am 18. August Aufbruch um 4J/a Uhr morgens. Auf dem Glacier du Géant bis zur Bédière hinab und schwach ansteigend über den zerklüfteten Gletscher auf die Schneeschulter hinter dem „ Petit Rognon " ( 3018 m ). Nun am Südrande des „ Glacier d' Envers du Plan” wegen des Neuschnees sehr gefährlich über den Gletscherbruch auf das obere Plateau und quer über den Gletscher gegen den großen Aufschwung des Südostgrates neben dem Col du Requin. Nach Überschreitung des Bergschrundes in ein kleines Couloir, das westlich des Col du Requin zum Grat zieht und bald in senkrechten, verschneiten Felsen verläuft. Über Schnee und Steinrippen an die Steilmauern, dann zuerst gerade und später über ein Gesimse, eine Platte und einen glatten, sehr schweren Riß auf den Grat, der links von einer großen Wächte erreicht wurde. Nun wider Erwarten ohne besondere Schwierigkeiten über den gutgriffigen, fast senkrechten Gratabbruch in ausgesetzter Kletterei bis in den Bereich einer etwa 10 m breiten und 40 m hohen Nadel empor. Diese links umgehend auf vollständig verschneite gestufte Felsen und nun in gefährlichen Quergängen immer ein wenig unter der sägeartigen Gratschneide in ein kleines Couloir. Knapp unter dessen Scheitel schräg links empor an die überhangende Wand des letzten Zackens und von dem Kamm der so erreichten Rippe ( sehr gefährlich wegen des Neuschnees ) in eine vollständig verschneite Rinne hinab. Diese wird unter der Gratschneide auf der Südseite gefährlich überquert ( das Verfolgen des Kammes war an jeder leichteren Stelle wegen Wächten unmöglich ), worauf man gegen den Gratabbruch des „ Pain de Sucre " anklettert. Über immer steileren Fels an einen fast völlig grifflosen Absatz des Hauptkammes, der ganz außergewöhnlich schwierig direkt erklommen wurde. Nach einem horizontalen Gratstück folgt der nächste Abbruch, der mittelst glatter. Bisse der Nordseite überwunden wurde. Nun. sehr ausgesetzt an den 3. Aufschwung und äußerst schwierig über eine Steilwand auf weniger geneigte Platten, die den Ostgrat des Pain de Sucre bilden, und in flotter Kletterei zu dessen scharfer Spitze. Da der Gipfel infolge seiner Schärfe « ine Rast unmöglich machte, in die letzte kleine Scharte zurück ( Ankunft auf dem Gipfel um 12 Uhr, 4 Stunden vom Einstiege ). Abstieg in die Scharte zwischen Pain de Sucre und Aiguille du Plan: Über steile Platten ca. 30 m in ein Schärtchen zwischen der erstiegenen Spitze und den nächsten Grattürmen. Von hier südlich in einen überhangenden tiefen Kamin und in ihm hinab, bis die Flanken der Gratzähne gangbar erscheinen. Nun nach Westen hinaus und in leichtem Quergange in die Schneescharte vor der Aiguille du Plan. Der nun folgende Verbindungsgrat, aus einem ca. 40—50 m langen Schneekamm bestehend, vereinigt sich vor dem Gipfelbau mit dem Südwestgrat des gewöhnlichen Weges. Da nun das Problem gelöst war, verzichteten sie in Anbetracht der großen, auf dem Gletscher lagernden Neuschneemassen, die nachmittags durchschritten werden mußten, auf das Betreten des höchsten Punktes und stiegen über die gebräuchliche Route ( Mont-Blanc-Führer, Nr. 223 ) auf den Gletscher ab, dessen Séracs unter den größten Gefahren überwunden wurden. Ab Gipfelgrat 1 Uhr, an Col du Géant 5 Uhr, Ankunft in Courmayeur 8 Uhr abends.

Hervorragend schöne, äußerst schwierige Felstour, die durch große Schneemassen noch erschwert wurde.

Dent du Requin über den Ostnordoslgrat. 22. August. Die nämlichen. Die durch die großen Schwierigkeiten ihrer Besteigung bekannte Dent du Requin bildet den mächtigen Südpfeiler des Südostgrates der Aiguille du Plan. Auf ihr gabelt sich der Grat in einen schmalen Südast, der als schwach ausgeprägte Kante aus den ca. 300—400 m hohen Südabstürzen hervortritt, und den überaus scharfen und wilden Ostnordostgrat, der mit unnahbar scheinenden Mauern und Türmen nach Nordosten streicht und bei dem Turm des „ Caputiti du Requin " ( 3047 m, Messung Vallot ) plötzlich nach Südosten abbiegt, um erst oberhalb der Mer de Glace in den Talhängen unterzutauchen. In den Flanken beiderseits der Südkante, über deren Schulter 30 m unter dem Gipfel der alte und der neue gebräuchliche Anstieg führen, wurden in 300 m hohen Felsmauern zweimal Anstiege unter der leitenden Führung von Blanc le Greffier aus Bonneval und Simond ( Montanvert ) erzwungen ( nach Berichten einheimischer Führer ). Näher gegen den Nordostgrat hielten sich Genecand, Monnier, Reicher und Weigle 1907 bei ihrem fast durchwegs durch Abseilen ausgeführten Abstieg ( vgl. D. A. Z. II, S. 62 ) durch die Südostwand. Siehe auch Mont-Blanc-Führer des Österr. Alpenklubs, Nr. 236 — 239, S. 86 ff. etc. Dr. Mayers Route nahm von der Begrenzung des im Osten des Gipfels gelegenen kleinen Gletschers durch den ersten großen Gratturm ( P. 2784 der Vallotschen Messungen ) ihren Ausgang, ging durch die große vielfach überhangende Schlucht in die Scharte knapp neben dem „ Capucin " empor, leitete vorerst über den Grat selbst zu den gelben Türmen hinauf und umging die Abbruche auf der Ost-, später auf der Nordflanke. Aufbruch von Courmayeur am 21. August zu dem Rifugio Torino auf dem Col du Géant. Am nächsten Morgen Abmarsch um 3 Uhr morgens. Über den Glacier du Géant bis in den unteren Teil von dessen Brüchen, etwa 200 m unter dem Sockel des „ Petit Rognonhier horizontal durch das Spaltengewirr auf das große, zwischen Punkt 2977 und 2784 östlich der Dent du Requin eingelagerte Firnfeld, das, unter der Südkante vorbeiziehend, mit dem Glacier d' Envers du Plan in Verbindung steht. Von dem Nordrand des kleinen Gletschers in die große Steilschlucht, deren Eisgrund durch drei große und mehrere kleine Überhänge unterbrochen wird. Stufenschlagend an den ersten Absatz und äußerst schwierig an der ( orogr. ) rechten Wand empor. Der 2. Übergang wird überaus schwer mittelst eines seichten, horizontal vorklaffenden Spaltes bezwungen. Vor dem 3. Absatz erhebt sich eine überhangende Eiswand, der sie an den rechten ( orogr. ) Wänden auswichen; der Abbruch selbst wurde an der gleichen Flanke umgangen. Bis hierher ganz ungewöhnlich schwierig. Oben erweitert sich die Schlucht, die bis unter die Scharte in dem NO-Grate verfolgt wird, und gestattet das Vordringen gegen Westen. In festem guten Gestein auf breite Bänder an dem Hauptkamm und immer in der Nähe der Schneide an den ersten überhangenden Abbruch. In scheinbar ungangbarem Gestein wird der große Gratturm zwar ausgesetzt, aber ohne besondere Schwierigkeiten umgangen. In der Rinne zwischen erstem und zweitem Turm bis ca. 5 m unter die Scharte hinauf ( sehr ausgesetzt ) und über die senkrechte Wand der zweiten Gratnadel mittelst eines engen Risses ( der vom Tale als feiner Strich sichtbar ist ) schwach links empor. Von der Kanzel unter der Spitze horizontal nach links in eine überhangend abbrechende Verschneidung und ( von hier an immer sehr ausgesetzt und äußerst schwierig in scheinbar ungangbarem Terrain ) schräg links über gelbe Mauern parallel der Gratkante weiter. Ganz enge schräge Spalten vermitteln neben vertikalen, kaum handbreiten Rissen den Weiterweg. Schließlich wurde eine größere Rinne betreten, die in die Scharte zwischen 3. und 4. Turm zieht. Sehr schwer empor und bald nach links in eine andere Rinne zwischen 4. und 5. Turm. Da der Grat von dem 4. Turme an sich jäh emporschwingt, befindet man sich ca. 60 Meter unter der Scharte. Eine senkrechte, stellenweise fast grifflose Verschneidung führt in diese Bresche, von der in schwerem Quergang nach links die nächste und letzte Gratscharte gewonnen wird. An der Nordseite der scharfen Schneide oder auf dieser selbst ( Reitgrat ) in vereistem Felsgebiet an den Gipfelzacken der Dent du Requin, wo die Spuren des gewöhnlichen Abstiegs erreicht wurden. Nun bedeutend leichter, über wegen Vereisung gefährliche Felsen 20 Meter zur Spitze. Abstieg durch den Kamin und über die gebräuchliche Route zu dem Glacier d' Envers du Plan, dann weiter hinab zu dem Glacier du Géant und durch dessen „ Brüche " zum Col du Géant und nach Courmayeur.

Hervorragend schöne, äußerst schwere Felstour in sehr festem, scheinbar ungangbarem Gestein. Grathöhe ca. 600-700 Meter. Ungefähr 10 Meter vor Betreten des gewöhnlichen Weges wurde ein Mauerring gefunden.

Zeiten: Einstieg an dem Nordostgrat ab 6 Uhr morgens. Gipfelrast von 2 bis 2Va Uhr. Rast bei dem Ausstiege des gewöhnlichen Weges ( Randkluft ) 31/2 bis 5 Uhr. Wiederankunft auf dem Col du Géant 81/« Uhr. Rast von S1/« bis 9 Uhr. Ankunft bei Mont Fréty 10 Uhr abends.

Petites Jorasses von Südwesten. 26. August. Die nämlichen. Aufbruch von La Vachey um 3 Uhr morgens. In der Dunkelheit über den unteren Glacier de Frébouzie empor und nach links in das mittlere, überaus zerklüftete Gletscherkar. ( Der westliche Ast führt zu dem Col des Hirondelles, der östliche auf die Aiguille de Leschaux. ) Von dem Hintergrund der erreichten Eisebene scharf rechts auf einen 300 Meter hohen, sehr steilen, von Steinlawinen bestrichenen Firnhang, den man über sechs bis acht Randklüfte ansteigt ( sehr gefährlich ). Sobald als möglich rechts in die Felsen und über die steile Wand auf den Südgrat ( ca. 300 Meter Kletterei ). Das Betreten des höchsten Punktes wurde durch eine ungeheure, nach Süden überhangende Wächte aus sturzbereitem Schnee verhindert. Abstieg auf dem gleichen Wege. Dauer des Aufstieges ca. 8 Stunden; Abstieg 5 Stunden. Schwere, gefährliche Bergfahrt, jedoch ohne besondere Bedeutung.

Persönliche Mitteilung von Dr. Ing. Guido Mayer ( Sektion Bern ) und ( übereinstimmend ) A.J., N° 202, pag. 441—443.

Aiguille Verte, neuer Aufstieg durch die Südwestwandrinne des Moinegrates. 27. Juli 1912. Herren G. Miescher und Frans Obexer. Über dem Couloir, welches die Wand annähernd in der Fallirne des Gipfels durchfurcht, fällt östlich davon ein zweites Couloir auf, welches gleichfalls in seinem oberen Teil sich gabelt. Der östliche Arm desselben führt als steile vereiste Rinne in eine Scharte des Moinegrates, in etwa 3750 m Höhe unmittelbar am Fuße des großen plattigen Steilabsatzes des Grates an der Einmündungsstelle der Couvercleroute. Das Couloir stürzt unten in mächtiger Eiskaskade über eine Felsplatte zum Gletscher ab. Östlich davon steigt man in die Felsen ein. Ohne größere Schwierigkeiten geht es zunächst ca. 50 m hinan, dann etwas nach links und um eine Ecke herum in einen steilen Kamin hinein. Im Kamin ( bei starker Vereisung äußerst schwierig ) ca. 80 m empor, auf eine kleine sattelförmige Abflachung der Rippe hinaus, welche das genannte Couloir östlich begrenzt. Man verfolgt diese Rippe erst über gutgriffige steile Felsstufen, dann über eine kleine Eisschneide bis dahin, wo sie in die obersten Gratfelsen ausläuft. Ca. 80 m unterhalb des Grates traversiert man nach links über vereiste Rinnen und unschwierige Felsen in den obersten Teil des östlichen Couloirschenkels hinein und erreicht durch ihn Stufen schlagend die Scharte.Von hier aus auf der üblichen Route über den Moinegrat zum Gipfel. Charpouahütte—Sattel 7 Std. Die Route ist in ihrem ganzen Verlauf völlig vor Steinschlag sicher und dürfte bei anderen Verhältnissen auch bedeutend weniger Zeit beanspruchen. A.A.C.Z., XVII. Jahresbericht, pag. 29.

Peruanische Alpen.

Gran Testa di By ( 3584 m It.K.. ). Variante durch den Unken Ast des Ostcouloirs und über den Südgrat. 24. August. Sl Alberto a"Annibale, rag. Giovanni Gatti, rag. Benvenuto Trêves verließen die Klubhütte um 6 Uhr 30 Min. morgens und gelangten über harten Schnee schon in wenig mehr als ]/2 Stunde an den Fuß des Couloirs in der Ostwand, in der Höhe des Colle d' Amianthe. Nachdem sie Steigeisen angezogen und sich angeseilt hatten, begannen sie den Anstieg. Sie hielten sich unter den Felsen zur Rechten, um den zahlreich werdenden Steinschlägen zu entgehen. Wenig unterhalb des Punktes, an welchem das Couloir sich gabelt, um ein Y zu bilden, seilten sie sich los und querten das Couloir im Laufschritt. Nachdem sie sich wieder angeseilt hatten, setzten sie die Besteigung fort, welche keine Schwierigkeit bot. Um 9 Uhr 25 Min. vormittags standen sie auf dem Grat und gönnten sich einen kleinen Halt zur Erleichterung der Rucksäcke. Über die faulen, aber nicht schwierigen Felsen des Südgrates erreichten sie den Gipfel um 10 Uhr 30 Min. Abstieg auf dem gewöhnlichen Wege über den Glacier de Sonadon und den Col d' Amianthe. R.M. 1914, pag. 83.

Kombinierte Traversierung der Gran Becca di Blancien ( 3680 m It.K .) und des Südgipfels von La Sengla ( ca. 3690 m ). 30. Juli. Mr. A. Stuart Jenkins mit Jean Gaudin und Jean Bieder verließen Prarayé um 1 Uhr 10 Min. morgens, erstiegen den Col di Sassa von der Combe d' Oren ( Gefahr von Steinfall ) und erreichten von dort den Gipfel der Gran Brecca di Blancien über lose, aber ziemlich leichte Felsen ( 7 Uhr 30 Min. morgens ). Der zur Sengla führende Hauptgrat, nicht besonders schwierig, aber durchaus brüchig-, wurde verfolgt, mit besonderer Sorgfalt beim Überklettern oder Umgehen, sei es auf der schweizerischen oder der italienischen Seite, von zahlreichen verwitterten Gendarmen. Dieser Grat, sehr täuschend, viel länger als erwartet und nur langsames Vorrücken erlaubend, war wahrscheinlich vorher nicht betreten. Beim Südgipfel der Sengla ( 10 Uhr 30 Min. morgens ) verzichtete die Partie wegen unsicheren Wetters und ungünstiger Verhältnisse auf die Fortsetzung der Gratwanderung gegen den Col de la Reuse d' Arolla und traversierte, nach einer Stunde Rast, in der ziemlich schwierigen Ostwand hinüber zu dem nach der Combe d' Oren absteigenden Grat, welcher zuerst 1898 von Si E. Canzio, F. Mondini und N. Vigna begangen worden ist. Dieser Grat war nicht schwierig, und indem sie ihn etwa halbwegs nach links abwärts verließen, erreichten sie durch ein breites Schneecouloir die Combe d' Oren um 3 Uhr 30 Min. nachmittags. A.J., N° 202, pag. 445.

Laquinhorn über die Ostflanke. 3. August. Herr Carl Prochownick und Graf Aldo Bonacossa verließen ein Biwak bei Hohsaas ( 2430 m, 212 Std. von Dorf Simpeln ) um 4 Uhr 40 Min. morgens, gingen über Gras- und Schutthänge in südwestlicher Richtung zu dem kleinen Tälchen nördlich der linken Seitenmoräne des Fletschhorn-gletschers, dieses Tälchen hinauf bis zu seinem Ende, dann über die Moräne und längs dem Nordufer des aperen Gletschers. Der untere Eissturz desselben wurde über leichte Felsen und ermüdendes Geröll nach Norden umgangen. So wurde der obere Gletscher erreicht und über seine Mitte hinauf verfolgt ( einige große Schrunde ) zum Fuß des großen schneeigen Couloirs, welches zwischen dem Fletschhorn und dem Laquinhorn zum Fletschjoch hinaufzieht. Über den leichten Bergschrund und am südlichen Rande des Couloirs, zuerst Steinfällen ausgesetzt, einige 100 m hinauf, dann in den Felsen am südlichen Rande des Couloirs, welche man wegen schlimmer Schrunde nur mühsam erreichte. Diese Felsen hinauf in guter und angenehmer Kletterei, nahe dem Couloir, zu einer Art von Schulter, die im Siegfr. da erscheint, wo die Quote 3600 die Felsen schneidet. Über mäßig geneigte Hänge, die, wie im Siegfr. angedeutet, eine Art von Grat bilden, erreichten sie in sehr wässerigem Schnee die letzten Felsen, etwa 80 m unterhalb des Gipfels. Diese waren zuerst leicht, dann brüchig und mit Schnee, Wasser und Eis untermischt. Eine riskierte Kletterei brachte sie zu einem außerordentlich steilen, 20-25 in hohen Schneehang, über welchen der Gipfelrücken, zwei Seillängen nördlich des höchsten Punktes, um 1 Uhr nachmittags erreicht wurde. Abstieg über den überwächteten Nordgrat zum Fletschjoch, dann über große Mengen Schnees nach Baien und Stalden, welches in der Nacht erreicht wurde. A.J., N° 203, pag. 85.

Portjengrat oder Pizzo d' Andolla ( Variante ). 19. August. Herr Max Mäglin und Sr Gino de Santis stiegen von der Alp Andolla über Schutthalden zur Einsattelung des Andollaostgrates, welche sich fast genau in der Mitte zwischen P. 3209 und P. 2587 Siegfr. befindet. Von hier in zuweilen schwieriger Kletterei über den Grat zum P. 3209, wo sie das Firnbecken des Gemeinalpgletschers betraten und nach Überschreiten des Bergschrundes zum Gipfelgrat des Pizzo d' Andolla gelangten. Bis dorthin i ) „ dürfte die Route neu sein, zumal wir weder auf dem Grate noch bei Punkt 3209, wo wir einen kleinen Steinmann errichteten, Spuren fanden, die auf eine frühere Begehung hindeuteten ". Alp. 1913, pag. 290.

. ' ) Anmerkung der Redaktion. Nach Studer: über Eis und Schnee TP, pag. 558 ( vgl. auch R.M. 1890, pag. 308 ), erreichten am 23. Juli 1890 Sr Riccardo Gerla mit den Führern B. G. Aymonod und Lorenzo Marani „ von der Alpe d' Andolla aus in 4 Std. den mit einem trigonometrischen Signal versehenen Punkt 3209 des Ostgrates und in weiteren 3 Std. die Spitze des Pizzo d' Andolla ". Es kann sich also bei der Route der Herren Mäglin und de Santis nur um eine Variante im Zugang zum Ostgrat handeln.

Tälihorn, über den Nordgrat. 2. August. Herren G. Finch und F. Schjelderup verfolgten den ganzen Nordgrat über alle Gendarmen in 3:/2 Stunden in teilweise schwerer Kletterei.

Stecknadelhorn, über die Ostflanke. 6. August. Die nämlichen verließen den Ostgrat des Nadelhorns in ca. 4000 m Höhe, hackten über dessen steile Nordseite etwa 40 m hinunter, über den obersten Schrund, und traversierten in steilen Schneewänden horizontal bis fast unter den Stecknadelhorngipfel. Nun direkt hinauf über die zum Teil äußerst steile Schneewand, dank gutem Schnee ohne zu hacken, auf den Südgrat des Stecknadelhorns, von wo in 5 Minuten der Gipfel erreicht wurde. Abstieg via Nadelhorn. A.A.C.Z., XVII. Jahresbericht, pag. 29.

Strahlhorn über den Nordwestgrat ohne Berührung des Adlerpasses. 26. August. M1'F .C. Francis mit Ambros Supersaxo sen. und dessen Sohn Heinrich verließen die Britannialiütte, verfolgten den Adlerpaßweg bis etwa 1 Std. unterhalb der Paßhöhe und wandten sich dann dem Nordwestgrat des Strahlhorns zu. Dieser weist zuerst etwas lockere Felsen auf und ist nicht ganz leicht, geht dann in einen Schnee-und Eisgrat über und verliert sich allmählich in der großen Schneefläche der Westseite. Der Aufstieg erforderte beinahe 5 Std., der Abstieg erfolgte über den Adlerpaß. Persönliche Mitteilung von Führer Oscar Supersaxo ( Sektion Monte Rosa ).

Strahlhorn über die Westwand und den oberen Teil des Nordwestgrates. 18. August. Dr. Sud. Beck mit Josef Maria Biner. Alp. 1913, pag. 237.

Berneralpen.

Grande Dent de Mordes über die Nordwand vom Glacier des Martinets. Ende Juni. Dr. O. A. Hug und Frank Astier stiegen von Riondaz, wo sie in der Kaserne übernachtet hatten, auf den Col du Roc Champion ( 7 Uhr ). Von dort dem südlichen Rande des Glacier des Martinets entlang am Fuße der Kleinen und Großen Dent de Mordes bis zum großen Couloir, das ca. 50 m östlich der Fallirne des Hauptgipfels der Grande Dent de Mordes die Nordwand durchzieht. Unten ist das Couloir breit trichterförmig geöffnet. Man erklimmt es auf steilem Schneehang, indem man sich an den rechten ( westlichen ) Rand hält. Im mittleren Teil wird es schmal, sehr steil und ist von vereisten Felsabsätzen unterbrochen. Die Felsen zur rechten Hand werden bald ungangbar und zwingen, auf eine Strecke von ca. 50 m im Couloir selbst zu bleiben. Sobald als möglich benutzt man die vereisten Felsen zur Linken, über welche man ein steiles Schneeband erreicht. Man folgt demselben in ganzer Länge von Ost nach West. Das Couloir dreht sich hier nach Südwesten und endigt nordöstlich des Gipfels in der senkrechten, ca. 40 m hohen Gipfelwand. Diese wird in luftiger Kletterei, aber bei guten Griffen erstiegen. Gipfel an 12 Uhr, inklusiv s/i Std. Rast. Die Tour ist dem Steinschlag ausgesetzt.

Grand Muveran über den Nordgrat ( arête des Ancrenaz ). 24. August. Dr. O. A. Hug und Dr. J. Brossy verließen um 6 Uhr morgens die Cabane Rambert und erreichten auf der üblichen Route die Pointe des Ancrenaz.

Der Nordgrat kann in drei Teile geteilt werden, welche je ca. 150 m hoch sind. Der erste Teil wird rechts vom Grat über brüchige Felsen leicht erstiegen. Der zweite Teil ist eher eine Wand als ein Grat. Am Fuß dieser Wand, am obern Rand eines steilen Schneehanges entlang, erreicht man ca. 50 m nach links ( östlich ) gehend ein steiles, kleines Couloir. Durch dasselbe empor gelangt man auf ein Schneeband, welches die ganze Wand von Osten nach Westen ansteigend durchzieht. Man verfolgt das Band zu seinem westlichen Ende, wo es an einer Ecke plötzlich abbricht. Nun direkt empor über mittelschwere, schöne Felsen, indem man sich immer etwas rechts hält, zum obern Rand der Wand. Der dritte Teil ist zunächst horizontaler, leichter Grat. Sobald die Steigung wieder beginnt, kommt man in die Route des Aufstiegs über die Vires du régent Bernard, welche in 20 Minuten zum Gipfel führen. Dauer des Aufstiegs 31/s Stunden von der Pointe des Ancrenaz.

Tête à Pierre Crept. Erste Begehung des Ostgrates bis P. 2739 und Abstieg auf den Glacier de Paneyrossaz.B.. September. Dr. O. A. Hug ( E. R. Blanchet und mit Fr. Veillon ) verließen den Gipfel, den sie auf dem gewöhnlichen Wege erreicht hatten, um 8 Uhr. Der Grat ist zunächst stark geschichtet, brüchig und etwas exponiert, aber nicht besonders schwierig. Der erste größere Gratkopf wird dem Grat entlang erstiegen. Der Abstieg nach Osten ist leicht. Der zweite, etwas niedrigere Gratkopf wird von Süden leicht erklommen. Der dritte, P. 2772, der sich als selbständiger Gipfel präsentiert, wird in luftiger interessanter Kletterei in gutem Gestein bewältigt. Bevor man die größte Depression zwischen P. 2772 und P. 2739 erreicht, muß man eine nach Norden abfallende, teilweise überhängende Platte hinabklettern. Sie seilten sich der Einfachheit halber ab. Bei P. 2739 ändert sich die Felsstruktur. Die großblockigen Kalkfelsen werden leicht dem Grate entlang erstiegen. Von diesem Gipfel aus wird der Grat leicht. Sie verließen ihn und stiegen in 20 Min. direkt nach Norden auf das östliche Ende des Glacier des Martinets ab. Ankunft daselbst 12 Uhr mittags. A.A.C.B., VIII. Jahresbericht, pag. 13 — 15.

Wildhorn von Nordwesten ( Variante ). 18. August. Herren A. Wymann, J. Bernet und R. Schoch brachen um 31/2 Uhr morgens von der Wildhornhütte auf und umgingen das Kirchli auf dessen Westseite. Oben auf dem Dungelgletscher angekommen, wendeten sie sich ziemlich direkt südlich gegen Punkt 3194 des Nordgrates. Sie überschritten einen großen Bergschrund, verfolgten eine kurze Strecke weit ein Eiscouloir, verließen dieses, als es ungangbar wurde, und wendeten sich den Felsen zu ihrer Linken zu. Diese waren sehr steil und ganz vereist. Nachdem sie zuletzt noch einen bösen Felskopf überstiegen hatten, kamen sie auf den Grat zu P. 3194. Zeit des eigentlichen Aufstiegs ca. 1 Std.

Persönliche Mitteilung von Herrn A. Wymann ( Sektion Bern ).

Schierihorn über den Ostgrat. 6. September. Miss Rosamund Botsford und Grafen Ugo di Vallepiana und Aldo Bonacossa gingen von der Ober Aletschhütte den Ober Aletschfirn hinauf in der Richtung der Sattellücke über verschrundete Hänge zu einem Punkte nahe den Felsen des Nordostgrates des Distelhorns; dann führte eine Traverse im Halbkreis nach Süden, immer zwischen großen Schrunden bei sehr schlechtem Schnee, schließlich einen Lawinenhang hinauf auf den Osthang des Ostgrates des Schienhorns. Auf diese Weise wurde, nach Queren des leichten Bergschrundes, der Grat gerade da erreicht, wo er eine kleine Schulter bildet, bevor er in einer großen Stufe zu seiner Basis abfällt. ( 372 Std. wegen des schlechten Schnees. ) Der Grat fällt zur Linken, Süden, senkrecht ab und ist eine Strecke weit leicht; bietet glänzende Kletterei in Granitfelsen, untermischt mit kleinen Schneekämmen. Immer über den Kamm, bis der Grat steil wird. Hier wird ein großer Gendarm auf seinem Nordhang umgangen ( Ähnlichkeit mit dem großen Zahn im Ostgrat der Südlenzspitze ). Wieder wird der Grat verfolgt, sehr interessant, bis er zu sehr steilem Schnee wird, der zum ersten Gipfel führt, d.h. zur Verbindungsstelle des Ost- und Nordgrates, von welcher wenige Schritte zur Basis der Steilstufe führen, welche mit dem Gipfelrücken in Verbindung steht. Die Stufe war so mit Schnee bepackt und die Gwächte so groß, daß es unmöglich war, auf dem Gipfel zu verweilen ( 7 Std. 50 Min., einschließlich 45 Minuten Halt ). Abstieg auf der gewöhnlichen Koute über einen halben Meter schlechten frischen Schnees. A.J., N° 203, pag. 86.

Mönch über die Südwand. 22. August. Freiherr Dietrich v. Bethmann-Hollweg mit Oskar und Oihmar Supersaxo verließen nach einer stürmischen Nacht das Restaurant am Jungfraujoch und verfolgten den Weg zum Mönchjoch. Kurz vor demselben wandten sie sich westlich und nahmen die 50° steile Südwand des Mönchs in Angriff. Dank des guten Schnees und der Steigeisen kamen sie ziemlich rasch vorwärts. Der Bergschrund bot wenig Schwierigkeiten. Der Gipfel wurde nach fünfstündigem Marsche erreicht, indem die letzten 50 m über den Ostgrat gemacht wurden. Abstieg über den Ostgrat.

Finsteraarhorn durch das große Südwestcouloir und über den obersten Teil des Südoslgraies. 23. August. Die nämlichen verließen morgens früh das Konkordia-Restaurant, wandten sich nach Überquerung der Grünhornlücke gleich der Finsteraarhornhütte zu, verweilten dort fast eine Stunde und brachen dann nach Hinterlassung des meisten Gepäcks in der Richtung gegen das Finsteraarhorn auf. Kurz vor dem Frühstücksplatz wandten sie sich östlich dem großen Südcouloir zu. Dasselbe bot anfangs keine Schwierigkeit, da der Schnee gut war. Als dann aber die Sonne wärmer wurde und die Steine im Eise sich loslösten, da hieß es sofort sich mehr rechts ( östlich ) halten, wo meistens eisfreie Felsen waren, aber teilweise sehr schlechten Halt boten. So ging es langsam empor bis etwa über die Hälfte, wo das Couloir sich nach links ( westlich ) biegt; von da an geht ein kleiner Felsrücken in der Mitte des Couloirs bis auf den Ostgrat. Dieser Rücken war stark mit Eis und Schnee bedeckt und bot auch sonst schlechte Felsen, so daß größte Vorsicht geboten war. An der Stelle, wo man den Ostgrat erreicht, ist links das von frühern über den Südostgrat kommenden Partien befestigte Seil. Dieser kurze Kamin war eisfrei und so auch leicht ohne Seil zu erklettern. Gleich darauf noch eine kurze Schneerippe und wenige Minuten darauf war die Spitze des Finsteraarhorns erreicht ( 3 Uhr nachmittags ). Anstrengende Tour; erheischt Vorsicht wegen Steinschlag und schlechten Felsen.

Groß Grünhorn über die Südostwand. 26. August. Die nämlichen verließen das Konkordia-Restaurant um 4 Uhr 15 Min. morgens, überschritten die Grünhornlücke und gelangten, sich nördlich haltend, an den Südostgrat des Groß Grünhorns um 6 Uhr 30 Min. Durch ein steiles Couloir gelangten sie auf dessen Höhe und wandten sich nun westwärts den Gipfelfelsen zu, welche bald erreicht wurden, 7 Uhr 30 Min. Nach einer s/4stündigen Frühstückspause wurden die Felsen in Angriff genommen, die eine höchst interessante und im allgemeinen solide Kletterei boten. Um 9 Uhr 40 Min. wurde der Gipfel erreicht. Der Abstieg erfolgte über den Südwestgrat zum GrünecJchorn ( Nordgipfel 3869 m ), dessen Südwand als Abslieg benutzt wurde. Zuerst über eine Schneewand; dann über einen Felsrücken, in welchem sie kleine, aber schöne Kristalle fanden, hinab. Kletternd erreichten sie in 1 Std. den Gletscher.

Jungfrau über die Ostwand. 27. August. Die nämlichen verließen morgens um 3 Uhr 15 Min. das Konkordia-Restaurant und gelangten um 6 Uhr 20 Min. an den Fuß der Jungfrau und des Rottalsattels. Nach einer Frühstückspause von 25 Min. wandten sie sich direkt der Ostwand zu. Der Schneehang bis zu den Felsen war gut. Um 7 Uhr 30 Min. wurden diese in Angriff genommen. Von den zwei großen Bändern, welche die Ostwand von links nach rechts durchziehen, wurde das untere benutzt. Die Felsen erwiesen sich als sehr brüchig und waren teilweise vereist, bis das Band erreicht wurde. Das Band selbst war äußerst böse, indem der Schnee ganz faul und weich war und man sich oberhalb desselben an die Felsen halten mußte, die fast überall nachgaben. Es war eine schwere Arbeit und erforderte viel Vorsicht. Als das Ende des Bandes erreicht war, konnte man wieder gerade aufwärts steigen und hier war der Schnee wieder gut. Um 10 Uhr 20 Min. wurde der Sattel zwischen Punkt 4060 und dem Gipfel erreicht; von hier verfolgten sie die von der Silberlücke heraufführende Route und gelangten um 11 Uhr vormittags auf den Gipfel. Der Abstieg erfolgte über die Rottalseite.

Persönliche Mitteilung von Führer Oskar Supersaxo ( Sektion Monte Rosa ).

Engelhörner, Übergang vom Kleinen zum Großen Simelistock. 31. August. Herren Niklaus Kohler, Oskar Neiger und Hans Brog. Alp. 1913, pag. 205.

Engeihörner, Froschkopf, Traversierung. 3. August. Herren Ernst Linder und August Gysi.

Groß Engelhorn. Abstieg über die Nordwand und Traversierung des Haubenstocks und des Nikiausspitz zum Sattel südlich des Froschkopfes. 7. September. Die nämlichen. Alp. 1913, pag. 239.

Groß Wellhorn, Traversierung über den Südgrat. 1. September. Herren Hans und Ernst Linder und August Gysi. Alp. 1913, pag. 239.

Klein und Groß Gelmerhorn, Traversierung in einer Tour. 27. August. Herren Hans Linder und August Gysi. Alp. 1913, pag. 239.

Monte Leone- und Gotthard-Gruppe.

Pizzo Nero ( 2907 m Siegfr. ). 1. Begehung des Nordost- und des Westgrates. 26. September. Herren Marcel Kurz und Corinto Vella. Von der Siedlenliicke ( zwischen Pizzo Nero und Forcella ) verfolgt man den Nordostgrat, indem man die Schwierigkeiten nach Süden umgeht. Der Gipfel ist der zweite Turm, dem man auf dem Grate begegnet ( 40 Min. ). Westgrat im Abstieg begangen. Von der Gornerlilücke kann man diesen ohne weiteres verfolgen. Vorzuziehen ist aber ein direkter Aufstieg in der Wand über Geröll, Schnee und einige Felsen ( 30 Min. ).

Poncione di Manegorio, P. 2840, 2912, 2932 und 2911 ( die beiden letzteren vom Kühbodengletscher aus zum erstenmal erstiegen ). 27. Juli. Herren Marcel Kurz, Mittendorff, de Choudens und Sonnenschein.

P. 2911, von Süden. ( Die Südwand ist in ihrer ganzen Breite von einer sehr charakteristischen, von SW. nach NO. verlaufenden Falte durchsetzt. ) Die Route vom Passo die Manegorio verlassend, steigt man in diese Falte, die ohne weitere Schwierigkeit zu einer im Südgrat offenen Lücke führt. Der erste Vorsprung im Grat wird nach Osten umgangen, dann der Grat selber verfolgt oder direkt über die Wand zum Gipfel hinaufgeklettert ( von All'Acqua in 3 Stunden ).

P. 2932, erste Begehung des Westgrates.

P. 2912, erste Besteigung und Traversierung.

Vom P. 2932 verfolgt man am besten die Gratschneide. Einige Gendarmen in der Nähe von P. 2912 bieten einige Schwierigkeiten. Der Fels ist besser auf dem Grat als in den Flanken. Abstieg von P. 2912 ebenfalls über den Grat nach Westen. Fels weniger gut. ( Vom P. 2912 zur Lücke 2788: 1 Stunde 20 Min. ) P. 2840, erste Besteigung. Von der Lücke 2788 in sehr hübscher Kletterei über den tadellosen Fels des Ostgrates ( 15 Min. ). A.A.C.Z., XVII. Jahresbericht, pag. 23/3.

Poncione di Cassina Baggio ( 2854 m Siegfr. ). Der von den ersten Besteigern so getaufte Punkt bildet drei Gipfel: P. 2820, P. 2854 ( Zusammentritt der drei Grate ) und, weiter nördlich davon, ein felsiger Turm von ca. 2858 m Höhe.

P. 2854 in. I. Besteigung von Süden; I. Traversierung. 13. Juli. Herren Mittendorff, de Choudens und Marcel Kurz.

Vom Ospizio All'Acqua wird auf der Passo di Manegorio-Route der Fuß der Südwand da erreicht, wo der Lawinenkegel am weitesten hinaufsteigt ( 1 Stunde 20 Min. ). Über glatte Platten wird ein Band erreicht, das zu einem Grasrücken führt. Von hier aus, je nach der Jahreszeit, steigt man über Geröll und Platten oder über Schnee bis zum Fuß von fast senkrechten Felsen an die Stelle, tvo die große Falte, welche die ganze Südwand durchzieht, anfängt und wie ein Couloir bis zum O. Grat hinaufführt ( 20 Min. ). Die Falte bis zum O. Grat verfolgen ( 25 Min. ). Die erste Gendarmengruppe nach Süden umgehen, um nachher den Grat durch einen Kamin wieder zu erreichen ( 50 Min. ). Den Grat bis zum Gipfel eines großen Gendarmen, der eine tiefe Lücke dominiert ( 20 Min. ), verfolgen. Nach Süden absteigen um die Lücke zu betreten; dann in der Südwand traversieren um den Grat wieder zu erreichen, gleich nach einem roten spitzigen Gendarmen ( 40 Min. ). Von hier führt eine wunderbare Kletterei über den Grat bis zum Gipfel ( 30 Min. ).

Der Fels ist durchaus gut, und während der ganzen Besteigung- wurde kein Steinschlag bemerkt.

P. 2820 wurde von der obigen Partie im Abstieg zum erstenmal bestiegen, bietet aber kein großes Interesse.

Der Nord- und höchste Gipfel ( ca. 2858 m ) wurde von Marcel Kurz am 29. Juli besucht. Der Turm bietet eine hübsche, aber kurze Kletterei.

Kühbodenhorn, über den Ostgrat. 29. Juli. Herren Marcel Kurz, A. Niedermann und Corinto Velia. Von All'Acqua über den Piano secco und die Alpe nuova wird der Ostgrat da erreicht, wo die Kurve 2880 auf der Karte ihn durchschneidet ( 2 Std. 15 Min. ). Der breite Teil des Grates wird auf dem Firn begangen, dann der Kamm direkt nach einem großen, von All'Acqua aus gut sichtbaren Gendarmen in Angriff genommen. Von hier über den Felsgrat bis zum Gipfel. Die Gendarmen, die man nicht überklettern will, kann man leicht nach Norden umgehen ( 1 Std. ).

Pomicine di Bovino ( 2968 m ). Abstieg nach Süden. 12. Oktober. Herren R.M.ittendorff und Marcel Kurz.

Vom Gipfel verfolgt man während ca. 10 Minuten den Südgrat, dann biegt man nach links in das große Schneecouloir zwischen dem S. und O. Grat. In einem Rutsch erreicht man eine kleine Moräne ( 20 Min. vom Gipfel ). Dann über Geröll und Schneerinnen nach Osten hinunter und über Grashänge, wo man in der Nähe der Quote 2154 m den Pfad nach Ronco trifft.

Pizzo di Pesciora ( 3123 m ), über die Oshvand. 16. Oktober. Herren Marcel Kurz und Gorinto Velia.

Von Bedretto ( nördlicher Dorfausgang ) führt ein neuer guter Pfad im Wald zur Alpe Pesciora hinauf ( 45 Min. ). Eine kleinere Piste geht dann nach der Cassina delle Sterle ( 1980 ), von wo aus man am besten dem Bach folgt bis wenig unterhalb des Lago dei Sabione ( von Bedretto in 1 Std. 20 Min. ).

Durch eine Reihe von breiten Schneecouloirs steigt man fast direkt zum Gipfel hinauf und zuletzt über den Nordgrat ( 2 Std. 20 Min. ). Diese Route bietet weder große Schwierigkeiten noch besonderes Interesse.

Saashörner. P. 3041 m, II. Best., I. Trav.; P. 2994 m, I. Best, und Trav.; P. 3031 m, I. Best, und Trav. 19. Oktober. Marcel Kurs allein.

Der höchste Gipfel ( 3041 m ) der Saashörner wurde 1895 von Rev. Broke zum ersten Male bestiegen. Seither sind die Saashörner nicht mehr besucht worden.

Von der Rotondohütte überschreitet man den Leckipaß ( 2928 m ) und die Lücke zwischen P. 2947 und 2951 und traversiert fast horizontal auf dem Firn bis zum Fuß des P. 3041 ( 1 Std. 40 Min. ).

Durch ein enges Couloir ( Schnee oder Eis ) wird der Südgrat erreicht ( 25 Min. ) und bis zum Gipfel verfolgt ( 30 Min. ). ( Auf dem Grat wird ein Vorgipfel nach Osten umgangen, der aber leicht zu ersteigen ist. ) Vom P. 3041 zum P. 2994 über den Grat in 25 Minuten.

Vom P. 2994 ist es nun möglich, auf der Gratschneide während der ganzen Traversierung bis zum P. 3031 zu bleiben; die Kletterei ist aber für einen Mann allein zu exponiert. Kurz verließ daher den Kamm etwas vor der tiefsten Depression, zwischen P. 2994 und 3031, und stieg in der Südwand bis zum Firn ab. Dem Fuß dieser Wand nach erreicht man bald ein langes, enges Schneecouloir, das direkt zum P. 3031 hinaufführt ( vom P. 2994 in 40 Min. ).

P. 3031 bildet drei Türme, deren höchster der südlichste ist. Alle drei lassen sich leicht und direkt erklettern.

Abstieg vom P. 3031 über den Nordostgrat. Die ersten Gendarmen werden am besten nach Norden umgangen; die anderen können traversiert werden, bieten aber einige Schwierigkeiten ( 50 Min. bis Ende des Grates ).

Nirgends Spuren früherer Besteigungen. Der P. 3041 ist breit, der mit 2994 kotierte ist spitzig, und der höchste Turm von 3031 ist eine kleine Felsnadel. Kletterei durchaus interessant auf schönem Gneis, der fast überall gute Griffe bietet. Der P. 3031 ist am leichtesten auf Kurz'Aufstiegsroute erreichbar oder auch von Norden durch ein breites Schneecouloir. A.A.C.Z., XVII. Jahresbericht, pag. 33 — 35.

Punta o Croppo Maròr ( 2310 m It.K .), über den Ostgrat und Traversierung. 26. August. Sr Piero Bobbiati. Der Croppo Maròr ist ein breiter Felsvorsprung in dem Kamme, welcher in südwestlicher Richtung von der Punta Salarioli ausgeht. Vom Albergo di Veglia über Ciamporino an den Fuß des Berges, und, nach einem vergeblichen Versuch über die Nord wand, Umgehung der Basis und Angriff in der Ostwand. Eine Stufe von 2 oder 3 m, ein bequemer Anstieg über leichte Felsen, eine andere Stufe, welche alle Künste des Kletternden herausforderte, brachten ihn auf ein breites Terraßchen. Leicht nach links abbiegend, längs einer kleinen Spalte zuerst, dann über sehr gute und amüsante Felsen, gelangte er auf ein ziemlich schmales Band, ca. 20 m oberhalb des ersten Terraßchens. Von diesem Punkte gelang es, mit einer nicht leichten Traversierung auf die Südwand überzugehen. Von hier erreichte er durch ein ziemlich steiles Couloir den Gipfel ( 1 Std. 10 Min. vom Fuße ). Abstieg über den Westgrat.

Punta d' Aurona ( 2984 m It.K .), über den Süd- und den Ostgrat. 22. August. Si Piero und Daniele Bobbiati und Franco Cioja verließen Veglia um 7 Uhr 30 Min. morgens, griffen den Südgrat um 9 Uhr 30 Min. an und waren um 1 Uhr nachmittags auf dem Gipfel. Der Südgrat ist nicht schwierig; man muß ihn gelegentlich verlassen, wobei man sich am besten an die Vegliaseite hält, um einige Felszacken zu umgehen. Den letzten muß man überklettern, wobei man sich des doppelten Seils bedient. Schwieriger ist der Ostgrat und besonders unangenehm das Passieren des ersten Felszackens. Hier läßt man sich nach rechts ( Schweizerseite ) ein wenig hinunter, etwa 30 m lang über Felsen, die von eiserfüllten Couloirs durchfurcht sind. Am Fuß eines Couloirs angelangt, steigt man wieder auf einen kleinen Sattel hinauf. Von diesem erreicht man ohne weitere Schwierigkeit den Gipfel.

Pizzo del Boccareccio ( 2927 m It.K.. ). Erste Ersteigung und Traversierung und Überschreitung des Passo della Finestra. 24. August. Si Piero und Daniele Bobbiati stiegen von Veglia di Valle delle Caldaie hinauf, bis an den Fuß der diese abschließenden Moräne, die Moräne mühsam hinauf und gelangten, den Schlußzirkus querend, in 23/< Std. auf die Bocchetta del Corno. Nach einem hastigen Imbiß nahmen sie um 10 Uhr 15 Min. den Weg wieder unter die Füße, zuerst läng » einer sehr steilen Rinne, dann in einem weiten Felscouloir, welches auf eine Lücke führt, 30 m höher als die Bocchetta del Corno. Nun waren sie am Fuß der Wand. Man steigt zuerst eine 6—7 m hohe Stufe hinauf, dann durch einen kleinen Kamin, welcher auf ein breites Band mündet. Dann weiter die durch häufige Spalten einladende Wand hinauf, über ziemlich geneigte, aber mit guten Griffen versehene Platten zu einem zweiten Plateau. Nach zwei oder drei Minuten Halt ging Piero mit dem ganzen Seil voran und gewann, nach einem abgeschlagenen Versuche ge-radeaufwärts, nach links ausweichend, auf einer schmalen Stufe sich um die Ecke schwingend, die Westwand. Nachdem der Bruder nachgekommen war, ging es nun bequem weiter, zuerst längs einem Rasenbüschel, dann etwa 20 m ein gutes Felscouloir hinauf und schließlich über den Kamm bis an den Fuß des Gipfelturms. Nachdem sie diesen an seiner Basis umgangen hatten, fanden sie den Aufstieg in der Südwand und gelangten, durch vorzügliche Griffe unterstützt, um 11 Uhr 50 Min. vormittags auf die luftige Spitze, auf welcher sie einen riesigen Steinmann erbauten. Sie verließen den Gipfel um 2 Uhr nachmittags, erreichten in mühsamem Abstieg den Fuß des Turms, verfolgten etwa 10 m weit den Kamm und unternahmen dann den Abstieg über die auf den Gletscher unterhalb der Finestra di Boccareccio ( Seite der Val di Buscagna ) abstürzende Nordostwand. Die eingeschlagene Route verlief längs eines die Wand schräg von oben nach unten durchfurchenden Bandes, welches gelegentlich abbricht und die Kletterer nötigte, sich in Kaminchen zu bewegen, welche dem Steinschlag ausgesetzt sind. Am Fuße der Wand angelangt, traversierten sie in wenigen Eisstufen bis wenige Meter unter der Finestra, die sie um 3 Uhr 20 Min. nachmittags betraten. Zuerst durch ein steiles Schneecouloir, dann über Geröll in die Gegend der „ Caldaie " hinab. Die Finestra di Boccareccio kann als Paß von Veglia nach Binn nicht empfohlen werden, weil sie Steinfällen ausgesetzt ist und der Bergschrund auf der Schweizerseite in vorgerückter Jahreszeit ein ernsthaftes Hindernis sein kann.

Punta delle Caldaie ( 2701 m ?), über den Nordgrat und Traversierung. 13. August. S'Piero Bobbiati, Franco Cioja und P. Carlo Vitali. Dies ist ein Felshöcker im Nordosten des Pizzo del Moro, welcher von Dr. Brusoni mit dem Pizzo dei Fornaletti verwechselt wird. Mit diesem Namen bezeichnen die Führer von Veglia die Spitze, welche sich im Südosten des Dente del Rinoceronte erhebt, die niedrigste der Gipfel, welche die Region der „ Caldaie " umstehen.

Die Partie erstieg die Punta delle Caldaie in ca. 1 Std. vom Passo Sud dei Fornaletti aus über den Nordgrat, unter dessen Kamm sie auf einem Gesimse hingingen. In ca. l/g Std. stiegen sie über die Südwand auf den Passo delle Caldaie ab. Keine besondere Schwierigkeit, weder im Auf- noch im Abtieg.

Torri di Veglia ( 2423 m It.K.. ). 25. Juli. S'Domenico Bertoni und Paolo Lucchetti verließen um 6 Uhr 30 Min. morgens den Piano di Veglia, folgten dem Fußweg der Balma, stiegen dann durch steile Grastälchen hinan auf den Kamm, der von der Punta Maròr in südnördlicher Richtung verläuft bis zur Berührung mit dem Südkamm der Torri. In Kletterschuhen überwanden sie leicht eine Reihe von Platten, welche den Einstieg bilden, und gewannen ein Terraßchen, wo das Weiterdringen durch eine Felsmasse gehemmt war. Angeseilt überwanden sie diese und gelangten auf den Kamm des luftigen Grätchens, von welchem sie einen Niederblick in die Val Cairasca hatten. Sie folgten dem Kamm mit Vorsicht bis zu einem Einschnitt, in Form eines tiefen Kamins, den sie mit einiger Mühe überwanden. An dieser Stelle mußten sie, weil der Grat unersteiglich sich zum Hauptturm aufschwingt, auf die gefährlichen Plattenhänge der Westseite übergehen. Nachdem sie diese überquert hatten, fanden sie sich plötzlich gehemmt durch einen schwierigen Überhang, der sie bei spärlichen Griffen zu einem aufregenden Manöver nötigte. Über ein Band gewannen sie eine kleine Fläche, dann über einen Schutthang den höchsten Turm ( 10 Uhr ), wo sie einen Steinmann errichteten und die herrliche Aussicht genossen. Der Übergang zu dem andern, weniger hohen Turm bereitete keine Schwierigkeit. Sie stiegen in die trennende Scharte hinunter, klommen in brüchigen Felsen empor bis zu einer großen Placke, welche sie nach links umgingen, und betraten wenige Minuten später den zweiten Gipfel. Um 10 Uhr 30 Min. begannen sie den Abstieg.R.M.. 1913, pag. 392—395.

Corno Cistella, 2688 m, über den Nordostgrat. B. September. Herren Max Mäglin und Paul Gruaz. Alp. 1913, pag. 290.

Tessiner Alpen.

Pizzo Coro ( ca. 2800 m ) ( siehe Tessinerführer II, 179; im Siegfr. ist der etwa 700 m südlich der Cristallina gelegene Gipfel nicht kotiert, auch nicht deutlich gezeichnet ), Traversierung. 30. Juni. Herren Otto Benary, Erwin Birk und Philipp Borchers. Von der Alp Zotta in der obersten Val Peccia in westlicher Richtung über Weiden, Geröll und Schnee an den Fuß der Ostwand unterhalb des Gipfels ( 2 Std. ). Von hier durch eine in der unteren Hälfte mit Schnee angefüllte Rinne zum Grat empor, der hart südlich eines auffallend schlanken Gratturms erreicht wurde. ( Eine andere, in halber Höhe der erstgenannten links [südlich] abweichende und dann parallel verlaufende Rinne wurde ebenfalls im Aufstieg durchklettert; 20 Min., sehr schwer. ) Der Grat wurde dann nach Süden verfolgt, und zwar der erste Gratturm nach links auf einem Kriechband bis zur Hälfte umgangen und in einer glatten Rinne erklettert, der zweite Gratturm links ganz umgangen, sodann zum Gipfel ( 1 Stunde ). Abstieg über den Südgrat zum Pizzo delle Donne ( 3/± Std. ) und weiter zum Passo di Lago Nero ( 20 Min. ) und zur Alp Zotta ( 8/i Std. ).

Cavallo del Torro, Ostgipfel ( 2518 m Siegfr. ). Erste touristische Ersteigung. 1. Juli. Herren Erwin Birk und Philipp Borchers. Von der Alp Zotta zur Bocchetta di Cavallo del Torro ( l3/* Std. ). Von hier, stets dem Grat nach Osten folgend, in meist ziemlich leichter Kletterei über einen Vorgipfel zum Gipfel ( 20 Min. ), wo sie einen Steinmann errichteten. A.A.V.B., X. Jahresbericht, pag. 48—49.

Mezzo Giorno, 2705 m, über die Nordwand. 27. Juli. Herren A. Negretti, Alberti, Waser, Emil Hammer und Louis A. Meyer.

Madone Grosso, 2726 m, über den Nordgrat. 27. Juli. Die nämlichen.

Poncione di Cramosino, 2718 m, erste Begehung des Nordostgrates. 27. Juli. Die nämlichen. Alp. 1913, pag. 196, und Jahresbericht der Sektion Uto 1913, pag. 62—63.

Tre Corni, P. 2940, über den Nordgrat. 21. August. Herren Emil J. Meyer und L. A. Hürlimann. Von der Campo Tencia-Hütte in westlicher Richtung über große Geröllhalden an den Fuß des Grates ( ca. 50 Min. ). Einstieg ca. 70 m unterhalb eines markanten, nach Norden überhängenden Gendarmen. Einige überhängende Gendarmen wurden, mit zwei Ausnahmen, in der Ostwand teilweise exponiert, umgangen. Einstieg bis Gipfel 31/« Std. A.A.C.Z., XVII. Jahresbericht, pag. 35, Alp. 1913, pag. 290, und Jahresbericht der Sektion Uto 1913, pag. 64.

Pizzo di Campionigo, 2785 m, von Nordwesten nach Südosten traversiert. 22. Juli. Dr. Hans Burckhardt, Dr. Oskar Knecht und Herr N. Stöcklin-Müller. Alp. 1913, pag. 250.

Urner Alpen.

Mittlerer Blaubergstock ( ca. 3000 m ), über den Westgrat.? September. Herren W. Fuchs und Dr. J. Heller. Von der Lücke zwischen dem mittleren und dem südwestlichen Blaubergstock gerade hinauf auf einen rötlichen überhängenden Felsblock los, unter diesem nach rechts ( südöstlich ) und durch einen exponierten Kamin. Auf eine Schulter rechts ( südöstlich ), die man als eine glatte Kante rechts, oberhalb des überhängenden Blockes, von unten sieht. Nun 8—10 m an guter Leiste rechts ( östlich ) hinaustraversieren, zum Westgrat zurück und über Kanten, Blöcke und zwischen solchen zur Spitze ( l1/ » Std. von der Lücke ).

Mittlerer Blaubergstock, über die Südwand. Die nämlichen. Über den Ostgrat in die Lücke zwischen mittlerem und östlichem Blaubergstock, steiler und stein-schlaggefährdeter Abstieg direkt hinunter, im untersten Teil wenig links ( östlich ) haltend, auf den Gletscher ( l1/«—2 Std. vom Gipfel ). A.A.C.Z., XVII. Jahresbericht, pag. 29 — 30.

Nordwestlicher Blaubergstock ( ca. 2980 m ). Erste Besteigung und Traversierung. 15. Juni. Herren Louis A. Meyer, Jean Fritsch und Emil J. Meyer. Von der Göscheneralp oder Alpligenlücke steigt man auf den Blockgrat, der sich in der W. Wand des W. Blaubergstockes verliert. Dieser Grat wird verfolgt bis an die Wand. Links in der Fallirne des Gipfels, bei einem kleinen Vorbau, ist der Einstieg. Vorerst einige Meter direkt empor, dann etwas nach rechts halten und abermals direkt empor. Eine Platte wird mit Schulterstand genommen. Schon vor dem Einstieg kann man eine in der Wand absteigende mächtige Platte bemerken, auf welche man zuklettert. Die abstehende Kante dieser Platte wird sehr interessant im Keitsitz erklettert. Nun über leichtere Felsen empor zur Höhe des ersten Gratturms, der in der Mitte durchspalten ist. Leicht gelangt man in die halbe Höhe des Spaltes und stemmt sich dann, ohne an Höhe zu verlieren, hindurch. Die Grathöhe wird wieder gewonnen und auf die Nordseite überschritten. Der folgende Gratturm wird auf der gleichen Seite umgangen. Nun auf dem Grate selbst etwa 5 m vorwärts und vor dem dritten Gratturm in die Südwand, etwa 15 m, abgestiegen. Nun horizontal zu einem guten Biß, der in die Höhe führt. Unter einem Felsentore durch, dann nach links zu einer Höhle unter dem Gipfelblock. Am südlichen Ausgang derselben um eine exponierte Kante zu einem guten Bande und auf die Westseite des Gipfelblockes. Der Gipfel wird direkt über die Kante erreicht ( 2'/2 Std. vom Einstieg ). Von der Höhle kann man auch mit Schulterstand an der Decke zu einem Loch gelangen, durch welches man kletternd zwischen die beiden Gipfelblöcke gelangt. Von hier mit Ruckstemme auf den Gipfel. Abstieg über die Südwestwand über gute Felsen ohne größere Schwierigkeit. Jahresbericht der Sektion Uto 1913, pag. 62.

Glarner Alpen.

Buchenscharte ( ca. 2900 m ). 8. Juni 1912. Herren Maxwell Finch, E. Schaub und H. Morgenthaler. Als Ruchenscharte wird die Depression zwischen dem Gipfel des Groß Rüchen und dem höchsten, spitzen, noch unbestiegenen Turm ( Ruchennadel ) im Alpgnofergrat bezeichnet. In der Hauptsache wurde dieselbe Route durch die Ruchensüdwand eingeschlagen, die im XIV. Jahresbericht A.A.C.Z. angegeben ist ( siehe Alp. 1909, pag. 114—115 ). Oberhalb des schwierigen Kamins, als das große Schneecouloir wieder betreten wurde, stiegen sie dank guten Verhältnissen mühelos durch den steilen rechten ( im Sinne des Anstiegs ) Arm des Y-artig sich ver- zweigenden Hauptcouloirs direkt in die Scharte.Von Steinschlag wurde während des ganzen Aufstiegs nichts bemerkt. ( Von der Hütte im ganzen 8 Std. ) Abstieg über leichte Schneehalden zum Ruchenfirn und über den Schwarzifad zurück zur Hütte. A.A.C.Z., XVI. Jahresbericht, pag. 29.

Bifertenstock, Variante im Abstieg zum Frisalgletscher. 25. August. Herren E. Wille und F. Lascher. Alp. 1913, pag. 205 und 239.

Großes Tschingelhorn über den Nordostgrat. 7. September. Herren J. Wyß und J. Walter. Alp. 1913, pag. 206.

Großes Tsching elhorn, über die Nordwestwand und den Nordgrat und Traversierung. 17. August. Herren Louis A. und Emil J. Meyer. Alp. 1913, pag. 280, und Jahresbericht der Sektion Uto 1913, pag. 63.

Hausstock, über die ganze Länge des Ostgrates. 7. September. Herren M. Voigt und P. Weingart und Fräulein Annie Weber. Alp. 1913, pag. 280.

Felsberger Galanda ( 2700 m ), direkt vom Gungelstale aus. Neuer Aufstieg. 13. August. F. W. Sprecher allein. Von Vättis über den Maiensäß umgfallner Wald und den Grat zwischen dem hintern Balmentobel ( Sagarütitobel der Karte ) und dem Sandeggtobel erst durch steilen Wald, dann über Bergföhrenlichtungen und Felsschrofen auf den Galanda W. Grat bei P. 2336 und über diesen auf den Gipfel.

Haldensteiner Galanda ( 2808 m ), neuer Abstieg. 14. August. Der nämliche.Vom höchsten Gipfel direkt über steile Felsbänder längs der SE-Wand des SE-Grates ins Hintertal hinunter, bis hier neu. Von dort über Mettneregg nach Galandalu ( Alp Salaz ) und über Alp Schröter nach Vättis.

Neuer Aufstieg auf Piz Sardona. 19. August. Der nämliche.Von der Sardonahütte S.A.C. über den oberen Sardonasattel ( Surajoch ) durch äußerst steile Felskehle und offene Felsen mühsam gegen die Mulde südlich der Geisegg; dann über den Grat der letztern bis zur Wand des Piz Sardona, bei den ersten Verrukanofelsen über schmales Bändchen nach links ( nordöstlich ) und durch eine äußerst steile und schmale, aber gut gangbare Schneekehle mit günstigem Schnee längs des Wand-vorsprunges auf das Hochplateau des Piz Sardona.

Moorkopf ( 2943 m ). Erste touristische Begehung und Traversierung. 24. August. Der nämliche.Von der Ringelspitze herkommend, längs der S-Seite des Tschepp-Ostgrates in die Lücke zwischen Tschepp und Moorkopf; dann über den Grat auf den letzteren Gipfel. Von dort über den SE-Grat auf den Südgipfel ( Crap Matts ) und weiter über einen schön gewölbten Felsrücken mit mühsam zu begehenden abschüssigen Kalkplatten, dann steile Rasenfetzen südöstlich, in ein steiles Tobel südwestlich des Wortes „ Schaf berg " der Karte, und durch dieses nach Ober-Lavoi hinunter; dann eine steile Halde nach Großalp hinüber.

Ringelspüze-Trinserfurka, über Miruttalücke. 28. August. Der nämliche mit Herrn Schwer ( Kl. Laufenburg ). Vom „ n " des Wortes Ringelspitze der Karte direkt über steile Verrukanofelsen und abschüssige Platten zum oberen Lavadignasgletscher; in der Höhe von 2700 horizontal hinüber zum Piz Mirutta-Grate; über diesen zur Miruttalücke ( P. 2642 m ), und eine sehr steile unschwierige Felsrunse in die Talmulde von Culm da Sterls hinunter und über Weideböden zur Trinserfurka und Sardonahütte S.A.C.

Erste touristische Begehung der Drag gab er glücke ( ca. 2600 m ). 11. Oktober. Der nämliche. Zwischen den unteren und oberen Draggaberg ( Drachenberg ) von Vättis und Alp Gelbberg nach Alp Tersol. Persönliche Mitteilung von F. W. Sprecher ( Sektionen Piz Sol und St. Gallen ).

Stäfelpaß, ca. 2900 m. I. Überschreitung. 30. Juli. Herren G. Miescher und C. Egger. Aufstieg von der Seewli-Alp zur Lücke zwischen ( Brunni ) Schwarzstöckli und der Nordwand des Windgällenmassivs ( im Volksmund Zagenpaß genannt ).

Zunächst leicht über schiefrigen Schutt an den Fuß der abweisenden, hier annähernd senkrechten untersten Wandstufe. Diese setzt hier mit einer kleinen, 25 m hohen Vorstufe auf der Scharte auf. Man erreicht diese Kanzel von rechts nach links über ein senkrechtes, aber gutgriffiges Wändchen und einen kurzen, mit Schutt erfüllten Kamin. Von der Kanzel aus gute Orientierung. Es folgt eine vollkommen glatte und senkrechte Wand. Von der Kanzel mit einem großen Schritt über den abtrennenden Spalt und durch einen kurzen brüchigen Kiß auf ein schmales horizontales Band. Dieses führt gegen Westen an den Fuß von zwei senkrechten Rissen, die wohl kaum ein geeignetes Fortkommen versprechen. Gegen Osten hin steigt das immer schmäler und steiler werdende Bändchen hinauf ( in etwa 15 m Entfernung ) zu einer glatten, äußerst exponierten Kante. Über diese, immer eher links haltend, mit minimalen abschüssigen Griffen schwierig auf eine kleine mit Schutt bedeckte Terrasse hinauf. Von da über kupierten Fels in leichter Kletterei ( auf beliebiger Route ) in gerader Linie aufwärts bis zum untern Rand eines großen, steilen, schon vom Tal aus sichtbaren Schneefelds. Weiter über den guten Schnee bis an den Fuß der das Schneefeld überragenden Wandstufe ( wasserüberronnen, glatt ) und ihr nach Westen folgend zu einem leichten Band. Dieses führt nach rechts auf eine kleine Scharte hinaus, von der aus man gleich den Fuß der den oberen Teil der Wand bildenden Schneegehänge gewinnt. Über diese teils im Schnee, teils im Fels, je nach Verhältnissen ( Steinschlaggefahr ) zum Stäfelpaß. Die letzte kurze Wandstufe läßt sich an verschiedenen Stellen gut erklettern.

Vom Paß aus zunächst einige Meter östlich auf leichtem Grat, hierauf 10 m absteigen auf ein System schuttiger, steiler Bänder, die annähernd horizontal nach links führen und die Route Stäfelstock des XI. Jahresberichtes erreichen.

Zur Besteigung des Stäfelstockes ( 1 Stunde vom Paß ) verfolgt man den Grat bis an den Fuß einer überhängenden Nase, klettert hier 10 m abwärts und erreicht den Fuß des Stemmkamins der obigen Route.

Große Windgalle, 3192 m. I. Begehung des Westgrates im Aufstieg. 28. August. Die nämlichen. Die Durchkletterung der Südwand 1911 vermochte noch keinen Aufschluß darüber zu geben, ob auch der große Abbruch des Westgrates im Aufstieg zu machen sei. Weiter oben war der Westgrat damals auf seiner ganzen mehr horizontalen Länge begangen worden. Auch das unterste Drittel auf der Martiny-Escherschen Route, wobei der Grat eigentlich nur zweimal überschritten wird, der Weg aber in der Nord- und Südflanke gesucht werden muß, war im Aufstieg bekannt.

In der bereits beschriebenen Weise ( siehe Jahresbericht 1911 ) erreicht man vom obern Furkeli aus das mächtige Plattenband in der S. W. Wand. Dieses zieht sich allmählich schmäler werdend und wenig ansteigend durch die ganze Wand gegen Westen hin und endigt in einem plattigen Couloir, welches unmittelbar an den Fuß des großen Abbruchs hinaufführt. Man verfolgt das Plattenband bis zu seinem Ende und erreicht in oder besser neben ( westlich ) der Schlucht in mittelschwerer Kletterei den Westgrat. Von hier aus folgt man der von Martiny und Escher begangenen Route. Zeiten: Vom Einstieg zur Gratscharte 11/t Stunden, Gratabbruch 2 Va Std., Grat bis Westgipfel 5 Std.

Sirtenturm, ca. 2300 m. I. Besteigung. 29. April. Herren B. Lauterburg und E. Schaub. Zwischen Sirtenstock und Pfaffenturm befindet sich ein im Siegfr. unbenannter und unkotierter Kalkturm, der von Urigen gesehen einen stolzen Eindruck erweckt, indem er nach Süden in einer einzigen überhängenden Wand gegen die Riedmattalp abfällt. Im Sattel zwischen diesem Gipfel und dem Pfaffenturm befindet sich ein markanter Felszahn, zu dessen östlicher Seite zwei Couloirs von Süden her sich hinaufziehen, wovon das östliche zum Anstieg gewählt wurde. Im untern Teil leicht über beraste Stufen. Im obern bieten zwei Überhänge von 4-5 m einige Schwierigkeiten. Obengenannter Felszahn wurde nördlich umgangen, und von einer Plattform aus mittelst eines ca. 15 m hohen senkrechten, gutgriffigen Kamins der Gipfel erstiegen.

Der Abstieg von der Scharte wurde durch das westliche Couloir genommen, welches viel leichter als das östliche ist. Zeit: 3 Std. von Urigen.

Pfaffenturm, ca. 2400 m. I. Begehung des ganzen Westgrates. 29. April. Die nämlichen. Von der erwähnten Scharte zwischen Sirtenturm und Pfaffenturm wurde der untere Gratabsatz nördlich umgangen, und durch ein steiles Couloir der Grat wieder gewonnen, worauf in angenehmer Kletterei die Plattform mit den phantastischen Felszähnen erreicht wurde, wo die bis jetzt übliche Route den Westgrat erreicht. ( Vgl. Urnerführer.A.A.C.Z., XVII. Jahresbericht, pag. 29—31.

Bifertenstock, 3426 m. I. Besteigung über den Westgrat. 3. September. Herren Geo. Finch und T. G. B. Forster. Von der Bifertenllicke folgt man dem Grat, bis der weitere Aufstieg an der Kante selbst unmöglich wird. Nun traversiert man ca. 6 m auf die Nordseite hinaus und klettert äußerst schwierig über eine ca. 10 m hohe, teilweise überhängende Wandstufe hinauf. Hier ist ein guter Stand, von wo aus man sehr schwer in einem plattigen Kamin gerade emporklettert, bis nach ca. 10 m ein großer Überhang einen weitern Anstieg ausschließt. An dem hier eingeschlagenen Mauerhaken gesichert, klettert man ca. 8 m im Kamin wieder zurück und traversiert äußerst schwierig nach rechts gegen die Gratkante zu und erreicht letztere zuletzt über gutgestufte Felsen. Nun über den plattigen Grat, und zuletzt durch einen Riß etwa 1-2 m rechts von der Gratkante erreicht man in schwerer Kletterei die überhängende Nase, welche den Gipfel des ersten Gratabsatzes bildet ( Steinmann ). Nun ca. 10 m nach rechts in die Südwestabdachung des Grates hinaus und dann durch einen schweren Riß wieder auf den schuttbedeckten Grat hinauf. Nun wurde der Grat ohne größere Schwierigkeiten bis zum Fuß des zweitletzten großen Absatzes verfolgt. Dieser wurde rechts umgangen, bis der Aufstieg zum Grat möglich wurde. Der Gipfel des Absatzes selbst wurde über steile, schlecht geschichtete Platten erreicht ( Steinmann ). Ein schwachgeneigter Firngrat führt von hier aus an den Fuß des letzten zu P. 3281 hinaufführenden Absatzes. Die Neigung der unteren Hälfte dieses Absatzes ist nicht sehr groß, der obere Teil jedoch ist sehr steil. Vom Firngrat traversiert man nach rechts und schräg aufwärts ca. 130 m in die Südwestwand hinaus. Zuerst ist die Kletterei unschwer und gute Sicherungsmöglichkeiten vorhanden; die letzten 60 m werden über steile, dachziegelartig geschichtete Platten, wo gegenseitige Sicherung ausgeschlossen ist, bezwungen. Von hier aus durchklettert man immer ohne Sicherung eine vom obersten Schneegrat etwa 100 m östlich von P. 3281 m schräg von links nach rechts herabziehende plattige Rinne, welche nach ca. 30 m auf eine kleine Schutterrasse ca. 15 m unter dem von großen Gwächten gekrönten Westgrat endigt. Von dieser Schutterrasse gewinnt man gerade emporkletternd, zuletzt die Gwächte durchschlagend den Grat. Auf der Nordseite des Schneegrates sich haltend, unterwegs einen ca. 40 m hohen Gratabbruch in guten Felsen leicht überkletternd, gewinnt man den Gipfel. Zeiten ( exklusive Rasten ) 634 Std. von der Bifertenlücke. A.A.C.Z., XVII. Jahresbericht, pag. 35-36, und persönliche Mitteilung von T. G. B. Forster.

Porphyr, 3330 m. I. Begehung der Nordflanke. 3. August. Herren E. Hauser und H. Morgenthaler gelangten von der senkrechten Stelle im Ostgrat aus dank guten Schnees durch ein steiles Couloir direkt auf den Bifertenfirn Gipfel-Bergschrund 1 Std. ca. A.A.C.Z., XVII. Jahresbericht, pag. 36.

In trockeneren Sommern durfte das Couloir stark vereist sein.

Adula-Alpen.

Vizzo Zoccone ( 3072 m Siegfr., 3084 m It.K.. ). 2. Januar. Sj Angelo und Romano Calegari und A. Balabio verließen um 5 ühr 20 Min. morgens das Zeltlager der Società Universitaria C.A.I. auf dem Monte Spluga ( 1908 m ) und stiegen die steilen Hänge tiefen und mehligen Schnees der Val Loga hinauf, welche unter dem nordöstlichen Vorbau des Tambò liegen. Um 11 Uhr 30 Min. erreichten sie den im Siegfr. weder benannten noch kotierten Einschnitt, 3019 m, welchen sie Bocchetta del Zoccone nannten. Nachdem sie sich angeseilt hatten, nahmen sie den Nordgrat in Angriff über eine stark geneigte und glatte Felsplatte, welche wegen des darauflagernden Schnees gefährlich war. Verschiedene spitzige Zacken, welche mehr nach der Nordwest ( Curciusa)-Seite zu standen und überklettert werden mußten, verlangten wegen der unsicheren Felsen große Aufmerksamkeit. Dann wurde der Grat zahmer, und um 1 Uhr nachmittags erreichte die Partie, in Nebel und schlechtem Wetter, den Gipfel. Nach eiliger Errichtung eines Steinmanns und kurzer Mahlzeit traten sie um 7 Uhr 30 Min. den Abstieg über den Südgrat an. Nachdem sie einige 100 m zurückgelegt hatten, mußten sie vor einem Felsabbruch haltmachen, der in dem dichten Nebel unüberwindlich schien. Sie beschlossen hierauf, den Grat zu verlassen, und begannen den Abstieg über die felsigen Bollwerke der Ost-Nordost-Seite des Pizzo. Mit delikaten Manövern und großer Vorsicht gelang es ihnen, von Absatz zu Absatz hinunterzusteigen auf den darunterliegenden Firn, wo sie während einer momentanen Aufklärung die Spuren des Morgens auffinden konnten, denen sie folgten, um abends gegen 4 Uhr 45 Min. wieder im Lager einzutreffen. R.M. 1913, pag. 395.

Dufercalhorn, 2801 m. Abstieg vom Westgipfel nach Norden. 22. Juli. Ed. Imhof jun. allein. Von Sufers ( ab 3 Uhr 30 Min. ) zur Furcla dil Lai pintg, 2594 m ( 6 Uhr 15 Min. ), in ziemlich schwieriger Kletterei zum Ostgipfel ( 7 Uhr ) und über die Gipfelscharte zum etwas höheren Westgipfel, 2801 m ( 7 Uhr 15 Min. bis 8 Uhr 45 Min. ). Neu ist der Abstieg: In nordöstlicher Richtung über glatte Platten und Absätze steil hinunter; dann in die von der Gipfelscharte herunterkommende Schneerinne. Diese wurde durchquert und ein Stück weit dem Ostrande entlang verfolgt. Nun wieder auf die andere Seite und über brüchige Felsen links abwärts zum Schneehang, der nördlich unter dem Steilabbruch des Westgipfels liegt. Über diesen Schneehang hinunter auf die Schutthalden westlich der Furcla dil Lai pintg ( 9 Uhr 30 Min. ). Auf Schutt- und Schneehängen um die Pizzas d' Annarosa herum und über die Furcla dil Lai grand ( 10 Uhr 45 Min. ) zur Furcla d' Annarosa, 2596 m ( 11 Uhr 30 Min. bis 11 Uhr 50 Min. ).

Sleilerhorn, 2983 m. Neuer Aufstieg über die Südwestwand und Abstieg über den Südostgrat und die Ostwand. 22. Juli. Der nämliche.Von der Furcla d' Annarosa ( ab 11 Uhr 50 Min. ) umging er den nordöstlichen Ausläufer des Alperschellihorns auf der Ostseite, erreichte die Alperschellilücke ( 2764 m ) zwischen Alperschelli- und Steilerhorn um 1 Uhr und wenige Minuten später die Nordwestecke des aus dem Schutt aufsteigenden Gipfelturmes. Nun horizontal dem Fuß der Südwestwand entlang, an einer gelben Wandstelle und einem darauffolgenden Riß vorbei, der sich hoch durch die Wand hinaufzieht. Wenige Schritte hinter diesem Risse, etwa 60 m von der Nordwestecke entfernt, erfolgte der Einstieg in die Wand. Hier einige Meter über eine Steilstufe, schwierig, direkt empor; dann auf einem sehr schmalen Bändchen wieder horizontal nach rechts. Dieses gut gangbare Bändchen führt bald zu einer engen Rinne, in welche von unten eine Schneezunge hinaufragt. Das Bändchen könnte auch durch dieses Couloir, das erste rechts von der Nordwestecke, erreicht werden. Auf der anderen Seite der Rinne steht über dem Bändchen eine große glatte Platte. Diese mußte nahe über dem unteren Rande auf einer sehr schmalen Leiste nach rechts traversiert werden, was jedoch bei der guten Felsbeschaffenheit nicht schwierig war. Nun links schief aufwärts gegen die erwähnte Rinne zurück. So kommt man auf ein zweites horizontales Bändchen, verfolgt dieses einige Meter nach rechts und klettert dann direkt aufwärts über glatte griffarme Felsen zu einem größeren Schuttband, das man nahe seinem nördlichen Ende erreicht. Dieses Band führt, schwach ansteigend, nach Süden auf die Schulter eines steil abfallenden Strebepfeilers. Dieser zweigt südlich des Gipfels vom Hauptkamm nach Westen ab, ist dort jedoch so stark entwickelt, daß er an der Abzweigstelle als Hauptkamm erscheint, während der Südostgrat scheinbar untergeordnet ist. Von der erwähnten Schulter wurde die oberste Steilstufe des Strebepfeilers erklettert und, dem Grate nach Nordwesten folgend, der Gipfel erreicht ( 2 Uhr 25 Min. bis 3 Uhr 25 Min. ). Im Gegensatz zur gutbeschaffenen Südwestwand besteht der Grat aus außerordentlich faulem Gestein, was seine Überkletterung sehr erschwert.

Der Abstieg erfolgte zunächst auf der gleichen Route. Statt dann aber westlich zur Schulter abzusteigen, wurde der Südostgrat weiter verfolgt bis nahe zu seinem letzten Abbruch. Nun durch die Ostwand in sehr schlechten schuttigen Felsen, schwach südlich haltend, von Stufe zu Stufe auf die Schutt- und Schneehänge am Fuße des Gipfelturmes und über diese in kurzer Traverse nach Südwesten zu P. 2775 ( 4 Uhr 15 Min. ). Der Rückweg nach Sufers wurde über das Teurihorn, 2975 m ( auf dem Gipfel von 5 Uhr 10 Min. bis 6 Uhr 20 Min. ), und durch das Steilertal genommen ( an ca. 8 Uhr ).

Weißhorn, 2992 m ( Splügener Kalkberge ). Variante durch die Südostwand. 23. Juli. Der nämliche.Vom Gipfel über den schon von Coolidge begangenen Ostgrat. Statt aber diesem bis zur tiefsten Gratstelle zu folgen, wurde er etwa nach dem ersten Drittel dieser Strecke verlassen, um dann südöstlich durch die Wand auf die darunterliegenden und damals noch verschneiten Schutthalden abzusteigen. Vom Gipfel bis auf den Schneehang unter der Wand 40 Min., von da ( bei tiefem weichen Schnee ) bis zur Alperschellilücke auch 40 Min.

Breitstock, ca. 3050 m ( im Zapportgrat ). Erste touristische Besteigung. 28. Juli. Herren Ed. Imhof jun. und Ernst Bircher brachen um 5 Uhr morgens vom Berghaus auf dem St. Bernhardin-Passe auf und erreichten um 7 Uhr 15 Min. den Gipfel des Marscholhornes, 2902 m. Um 8 Uhr 30 Min. begann die Gratkletterei gegen den Breitstock hin. Sie war der guten Griffe wegen nicht schwierig. Einige Blockpartien, die meist auf der Südseite leicht umgangen werden konnten, wechselten ab mit kurzen Schneeschneiden. Der sonst nicht sehr stark geschartete Grat bricht unmittelbar vor dem Breitstock steil zu einer tiefen Scharte ab. Dieser Abbruch endigt unten mit einer nahezu senkrechten Wandstufe, die direkt in die Scharte abfällt. Hart südlich neben der Gratkante ermöglichte eine äußerst steile, aber solide Griffe bietende Wandstelle die Überwindung dieser Stufe. Die Kletterei über den ganzen Gratabbruch bis in die Scharte erforderte 1 Stunde.Von der Scharte ging 's über einen steil ansteigenden Schnee- und Schuttgrat und über den darauffolgenden horizontalen Felskamm zum Gipfel ( 3 Stunden vom Marscholhorn ). Der Rückweg erfolgte etwas südlich unter dem Felskamm über ein leicht gangbares Bändchen auf das stark geneigte Schneefeld bei der großen Scharte.Von da durch eine Schneerinne zur oberen Terrasse der Alpe di Muccia und zum Bergbaus zurück ( Gipfel bis Berghaus 1 Std. 20 Min. ).

Pizzo della Lumbreda, 2977 m, touristisch neuer Zugang von Norden, und Pizzo Mutun, 2853 m, direkter Abstieg nach San Bernardino. ( Von einer früheren Begehung dieser beiden Routen ist nichts bekannt. ) 29. Juli. Die nämlichen. Vom Berghaus des St. Bernhardin ( ab 4 Uhr morgens ) durch Val Vignone hinauf bis hinter den Hügel Motta di Caslaschio ( 6 Uhr ), dann dem dort herabkommenden Bach entlang südöstlich hinauf zum Lexgletscher. Nach Überschreiten dieses damals spaltenlosen Gletscherchens und einer kurzen leichten Kletterei über blockigen Fels wurde der flache Gipfel des Pizzo della Lumbreda erreicht. ( Aufenthalt von 8 Uhr 45 Min. bis 12 Uhr, des Zeichnens wegen. ) Ein leichter Gang über flache Schnee- und Schuttfelder führte in 45 Min. von hier hinüber auf den Pizzo Mutun.

Der Abstieg erfolgte von P. 2838, nördlich des Gipfels, durch den teils felsigen, teils schuttigen und erdigen Steilhang westlich hinunter. Dann, bald stark nach rechts haltend ( im Sinne des Abstieges ), zu einer steilen Schneerinne, die eine zwar lange, aber mehrfach unterbrochene Abfahrt über alten Lawinenschnee bot. Endlich weiter über sanfter werdende Stauden- und Grashänge in westlicher Sichtung zur Alp Acqua buona und nach San Bernardino ( Abstiegszeit 1 Std. 20 Min. ).

Pizzo di Muccia, 2963 m. Erste Ersteigung der höchsten Spitze und Abstieg über den Südgrat zum Tre-uomini-Passe. 30. Juli. Die nämlichen. Der Pizzo di Muccia hat zwei Gipfel. Der östliche, 2963 m hohe, wird öfters bestiegen. Von einer Besteigung des westlichen, höheren, auf der Karte nicht kotierten Gipfels war bisher nichts bekannt. Berghaus St. Bernhardin ab 6 Uhr, auf dem Ostgipfel 9 Uhr 10 Min. Von diesem durch eine kleine schuttige Bresche in die westliche Scharte hinunter, wo der Grat durch eine zwar nur wenige Meter lange, aber kaum fußbreite und beidseitig jäh abfallende Felsschneide gebildet wird. Nach Überkletterung derselben nördlich unter einem kleinen Gratzahn vorbei und über Blöcke auf die höchste Spitze ( Übergang ca. 15 Min. ).

» Von da über den teils schuttigen, teils spärlich berasten, felsdurchsetzten Südgrat ziemlich steil hinunter. Der felsige Gratabbruch im unteren Teil ist westlich zu umgehen. So gelangt man zum „ Passo del Ungarese ", ca. 2730 m. Diesen Namen trägt die erste, tiefe Gratlücke südlich des Gipfels, auf Blatt 505 des top. Atlas nicht erkennbar. Von dort geht es leicht über die schuttbedeckten Osthänge des Südgrates zum Tre-uomini Paß, 2653 m. ( Vom Westgipfel bis hierher 1 Std. 15 Min. ) Weiter über einen flachen Kücken südlich auf den Pizzo Rotondo, 2832 m ( 50 Min. ), der einen überraschend schönen Blick ins Calancatal gewährt, das man in seiner ganzen Länge mit allen Dörfern sieht. Über die Alpe di Confino, die Alpe di Vigone und die Cantoniera wurde in 3 Std. das Berghaus erreicht.

Tambohorn, 3276 m, über den Südgrat. 2. August. Die nämlichen. Von Rasdeglia, 1502 m ( bei Isolato, Valle di San Giacomo ), Aufbruch 6 Uhr 45 Min. Durch die Valle Scisarolo, über die Zunge des Ferrégletschers ( auf Blatt 505 des top. Atlas fälschlich Terre ), über den Val Loga-Gletscher zum Passo Zoccone, 2952 m ( an 12 Uhr 15 Min., ab 12 Uhr 53 Min. ), und über den Grat auf den Pizzo Zoccone, 3072 m ( an 1 Uhr 40 Min., ab 1 Uhr 55 Min. ). Von hier über stark geneigte Platten und ein kurzes Grätchen in die Lücke zwischen Pizzo Zoccone und Tambohorn. Nach Überschreitung der darauffolgenden Blockpartie mußte die Westseite nahe unter dem Grate benützt werden, da sich dieser selbst zu einem steilen Felszahn emporschwingt. Auf einem schmalen Bändchen wurde der oberste glatte Teil des Zahnes links umgangen, um so die nördlich desselben gelegene Gratscharte zu gewinnen. Auf diese folgt ein zwar nicht hohes, aber senkrechtes und sehr glattes Wändchen. Über dieses ging 's mit gegenseitiger Hülfe in schwieriger Kletterei einige Meter hinauf zu einem gelben Streifen, dann leichter, schief links aufwärts, in die blockige Westseite, über welche die Gratkante wieder erreicht wurde. Eine Kletterei über den aus groben Felstrümmern aufgebauten Grat führte endlich auf den Gipfel ( Ankunft nachmittags 4 Uhr 20 Min. ). Eine einzige kurze Stelle ausgenommen, bietet dieser sehr interessante Zugang zum Tambohorn keine ernstlichen Schwierigkeiten, ist jedoch anstrengend, da die 3Y2 ständige Gratkletterei vom Passo Zoccone bis auf den Gipfel stets gespannte Aufmerksamkeit erfordert. Der Abstieg nach Nufenen wurde über den Nordgrat, den Areuepaß und die Areuealp in 3 Std. ausgeführt.

Schwarzhorn, 3015 m ( im Kanalgrat ). Touristisch neuer Abstieg über die Südseite auf den Hochberggletscher, 4. August. Ed. Imhof jun. allein. Von der Zapport-Klubhütte über die Plattenschlucht, das Hochberghorn und den Kanalgrat auf das Schwarzhorn. Von diesem Gipfel zurück in die nächste Gratscharte zwischen P. 3015 und 2977. Nun durch eine steile, felsige und schuttige Rinne schief östlich hinunter auf die Firnterrasse unter dem Schwarzhorngipfel ( wo auf Blatt 505 des top. Atlas die Zahl 2977 steht ) und dann, schwach links haltend, über diese Terrasse hinab zu ihrem unteren Rande. Eine kurze Wandstufe mit teils plattigem, teils stark verwittertem, nassem Gestein ermöglichte den Abstieg in ein tiefes Schneecouloir, das sich bald verbreitert und schließlich in den Hochberggletscher einmündet ( vom Gipfel bis hierher 30 Min. ). Der Gletscher wurde in südlicher Richtung, nach dem Ostgrat des Guggerlihorns hin, durchquert und über dieses wieder die Klubhütte erreicht. Persönliche Mitteilung von Herrn Ed. Imhof jun.

Zervreßerhorn, 2901 m. Überschreitung von Nord nach Süd. B. August. Ed. Imhof jun. und Ernst Bircher.Jahrbuch XLIX, pag. 30. ) Piz Casinell, 3101 m. Direkter Aufstieg von der Lentahütte über die Ostseite. 5. Oktober. Dr. Ed. Imhof, Ed. Imhof jun. und V. Allenspach.Jahrbuch XLIX, pag. 32. ) FwJcetlihorn, 3043 m. Aufstieg von Nordwesten und Abstieg über die Südostwand. 9. Oktober. Die nämlichen.Jahrbuch XLIX, pag. 34. ) Pis Cassimoi, 3126 m. Aufstieg durch ein Couloir der Südostwand. 11. Oktober. Die nämlichen.Jahrbuch XLIX, pag. 38. ) Mittleres SchwarzhornSurettahörner ), ca. 2900 m. 12. September. Dr. Rudolf Beck mit Peter Oswald.

Seehorn1 ) ( Surettagcbiet ), 2760 m, über die Westwand und Traversierung. 16. September. Der nämliche mit Florian Camestral. Alp. 1913, pag. 238.

Furlcetlihorn, 3010 m und 3040 m, über die Südwand. 2. September. Prof. Dr. Robert Liefmann und Fräulein Helene Eichler.

Hinteres ( höchstes ) Zervreilahorn über die Ostwand und Überschreitung. 2. September. Die nämlichen. Alp. 1913, pag. 264.

Äußeres Smetta-Schwarzhorn, 2760 m. 28. Juli. Herren Dr. F. Wuhrmann, stud. jur. Adolf Asper und stud. phil. Ferd. Asper. Vom Berghaus Splügen direkt östlich über Rasen- und Geröllhänge und eine Wandstufe auf die Trümmerhalde am Westfuß der mittleren und äußeren Schwarzhörner. Nach Querung dieser Halde inAnmerkung der Redaktion. Über die Diskussion, welche sich betreffs dieser von Dr. R. Beck als „ neu " angesprochenen Besteigungen in der Gruppe des Surettahorns zwischen ihm und den Herren Dr. Fritz Gysi und B. Hössly entsponnen hat, verweise ich auf Alp. 1913, pag. 250, 263, 280. Ich kann mich, mangels Kompetenz, hier über die Prioritätsfragen nicht aussprechen. Es wird Sache der Autoren des „ Bündnerführers " sein, hier zu Gericht zu sitzen.

nordöstlicher Richtung gegen den tiefsten Einschnitt zwischen Punkt 2660 und dessen östlichem, nicht kotiertem Nachbarn. Einstieg in das steile, teilweise mit Schnee gefüllte Couloir zwischen diesen beiden Gipfeln. Ohne besondere Schwierigkeiten wird der Grat an seinem tiefsten Punkte erreicht. ( Dieser Punkt ist auch von Norden erreichbar. ) Der großblockige steile Grat wird so lange verfolgt, bis er ungangbar wird. Dann Ausweichen in die Südwand bis zu dem charakteristischen scharfen Gendarmen, dann über eine Wandstufe mit weitliegenden Griffen und ohne große Schwierigkeiten zum Gipfel. Daselbst kein Zeichen einer früheren Besteigung, daher Bau eines Steinmännchens. Abstieg erst bis zum Gendarmen der Aufstiegsroute; von da kürzer, durch eine Steilrinne, direkt ins Couloir hinab ( dieses könnte auch zum Aufstieg benutzt werden ). Zeiten für Hin- und Rückweg je zirka 3 Std.

Persönliche Mitteilung von Herrn Ad. Asper ( Sektion Uto ) und Alp. 1913, pag. 250.

Piz Serengia 2988 m. Aufstieg über den Nordgrat, Abstieg über den Südgrat. 3. August. Herren P. Schucan und W. Bärlocher. Nordgrat: Von der Hütte 1880 m in Val Cornera taleinwärts bis zu P. 2154 m; hier östlich abliegend, links des Wasserlaufes ( nördlich ) in die Fuorcla Serengia, zwischen Piz Fuorcla und Piz Serengia, hinauf. Die untersten Nordgratzacken über Firn östlich umgangen, dann über die Gratschneide selbst. Diese ist anfangs leicht, dann schwingt sich der Grat turmartig zum nördlichen Vorgipfel auf. Gerade hinan, solange man weiter kommt, dann kurze Traverse um eine Ecke herum auf die Westseite und in einem Riß direkt auf den Vorgipfel hinauf. Leicht in die darauffolgende Scharte und über ein scharfes Firngrätchen zum Gipfel. Cornerahütte 1880 m bis Gipfel 4Stunden1 ).

Südgrat: Zerfällt in zwei Abschnitte, getrennt durch eine tiefe Lücke. Das erste Gratstück vom Gipfel bis zu genannter Lücke ist einfach, der Gratkante nach zu begehen. Von der Lücke auf den südlichen Vorgipfel kurze, scharfe Kletterei über glatte Plattenschüsse. Der weitere Abstieg wird um so exponierter und abwechslungsreicher, je weiter hinunter man kommt. Im allgemeinen der Kante nach; einmal wird eine überhängende Partie exponiert östlich umgangen; der unterste Abbruch erfordert Ausweichen in die Westflanke, mittelst horizontaler Bandtraverse in die Fuorcla Git zurück. Gipfel—Fuorcla Git l1/« Std.

Piz Git 2970 m. I. Begehung des Südgrates ( im Abstieg ). 3. August. Herren P. Schucan und W. Bärlocher. Aufstieg von der Fuorcla Git über den Nordgrat.

Der Südgrat ist vom Gipfel weg scharf und zerrissen und teilt mit dem Serengiasüdgrat die Eigenschaft, je weiter hinab desto schwieriger und unübersichtlicher zu werden. Der Gratscheide nach, unter mannigfaltigen Abweichungen nach rechts und links, bis ca. 50 m über der tiefsten Lücke zwischen P. Git und P. Ufiern. Ein überhängender, lockerer Block überragt diesen jähen Abbruch, über den freikletternd nicht hinunterzukommen war. Den weitern Abstieg vermittelt die Südwestflanke, welche sie in allgemein westnordwestlicher Richtung abwärts querten. Kurze, unsichere Traverse schief abwärts auf eine vorspringende, auffallende Schulter; von derselben gut 20 m hohe, vollständig glatte Abseilplatte in eine Verschneidung hinab. Nach der Verschneidung führen exponierte Fels- und Rasenbänder schief rechts die Wand hinab, zu unterst ermöglicht eine enge Felsrinne den Ausstieg auf den Gletscher. ( Letzterer wurde dort betreten, wo im Siegfr. die Kurve 2670 an die Felsen schlägt. ) Westlich in die Val Cornera hinunter, ungefähr dem Bache nach. Piz Git— Val Cornera: 4 Stunden. ( Hiervon 1 Std. für Anstieg suchen. ) Tuors Paradis ( Paradistürme ), 2860 m. I. Besteigung des höchsten Turmes ( P. 2860 ) und des nördlichsten lurmes ( ca. 2760 m. 4. August. Die nämlichen. Von der Cornera-Alphütte 1880 via Fuorcla Paradis 2608 und den Südgrat auf den Piz Paradis 2888, dann nordwestlich, über den Tomagletscher absteigend, zum Fuße der Paradistürme. Unmittelbar südlich des höchsten Gipfels derselben, P. 2860, durchreißt eine enge Rinne die Ostflanke des Massivs ( Karte ungenauin ihrem untern Teil stufenschlagend empor, dann in der anschließenden plattigen Verschneidung über deren südlich begrenzende Plattenschüsse auf die Grathöhe und über die gutartigen Felsen des Südgrates zum Gipfel ( 5 Std. ).

Abstieg zum Gletscher auf gleichem Wege. Dem Fuß der Türme nach nordwärts, in die Lücke zwischen dem dritten und vierten ( nördlichsten ) Turme. Die Kletterei zu diesem Gipfel ist kurz, aber sehr exponiert. Der ganze Gipfelkopf hängt nach Südwesten über, östlich lehnt sich eine mächtige, vertikale Felsplatte an; im Spalt zwischen Platte und Gipfelkopf hinauf stemmen, dann Quergang rechts, um die Kante herum auf die nördliche Abdachung und über glatte, steile Platten zum scharfen, südlicheren der beiden Gipfelzacken; der nördliche Gipfelzacken wird von der obersten Scharte aus durch einen Riß schwer erklettert. Abstieg via Alp Toma in die Val Nalps. A.A.C.Z., XVII. Jahresbericht, pag. 36—38.

Berninagruppe.

Piz Bacone, 3249 m Siegfr., über den Südwestgrat. 9. Juli 1912. Graf Aldo Bonacossa und Miss Rosamund Botsford folgten von der Albignahütte der Casnilpaß-route bis zu einem sehr ausgesprochenen Sporn des Südwestgrates des Piz Bacone, etwa 300 m östlich von der Lücke zwischen dem Pizzo del Päl und P. 2850. Über den rechten ( östlichen ) Hang des Sporns, welcher in etwa halber Höhe ein Schneefeld trägt, zu einem Loch im Sporn, durch welches man kriechen mudann oben, mit Hülfe von Bändern, etwas unterhalb und auf der einen oder anderen Seite des Sporns, weiter in östlicher Richtung. Wenn die Bänder zu schwierig werden, über die interessanten Felsen des Kammes selbst, oder in schmalen Ritzen des Südabhangs, wobei ein Felszahn durch einen Kamin seiner Südseite erstiegen, ein anderer über Schnee und lose Blöcke seines Nordabhangs umgangen wurde. ( A. B. hatte 1910 diese Stelle auf einer viel schlimmeren Route erreicht. ) Der Grat schwingt sich nun in jähen Stufen auf; er wurde zuerst auf der Nord-, dann auf der Südseite durch glatte Ritzen, schließlich über den Kamm selbst, begangen. Wilde Zähne hinderten bald weiteres Fortkommen; deshalb wurde wieder auf der Südseite über schmale Bänder eine sehr lange Traverse ausgeführt bis zu einer beckenartigen, mit Felstrümmern gefüllten Höhlung, etwa 50 m unterhalb des Kammes. Dann schräg über weitere Bänder zu einer glatten Rinne, die über einen kurzen Wall erreicht wurde. Leicht auf den Kamm und längs diesem zu einer schneeigen Lücke. Schwierig von hier in eine tiefe Scharte hinab. Nun auf dem Südabhang, etwa zwei Seillängen weit, auf und ab zu einem engen, etwa 30 m hohen Kamin, welcher direkt zum Gratkamm erstiegen wurde — das schwierigste Stück der Besteigung. Dann längs des Kammes über nicht mehr so solide Felsen bis oberhalb der tiefen Lücke, wo ein breites Schneecouloir sich abspaltet von der einen über die Südostflanke hinaufführenden Route des Gipfels ( Route 2 des Climbers'Guide ). Über schlechte Felsen, an einer Stelle überhangend, zu einer anderen Lücke, die in jeder anderen Richtung durch schreckliche Abgründe abgeschnitten ist. Dann wieder auf den Südhang bis da, wo Aldo Bonacossas Route von 1908 ( siehe A.J. XXV, pag. 176 ) über die Nordwestflanke eintrifft, und auf dieser zum Gipfel. 15 Std., aber 8 —10 Std. sollten für spätere Partien genügen. A.J., Nr. 199, pag. 89 — 90.

Pizzo Malefico ( 3437 m ), über die Südwand. 4. September 1912. S1 Bino Bossi, Aldo Bonacossa und Miss B. Botsford. Von Chiareggio zur Alpe Fora ( 1 Std. ), von hier an den Fuß der Wand ( 3 Std. ). Diese griffen sie etwas nach Osten an und stiegen von da so ziemlich in der Mitte über Schnee und Felsrippen empor. Zwei Stellen: ein Couloir mit ganz unsicheren Felsen und drei aufeinanderfolgende Spalten, boten ernsthafte Schwierigkeiten. Vom Fuß zum Gipfel 572 Std. R.M. 1913, pag. 20.

Vetta di Bon ( 3133 m ), Anstieg über die Ostwand, Abstieg über den Nordgrat. 19. September 1912. Sj Bino Bossi und Aldo Bonacossa stiegen von Campello, in der Val Fontana, die Valle Vi cima hinauf und erreichten in 4'/4 Std. den Fuß der Wand. Durch ein unten gesundes, oben sehr schlechtes Felscouloir, das 50 m unter dem Gipfel durch einen Block gesperrt war, erreichten sie in 1 Std. 45 Min. den Gipfel und stiegen in l8/^ Std., unter winterlichen Verhältnissen, über den Nordgrat ab. R.M. 1913, pag. 20.

Westgrat und Campanili der Vetta di Bon ( 3133 m ). 4. August 1912. S'Bino Bossi, prof. Galli-Valerio und avv. Traverso. Von Boirolo über die Bocchetta di Rogneda zur Bocchetta Brutana ( 5 Std. ). Man greift den Grat an, indem man über die guten Felsen des Kammes den ersten Turm ersteigt. Hierauf geht man auf die Nordseite über, indem man schneegefüllte und gefährliche Couloirs quert; der Fels wird sehr schlecht. Indem man den Kamm wieder gewinnt, berührt man die Spitze des zweiten Turms, von welchem man an den Fuß des die größten Schwierigkeiten bietenden dritten Turms absteigt. Um l'/g Uhr nachmittags standen sie auf der Vetta di Ron ( 4 Std. ) vom Colle Brutana. Abstieg auf dem gewöhnlichen Wege. R.M. 1913, pag. 20.

Monte Sasso Moro ( 3108 m ), Aufstieg über die Westicand, Abstieg über die Südwand. 5. September 1912. S'Antonio Balabio, Bino Bossi und Francesco Barbieri erreichten, wegen unsicheren Wetters erst um 8 Uhr 45 Min. morgens von der Capanna Mannelli aufbrechend, die Bocchetta delle Forbici ( 2662 m ), und von dieser enorme Schutthalden traversierend, den Fuß eines Couloirs, welches nach Westen von den drei höchsten Punkten des Monte Sasso Moro herunterkommt, um 11 Uhr 45 Min. vormittags. Dieses Couloir ohne große Schwierigkeiten hinaufsteigend, hielten sie sich im oberen Teile bei seiner Gabelung an den Ast zu ihrer Rechten. So erreichten sie den kleinen Einschnitt zwischen den zwei höchsten Gipfelzacken, welche sie nacheinander bestiegen ( 1 Uhr bis 1 Uhr 15 Min. nachmittags ). Um 1 Uhr 40 Min. traten sie den Abstieg über die mehr als 1000 m hohe Südwand an, der sie Si/2 Std. lang in unterhaltender Kletterei beschäftigte. Zuerst begingen sie das kurze Gratstück, das sie an den oberen Rand der Südwand brachte, bogen hier nach rechts ab in ein Schuttcouloir und gingen an dessen unterem Ende in die pralle Wand hinaus. Diese stiegen sie, immer links haltend, hinab, bis sie eine Rippe erreichten, die rasch nach rechts bog, und die sie eine Strecke weit verfolgten. Dann kamen sie, immer links haltend, über Rasenbänder und einen Felsabsatz an den Fuß der Wand, an einen Punkt, der charakterisiert wird durch eine Wasserrinne, die herabkommt, und einen Trümmerkegel, welcher ihr über den höchsten Tannen gleichsam entgegenkommt ( 5 Uhr 15 Min. abends ). Um 6 Uhr 15 Min. waren sie auf Alp Zoppa und um 9 Uhr 30 Min. nachts zogen sie in Chiesa ein. R.M. 1913, pag. 21.

La Vergine ( 2600 m im Sciorakamm ). 7. September. Si Luigi Binaghi, av.v. Gino Brogi und Antonio Albertini stiegen von der Albignahütte etwas ab, überschritten den Albignabach, stiegen über Wiesen und Schutt zum Passo della Neve hinauf, bogen hier nach links ab, streiften über Schutthänge den Fuß der Ostwand des Pizzo della Neve und den der Vergine und erreichten so einen ausgeprägten Schneekegel ( 2 Std. von der Hütte ). Hier begannen sie den Aufstieg über ein stufen-förmiges Band, welches nach rechts in einen knappen Kamin führte. Diesen schoben sie sich hinauf zu einem kleinen ebenen Plätzchen, wo der Kamin sich in eine senkrechte und sehr exponierte Spalte verwandelte. Diese mußte nur mit der Kraft der Arme erstiegen werden, da hier keine Stützpunkte für die Füße vorhanden waren. Hierauf folgte ein Rasenband, das nach rechts unter einen knappen Kamin führte. Dieser wurde erstiegen, um dann nach links über ein überhangendes und wenig Griffe bietendes Band weiterzugehen. Nachdem dieses passiert und leichte Felsstufen überwunden waren, erreichten sie den Gipfel, der von enormen Blöcken gebildet wird. Der westliche davon ist der höchste und wird über die Nordkante erstiegen ( 1 Std. 15 Min. vom Beginn des Aufstieges ).

Pizzo del Ferro Centrale ( Cima della Bondasca, 3293 m Siegfr., 3300 m It.K.., 3290 m Lurani ), über den von Norden her erreichten Ostgrat. 11. Juni. Captain E. L. Strutt mit Joseph Pollinger verließen die Albignahütte um 3 Uhr 25 Min. morgens, gingen den Albignagletscher gerade hinauf bis in seinen südwestlichen Winkel und erreichten den Bergschrund um 5 Uhr 40 Min. ( 25 Min. Halt ). Sie überschritten den Bergschrund ( leicht ) um 6 Uhr 5 Min. Direkt vor ihnen erhob sich das erstaunlich steile ( 55°—65° ) Schneecouloir, welches hinaufführt zu der ausgeprägten Lücke im Grenzkamm zwischen Ferro Centrale-Ostgipfel und Torrione del Ferro [Balabio = Ferro orientale Strutt]. Dieses Couloir hinauf, immer leicht von links nach rechts, Nordost-Südwest, haltend. Man ist im Couloir fallenden Steinen ausgesetzt, die vom Torrione del Ferro her hoch über den Köpfen der Partie wegflogen, und ( sehr ernsthaft ) den Eisstürzen, vom Ferro Centrale-Ostgipfel her. Das Couloir ist ungefähr 300 m hoch, die letzten 50 m sind außerordentlich steil; der Schnee war sehr gut. Die Lücke wurde um 7 Uhr 20 Min. morgens erreicht und mit zwei aufeinandergelegten Steinen markiert; ein Abstieg auf der Südseite scheint unmöglich. Der Ostgrat des Ferro Centrale-Ostgipfels erhebt sich von hier wie eine Klippe. Eine kleine schräglaufende Ritze in festen Felsen säumt die Kante der Klippe von links nach rechts, Südosten nach Nordwesten. Diese außerordentlich schwierige Ritze etwa 25 m hinauf bis zu einem kleinen Band, welches von dem Führer nur so erreicht werden konnte, daß er wiederholt die Eisaxt in den Spalt einrammte und dann daran hinaufkletterte. Als das Band, etwas auf dem Nordhang des Grates, einmal gewonnen war, leiteten absolut ungebrochene und glatte Platten weiter aufwärts; erst eine Traverse von 1-2 m nach rechts, Nordwesten, zu einem schmalen Schnee- und Eisflecken, der unsicher auf den Platten haftete; dann diesen Schnee gerade aufwärts, etwa 50 m weit — ohne Schnee ist das Begehen dieser Platten wahrscheinlich unmöglich — zu verwitterten Felsen oben her. Hierauf leichte Traverse nach links, Süden, zum Kamm des Grates. Über den schmalen und interessanten Kamm ganz leicht zur Höhe des Ostgipfels ( ca. 3270 Balabio ), der um 8 Uhr 55 Min. vormittags erreicht wurde; dann über eine leichte Schneelücke hinüber auf den Westgipfel ( 9 Uhr vormittags ). Abstieg auf der gewöhnlichen Route über den Bondascagletscher nach Promontogno. Der Fuß des Couloirs sollte bei Tagesanbruch erreicht sein. A.J., Nr. 202, pag. 446, und R.M. 1913, pag. 326.

Monte di Zocca ( 3179 m Siegfr., 3174 m Lurani ), über die ganze Länge des von Norden erreichten Südwestgrates. 16. Juni. Die nämlichen erreichten um 4 Uhr 25 Min.

morgens, von der Albignahütte aufbrechend, die Höhe des Gletschers um 6 ühr 30 Min., griffen um 6 Uhr 40 Min. das leichte Couloir der Nordseite der Bocchetta di Zocco ( Balabio ) an und erreichten dessen oberen Ausgang um 7 Uhr 10 Min. Von hier über den leichten Ostgrat auf Punkt 3081 K. Pizzo di Zocca Strutt ), der um 7 Uhr 30 Min. erreicht wurde, womit die erste Begehung des ganzen Grates erledigt war. Rückkehr zur Bocchetta di Zocca, und von hier Ersteigung des Monte di Zocca über den leichten, aber aus schlechten Felsen bestehenden Südwestgrat. Die Spitze wurde um 8 Uhr 25 Min. erreicht. R.M. 1913, pag. 326.

Cima di Buggiolo, 2969 m, 2974 m. Traversierung. 3. August. Herren B. Staub und 8. Erismann. Vom Passo di Sacco umgeht man in der Südwand den kleinen, breiten, unkotierten Gipfel und gelangt so in die erste Einsattelung des scharfen Ruggiologrates. Da beginnt über diesen eine unschwere, sehr abwechslungsreiche Kletterei bis zum ersten Hauptgipfel ( 2969 m ). Von hier verfolgt man den breiten Gratrücken, der einen in die tiefste Einsattelung führt. Auf der andern Seite desselben steigt man zuerst über Schutt, dann in leichter Kletterei über einen schönen Felsgrat zur höchsten Erhebung der Cima di Ruggiolo, der Cima Terzana ( 2974 m ). Beim Abstieg verfolgt man den Grat bis zu seinem südlichsten Punkte, dann in einer kleinen steilen Rinne über die Südwand bis unterhalb des untersten senkrechten Gratabsturzes, überschreitet unter ihm den Grat und gelangt über Platten zum Passo del Teo ( Zeit der Traversierung 4 1jz Std. ).

Corno di Campo, 3234 m, über die Südwand. 7. August. Die nämlichen. Der Südwestgrat der Cima di Campo wird durch zwei scharfe Lücken in drei Teile geteilt. In der sehr steilen Südwand zieht sich ein Band vom Gipfel bis unterhalb der zweiten Lücke, vom Gipfel aus gerechnet. In dieses Band gelangt man aus der Val Mera durch eine steile Runse, die gegen den zweiten Einschnitt ( vom Gipfel aus gezählt ) aufsteigt, und verfolgt sie etwa 20—25 Minuten. Hier mündet von Westen eine kleine Rinne ein. Diese wird bald breiter und wendet sich gegen Osten, um in kurzer Zeit direkt auf das Band zu stoßen. Dieses Band wird bis zum Gipfel verfolgt; es bietet weiter keine Schwierigkeiten. Die kleine Umgehung durch die kleine Rinne wird ausgeführt, weil das Band in steilen Platten gegen die große Runse abfällt. Zeiten: Val Mera-Gipfel 3 Stunden. A.A.C.Z., XVII. Jahresbericht, pag. 38—39.

Ofenpassgruppe.

Cima Viola ( 3384 m ), über die Südostwand. 12. Juli 1912. Herren F. Aemmer und W. A. Keller. Von der Dosdehütte des C.A.I. auf gewöhnlicher Route nördlich vom Westgrat, der selbst noch unbegangen ist, zum schönen südlichen Firngipfel, der in furchtbarer, 700 m hoher Wand nach Südosten abstürzt. Von hier verfolgten sie erst die Firnschneide ( Wächten ) nach Nordosten zum flachen Firnsattel, zwischen den beiden Gipfeln 3384 m und 3340 ( letzterer ein steiler Felsgipfel; die Karte ist hier nach der italienischen kopiert und total falsch; es existiert auch der im Siegfr. eingezeichnete Schuttgrat mitten in der Südwand der Cima Viola absolut nicht; letztere fällt vielmehr, wie schon erwähnt, nach Süden und Südosten in entsetzlich steilen Plattenwänden ab ). Unmittelbar von dem ersten Felsen des Südwestgrates von P. 3340 etwa 20 m direkt über steile Platten absteigend, die vom Gipfelkopf ( 3340 m ) herabziehende Rinne querend und auf schmalen Plattenbändern zirka 40 m nördlich vordringend, gelangten sie auf die flache Rippe, die die Südostwand der Cima Viola teilt. Nun auf der Nordseite dieser Rippe über Platten hinunter in das flache, breite und sehr steile Couloir; unten sich nördlich an die Felsen haltend, da im Couloir enorme Steinschlaggefahr, gelangten sie hinab auf die Vedretta del Lago Spalmo. Gipfel—Gletscher 2 Stunden. Viel Neuschnee.

Piz Nair ( 2939 m ), über den Nordostgrat. 4. August 1912. Herren P. Schucan, Dr. W. Liebi und E. Frei. Der Grat setzt sich aus zwei scharf abgegrenzten Teilen zusammen: Der untere Teil erstreckt sich vom Sattel ( 2572 m ) bis zum eigentlichen Gipfelmassiv und verläuft genau Nord-Süd, endigt in einer horizontalen Schulter. Hier steigt der Grat plötzlich jäh auf, dreht nach Südwest ab und behält diese Richtung bis zum Gipfel ungefähr bei.

Vom Sattel ( 2572 m ) westlich um die ersten zwei kleinen Grathöcker herum in die nächstfolgende Scharte. Folgt horizontale Traverse 10 m in die Ostflanke hinein, durch kurzen Kamin auf die Grathöhe zurück. Die nächsten scharfen Felszähne werden teils direkt überklettert, teils auf Bändern und in darauf folgenden Rinnen auf der Westseite umgangen. Nach der erwähnten horizontalen Schulter folgt ein bastionartiger Vorbau, der entweder gerade hinauf erklettert wird ( oberste Stufe schwierig ) oder westlich über glatte, etwas exponierte Platten umgangen werden kann.

Über dieser Bastion setzt der steile obere Grataufschwung an. Ein anfangs breites, dann rasch schmäler werdendes Geröllband führt ungefähr horizontal am Fuß der Wand nach links in die Südostflanke hinein; es wird verfolgt, bis rechts die Felsen etwas an Steilheit verlieren und gerade hinauf erklettert werden können bis an den Fuß des ersten der drei markanten Türme, welche in ca. halber Höhe des Nordostgrates stehen und denselben von allen Seiten her kennzeichnen. Folgt horizontale Traverse auf breitem Band nach links ( Südwest ), bis nach dem dritten Turm in eine enge Schlucht eingebogen werden kann; diese Schlucht trennt den dritten, obersten Turm vom Gipfelmassiv; an ihrem Ende verengt sie sich zu einem meterbreiten Kamin, der durch weit ausladende eingeklemmte Blöcke in 15 m Höhe überdacht ist. Aufstieg sehr schwierig über die südwestliche Begrenzungswand bis auf die Höhe der überhangenden Blöcke, dann auf sicheren Leistchen horizontal in den Kamin hinüber. Leicht weiter in die Scharte hinter dem Turm. Die folgenden Felsen ( Einstieg nach kurzer Bandtraverse in westlicher Richtung ) werden nahe der Kante mit der Nordwand erklettert und führen in wechselnder Neigung bis über den viereckigen Firnflecken hinauf, der direkt unter dem Vorgipfel in der Südostflanke liegt. Die oberste Gratschulter ist vom Gipfelkopf durch eine scharfe kleine Scharte getrennt, in welche die oberste Zunge des erwähnten viereckigen Firnfleckens hinaufreicht. Einstieg in die unten fast völlig glatte Gipfelwand aus dem Grunde der Scharte mittelst horizontaler Traverse nach links hinaus auf minimen Trittchen, noch 6 m gerade hinauf über sehr steile Felsen auf ein kleines abschüssiges Plätzchen; nach einer weiteren kurzen Traverse nach links hinaus wird der Fels gegliederter. In abwechslungsreicher Kletterei durch Verschneidungen und Kamine direkt zum nördlichen Vorgipfel des Piz Nair. Der Übergang zum 50 m höheren Hauptgipfel ( 2939 m ) bietet keine Schwierigkeiten und ist in 20 Minuten bewerkstelligt. Zeiten: Sattel ( 2572 mGipfel 4 Std., dürfte bei bekannter Route etwas zu kürzen sein.

Piz Mingèr ( 3108 m ), über die Südwand. 10. August 1912. Herren P. Schucan und E. Frei. Der Piz Mingèr ( 3108 m ) ist zweigipflig: der Nordgipfel ist identisch mit dem Hauptgipfel ( 3108 m ); der etwas niederere Südgipfel ist von ihm durch eine tiefe Scharte getrennt und liegt dort, wo Ost- und Südwestgrat zusammentreffen.

Von der Alp Plavna über „ Sur il Foss " herkommend, in allgemein nordöstlicher Richtung auf den weit vorspringenden Gratrücken zu, der 500 m südwestlich vom „ Spi del Suda " zu den Felswänden hinaufstreicht. Bei 2540 m ( Aneroid ) wird dieser Rücken erreicht ( 2x/2 Std. von Alp Plavna ). Direktionspunkt für den weiteren Aufstieg: Lücke unmittelbar südwestlich des erwähnten Minger-Südgipfels. Über Bänder und leichte Felsabsätze schief rechts die Wände hinan, auf eine auffallend vorspringende kleine Schulter zu ( 2750 m, Steinmann ), ungefähr in der Mitte zwischen P. 2540 und „ Spi del Suda "; östlich davon liegt eine Reihe von Kaminen und tiefen Felsschluchten, welche die Überwindung der mittelsten, steilsten Wandpartien ermöglichen. Von erwähnter Schulter ( 2750 m ) in kurzer, horizontaler Traverse in die erste Schlucht hinüber, auf der gegenüberliegenden Begrenzungswand über dunkle harte Felsen hinauf; nach drei Seillängen übersteigen in die nächst parallele Schlucht rechts ( östlich ), welche, allmählich steiler werdend, an die Steilwand anläuft; von ihrem oberen Ende auf guten Bändern wenig ansteigende Traverse nach Osten, in die dritte parallele Schlucht. Diese letztere führt, von wenigen Felsstufen unterbrochen, direkt auf den Grat südwestlich des Südgipfels ( 2J/2 Std. vom Einsteigpunkt 2540 ). Der Südgipfel-Kopf ( der übrigens leicht dem Grate nach zu erklettern ist ) wird längs seiner Basis auf der Nordseite umgangen und so die Lücke zwischen beiden Gipfeln gewonnen ( 1/2 Stunde ). Der Aufstieg von der Lücke zum Hauptgipfel über dessen Sttdkante ( dieses Teilstück wurde im Abstiege bereits einmal begangen ) dürfte bei aperen Felsen nichts Besonderes bieten; in tiefem Neuschnee und völliger Vereisung — wie im August 1912 — erfordert er indessen vollste Aufmerksamkeit»—3/t Std. von der Lücke ).

Die Zeitangaben beziehen sich auf sehr schlechte Verhältnisse.

Piz Plavna dadora ( 2982 m ), über den Nordgrat. 11. August 1912. Herren P. Schucan und E. u. H. Frei. Aus der vorderen Val Plavna ( vom nördlichen Ende des großen Talbodens, ca. beim „ 1 " von „ Val ", 1940 m ) führt eine tiefe Schuttrunse nordöstlich bis auf den Nordgrat des Piz Plavna dadora hinauf. Ein Wasserfall in ca. halber Höhe wird auf der Südseite über gutgriffige Felsen erklettert. Im obersten Drittel der Runse links abbiegend, erreicht man den Nordgrat bei dem vorgeschobenen Gratkopf ( ca. 2700 m ), welcher den untersten jähen Grataufschwung beherrscht. Weiter in südlicher Richtung, die ersten Gratzacken auf dem obersten Felsband der Westflanke umgehend, in die scharfe Lücke, aus der sich südlich der typische, an 50 m hohe Hauptgendarm des Grates erhebt. Glatte, vereiste Plattenschüsse vermitteln den Aufstieg auf denselben. Nach Süden fällt der Gendarm, teilweise überhängend, ab; ein direkter Abstieg ist kletternderweise nicht möglich. Nach 30—40 m Abstieg über die Ostrippe des Turmes führt ein schmales Bändchen in die Südostflanke hinein, auf eine kleine, vorspringende Schulter; hier setzt ein gut 30 m hoher, sehr enger Kamin an, der größtenteils mittelst Stemmen auf ein horizontales Schuttbändchen hinabführt. Dieses Bändchen verfolgen bis direkt östlich unter die Lücke hinter dem Gendarm, und über gute Felsen wieder auf den Grat. Nun immer der Kante nach; die zahlreichen Grathöcker ( Schichtenköpfe, südlich steil abbrechend ) werden alle direkt überklettert. Nur von der letzten Scharte unter dem Gipfel biegt man in die Ostflanke aus; der Grat wird kurz vor dem Gipfel wieder erreicht.

Val Plavna—P. 2700 2 Std., P. 2700 —Gipfel 374 Std., Abstieg: Ostwand.

Piz Plavna dadaint ( 3174 m ), über die Nordostflanke. 12. August 1912. Herren P. Schucan und E. Frei. Unmittelbar unter der Alp Plavna über den Plavnabach, und ( südwestlich ) über die große Schutthalde hinauf, welche auf dieser Seite des Berges am höchsten hinaufreicht. In ihrem obersten, südlichen Winkel auf Firn um eine vorspringende Felsnase herum ansteigen, bis sich rechts eine ausgewaschene steile Felsrinne eröffnet; durch diese in wechselnder Schwierigkeit hinauf bis auf den Nordost-Ausläufer des Plavna-Massivs ( 3 Std. von der Alp Plavna, Steinmann ). Ca. 50 m über diesen Grat hinauf, dann drängen senkrechte Absätze nach rechts ( nordwestlich ) ab; wenig ansteigend über eine Bänderreihe auf die scharfe Rippe, welche das tiefe Hauptcouloir der Nordostflanke östlich begrenzt. Eine kurze Abseilstelle bringt in das Couloir hinunter, unmittelbar an den Fuß einer Steilstufe. In blankem Eis über letztere hinauf, dann sofort auf die gegenüberliegende Seite queren. Ungefähr 50 m oberhalb dieser Stelle ist das Couloir von einer unersteigbaren Stufe unterbrochen; dadurch ist ein Ausweichen nach Nordwesten, gegen die Nordwand hin, bedingt. Über sehr schwierige, vereiste Wändchen und Kamine gewinnt man oberhalb der erwähnten Stufe das Couloir wieder. Den weiteren Aufstieg weist eine Reihe von sich stets nach Nordwesten abgabelnden Couloirs. Man hält sich immer rechts ( westlich ) und kommt so, je höher hinauf, je mehr in die Nordwand hinein. Die Couloirs selbst werden des Steinschlages wegen so wenig als irgendwie möglich benutzt; man hält sich durchwegs an ihren westlichen Rand, streckenweise auch auf den anschließenden Felsrippen. Etwa 70 m unter dem Gipfel ( und genau nordnordöstlich von demselben ) mündet die Route auf die oberste Abdachung der Nordwand aus. Über maximale Vorsicht erheischende, verschneite Platten auf den Gipfelgrat, welcher hart östlich vom höchsten Punkt gewonnen wird ( 10 Std. von der Alp Plavna ).

Die Tour ist nur bei steinschlagsicheren Verhältnissen ausführbar. Zeit je nach Schnee- bezw. Eisverhältnissen stark veränderlich.

Piz d' Ivraina ( 2893 m ), über den Nordwestgrat. 13. Juli 1912. Herren P. Schucan und D. Bezzola. Der Nordwestgrat ( im Siegfr. nicht deutlich hervorgehoben ) streicht vom Gipfel ziemlich direkt auf die Hütte ( 2212 m ) der hinteren Laschadura-Alp zu. Einstieg wenig südlich des untersten, unbegehbaren Gratabbruches. Eine seichte Rinne führt im Bogen nach links auf die erste Gratschulter. Den Grat hinan bis zu dem mächtigen Abbruch in ca. halber Grathöhe, längs dessen Fuß in die Nordflanke, schwach ansteigend auf ein tief eingeschnittenes, in südlicher Richtung verlaufendes Couloir zu; Einstieg in dasselbe über eine glattgewaschene, 6 m hohe schwere Stufe, dann, Stufen schlagend in hartem Firn, stellenweise die Felsen zur Rechten benützend, in den obersten Winkel des gut 100 m hohen, sehr steilen Couloirs. Aufstieg über die östlich begrenzenden Felsen in schöner Kletterei auf den Grat. Die Grathöhe wird in der Lücke hinter der sehr markanten kleinen Gratschulter ( ca. 2620 m ) wieder erreicht. Weiter dem Grat nach ohne Schwierigkeiten bis zum Gipfel. 3 Stunden vom Einstieg. A.A.C.Z., XVII. Jahresbericht, pag. 30—34.

Piz délias Plattas, 3033 m, über den Ostgrat ( Cuogn lung ). 23. Juni. Herren P. Schucan und Dr. W. Liebi. Aus der Val Plavna westlich durch das Schuttkar hinauf, welches zwischen dem Triglet- und dem Cuogn lung-Grat eingebettet ist. Bei 2460 m Höhe öffnet sich links ein enges, tiefes Couloir, welches die Nordflanke des Cuogn lung-Grates in südwestlicher Richtung bis auf die Grathöhe hinauf durchreißt ( im Siegfr. deutlich erkennbar ). Der Auslauf des Couloirs ist durch mehrere, teils überhängende Stufen gesperrt; Einstieg vermittelst Umgehung des nordwestlich vorgelagerten, unteren Felsvorbaues ( 2630 Aneroid ), von welchem aus eine enge Firnkehle in das Couloir hinabführt; letzteres wird bei 2580 m betreten. Im Couloir hält man sich am sichersten möglichst nahe den östlich begrenzenden Felsen; erst die oberste, steilste Partie wird längs dem westlichen Rande erstiegen, wo sich einige gute Sicherungspunkte bieten ( lange Stufenarbeit ). Der Ostgrat wird in 2890 m Höhe ( Aneroid ) erreicht, in einer scharfen Scharte unmittelbar östlich des markanten, 50 m hohen Gratabbruches. Letzterer ist nicht direkt erkletterbar; 20 m Abstieg in die Südflanke auf ein Bändchen; den hier einfallenden Felsschichten folgend, schief aufwärts die Südflanke des Grates hinan. Sobald die Felsen gangbar werden, gerade rechts hinauf auf den Grat, der hart hinter der äußersten Ecke des erwähnten Abbruches erreicht wird ( Steinmann 2940 m ). Folgt eine horizontale Firnschulter; dann über eine verwitterte Stufe direkt hinauf, weiter immer der Gratkante nach bis auf das dem Gipfelkopf unmittelbar südlich vorgelagerte Vorgipfelchen ( im Verbindungsgrat der beiden Plattasgipfel ). Aus der folgenden, letzten Scharte wird die Gipfelwand des Plattasostgipfels von Südwesten her schwierig und exponiert direkt zum Steinmann hinauf erklettert. Alp Plavna—Gipfel: 9 Std.

Piz Piatun, 2900 m. I. Begehung des Nordostgrates ( Trigletgrat ) im Aufstieg, I. Begehung des Südostkamins im Abstieg1 ). 24. Juni. Herren P. Schucan und E. Frei. ( Nordostgrat-Trigletgrat ): Aus der Val Plavna durch das Schuttkar zwischen Cuogn lung und Triglet hinauf bis auf 2650 m. Hier scharf rechts ( nördlich ) abbiegend, führt ein Schichtenband auf den Trigletgrat hinauf, der in ca. 2720 m Höhe erreicht wird. Diese Stelle liegt nahe östlich des größten, massiven Felsturmes des Grates. Über den Grat auf den erwähnten Turm, zuletzt leichte Kletterei hart nördlich der Kante. Hierauf 10 m Abstieg in die Südflanke, dann sofort horizontale Traverse auf den Grat zurück; um einen Felszahn nördlich herum gelangt man zu einem vertikalen, sehr engen Felsspalt; darin 6 m abwärts stemmen in eine Felsrinne und über Felsbänder der Nordflanke in die darauffolgende Scharte.Leicht direkt auf den folgenden Felsturm, der vom Gipfelmassiv durch eine tiefeingeschnittene Runse abgetrennt ist. Abstieg in der Südflanke bis zum Absturz oberhalb der Scharte, dann links ( südlich ) hinab über die die Runse begrenzende Felsrippe, bis ein abschüssiges Felsbändchen Hineintraversieren in die Runse selbst ermöglicht. Sehr steil in dieser engen Firnkehle zu dem kleinen Schart'l hinauf, hinter dem letzten Turm. Gutartige Schrofen vermitteln den Anstieg auf die horizontale Gratschulter, mit welcher der Trigletgrat an den obersten Gipfelbau anstößt. Der Grat muß hier verlassen werden, die exponierte Nordflanke vermittelt den weitern Aufstieg. ( Abfallende Felsschichten, Achtung bei Schnee. ) Nach kurzer horizontaler Traverse in die Wand hinein führt eine schmale eiserfüllte Rinne eine Seillänge gerade hinauf auf eine kleine vorspringende Schulter ( gute Sicherung ). Folgt Bandtraverse schief rechts hinan zum Beginne einer Felsverschneidung, welche eine mächtige, vertikal gestellte Felsschicht mit dem Gipfelkopf bildet. Diese Verschneidung ( schwierig, wenn vereist ) führt in die kaum meterbreite Lücke hinauf, durch welche die vertikale Schicht vom Gipfelkopf abgetrennt wird. Nun nach links mittelst horizontaler, abschüssiger Traverse zum Fuß eines tiefeingeschnittenen Kamins, der in Stemmarbeit auf den Grat zurückführt. Noch wenige Seillängen leicht zum Gipfel. Alp Plavna—Gipfel: 5 Std.

Südostkamin: Durch das Kar zwischen Cuogn lung und Triglet hinauf bis in den obersten Winkel desselben. Ein tiefer Kamin fällt hier auf, welcher die ganze Piatunsüdostwand durchreißt bis zu der markanten Scharte im Südwestgrat hinauf, zwischen Gipfel und erstem Gratturm. Der Kamin bricht unten glatt ab; Einstieg von Süden her über horizontale Felsleisten, dem Fuße der Steilwände nach.

In mittelschwerer, sehr abwechslungsreicher Kletterei in dem tiefen Kamin hinauf bis 10 m unter erwähnte Gratscharte; von hier kurze Bandtraverse ( glatte Platte am Anfang ) in den nächst nördlich liegenden, parallelen Kamin. In diesem 20 m hinauf; dann öffnet sich nach engem Aufstieg eine trichterförmige Mulde, die in 10 Minuten leicht zum Gipfel führt. Alp Plavna—Gipfel: 4 Std.

Piz Sampuoir, 3020 m, über den Südgrat. 22. Juni. Herren P. Schucan und Dr. W. Liebi. Aus dem Val Ftur kommend, von Westen her auf die Höhe des untersten steilen Abbruches im Südgrat, der in einer kleinen Scharte erreicht wird. Über den nächsten Absatz in Rissen mittelst tiefer, sicherer Grille gerade hinauf auf eine kleine Schulter ( Steinmann ). Wenig westlich dieser Schulter schief links hinan in der Westflanke des Grates, schließlich über glatte, schwierige Platten in eine Schuttrinne, die wieder auf den Grat zurückführt. Nun schöne Kletterei der Kante nach, leichtere Absätze abwechselnd mit Gratzacken und darauffolgenden scharfen Einkerbungen. Die obersten Partien bis zum Südgipfel sind ganz leicht.

Der Gipfelgrat des Piz Sampnoir besteht aus vier, in der Richtung Süd-Nord nahe beieinander gelegenen Gipfeln; der höchste ist der zweitnördlichste ( 3020 m ), nach Nordosten stark und hoch überhängende. Übergang von S. nach N.: Scharte zwischen südlichstem und nächstem Gipfel schwierig; weiter der Kante nach. Vom zweitnördlichsten GipfelHauptgipfel ) westlich am Fuße des Gipfelturmes herum in ein Schneecouloir, durch dieses auf den Gipfelkamm zurück und in kurzem Anstieg auf den nördlichsten Gipfel. Abstieg direkt zur Alp Plavna.

Wegerhaus Ova d'Spin ( Ofenbergstraße)-Gipfel: 5 Std.

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