Neues aus dem SAC-Verlag

Führerwerke, Schwierigkeitsbewertungen, Absicherungsskala Seit seiner Gründung im Jahr 1863 ist der SAC auch als Herausgeber von Büchern und Karten tätig. Das heutige Verlagsprogramm umfasst rund 100 Titel. Jährlich kommt eine ganze Anzahl von Neuerscheinungen und überarbeiteten Werken hinzu, gleichzeitig werden auch Aufbau und Inhalt den aktuellen Entwicklungen im Bergsport angepasst.

Im Zentrum der Publikationen aus dem SAC-Verlag stehen die Führerwerke ( Club-, Ski-, Wander- und Kletterführer ), die im In- und Ausland wegen ihrer hohen Qualität sehr geschätzt werden. Als wesentlichste Neuerungen im laufenden Jahr wer- Gleichgewicht. Schneewächte und Grand Combin, Mont Dolent, 1953 L Unterschiedlich gut ausgerüstete bzw. abgesicherte Routen gibt es schon seit längerer Zeit. In Zukunft wird in den Kletterführern des SAC-Verlags auch eine Skala für die Bewertung der Absicherung eingeführt, die sog. P-Skala; Arcegno ( TI ), September 1990.

den bei den Skiführern neue Schwierigkeitsangaben und bei den Kletterführern erstmals eine Absicherungs-skala eingeführt.

Neue graphische Gestaltung Das Erscheinungsbild der neuen Bände aus dem SAC-Verlag hat sich verändert: Sie sind weiss und tragen je nach Reihe unterschiedliche Farb-balken. Eine moderne Schrift und ein lockeres Layout machen den Text viel leichter lesbar. Die Illustrationen sind möglichst nahe bei der entsprechenden Beschreibung abgedruckt, was die Handhabung erleichtert. Nach Möglichkeit werden weiterhin handgezeichnete Skizzen verwendet, sonst kommen Fotos zur Anwendung.

SAC-Führerwerke und Lehrschriften

Clubführer Darin werden flächendeckend alle gebirgigen Teile der Schweiz und des grenznahen Auslands beschrieben. Die umfassenden Hütten- und Routenbeschreibungen machen zusammen mit den Erläuterungen zur Geo-

Tab. 1

Schwierigkeitsbewertung Skitouren: SAC-Ski-Skala

Hauptkriterien Grad Steil- Geländeform Engpässe Ausgesetztheit Beispiel heit Aufstieg und Abfahrt in der Abfahrt L unter weich, hügelig, mit glattem keine Engpässe keine Ausrutsch- Sim. Nie- 28° Untergrund qefahr derhorn - um in der Regel offene Hänge Engpässe sind kurz kurze Rutschwege, Turnen WS 30° mit einzelnen kurzen Steil- und flach, Ski können sanft auslaufend + stufen, Gräben, Buckel, Stein- laufen gelassen wer- blöcke mit Ausweichmöglich- den keiten, Spitzkehren sind nötig - um kurze Steilstufen ohne Aus- Engpässe kurz, aber längere Rutschwege Seehorn zs 35° weichmöglichkeit, die Ab- steiler, Abbremsen mit Schwellen als + folge von Hindernissen in und Abschwingen sind Bremsmöglichkeit mässig steilem Gelände erfor- notwendig ( Verletzungsgefahr ) dert gute Reaktion - um Steilhänge ohne Ausweich- Engpässe lang und lange Rutschwege, Cheibe- s 40° möglichkeit, sichere Spitzkeh- steil, Untergrund eben.

teilweise in Blöcke, horn + ren, viele Hindernisse erfor- Kurzschwingen noch Geröll, Wald auslau- dern eine ausgereifte Fahr- möglich fend ( bei Hartschnee technik Lebensqefahrum allgemein sehr steiles Ge-, Engpässe sehr lang Rutschwege in Steil- Balmhorn- SS 45° lande, oft mit Felsstufen und sehr steil, Unter- stufen abbrechend Südwand + durchsetzt, viele Hindernisse grund rauh, das Kurz- ( Lebensgefahr ) in kurzer Folge schwingen ist er- schwert AS um äusserst steile Flanken, keine Folge von sehr langen extrem ausgesetzt 50° Erholungsmöglichkeit in der und steilen Engpässen, Abfahrt oft nur noch Abrut- schen od. Quersprünge EX 55° extreme Steilwände und evtl. abseilen über und -Couloirs, absoluten Spitzen Felsstufen nötig mehr könnern vorbehalten Hilfskriterien - erschwerte Orientierung in Aufstieg und Abfahrt, Routenverlauf nicht einsehbar, Routenfehler sind kaum oder gar nicht mehr korrigierbar.

Tab. 2:

Bewertung der Absicherung von Kletterrouten: P-Skala

Neue Schwierigkeitsbewertung Es hat sich gezeigt, dass die bisherige Bewertung der Schwierigkeiten nicht mehr den heutigen Bedürfnissen entspricht. In Anlehnung an die Skala für die Clubführer wird deshalb in den Skiführern eine neue Schwierigkeitsbewertung eingeführt ( vgl. Tab. 1 ).

Inhaltlicher Aufbau Der Beschreibungskopf jeder Route umfasst die Gesamtbewertung, eine Angabe der steilsten Stelle, die Höhendifferenz, die Zeit für den Aufstieg ( für eine geübte Gruppe ), die Exposition, Verweise auf Abbildungen, die zu verwendenden Karten und eine allgemeine Beurteilung, evtl. auch einen Hinweis auf die Eignung als Snowboardtour.

Ergänzung durch Skiroutenkarten Führer und Karte gehören zusammen. Vor allem unterwegs sind die Landeskarten für eine sichere Orientierung unentbehrlich. Seit Ende 1998 können die SAC-Mitglieder die amtlichen topographischen Karten zu reduzierten Preisen beziehen. Die Routen in den Skiroutenkarten ( von der Landestopographie in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Art der Sicherungspunkte beanker oder neue Bohrhaken 1 Vorbild für alle Autoren sind die Werke von Maurice Brandt über das Wallis, die Freiburger und Waadtländer Alpen und Voralpen.

2 Hochtouren-Schwierigkeitsbewertung L = leicht, WS = wenig schwierig, ZS = ziemlich schwierig, S = schwierig, SS = sehr schwierig, AS = äusserst schwierig, EX = extrem schwierig Bücher / Medien Q.

In den SAC-Clubführern sind flächendeckend alle Routen, von der Bergwanderung bis zur extremen Hochtour, aufgeführt. Die Schwierigkeitsbewertung erfolgt gemäss der bisher üblichen Schwierigkeitsbewertung ( vgl. Anm. 2 ); im Aufstieg zum Zinalrothorn.

Ski-Verband herausgegeben ) tragen in der Regel die gleichen Nummern wie in den SAC-Führern.

Wanderführer Der SAC-Führer Wandern alpin, mit seiner Auswahl von Bergwander-touren aus dem ganzen schweizerischen Berggebiet, hat einem grossen Bedürfnis entsprochen. Beschrieben sind Routen zu Hütten, über Pässe und zu leichten Gipfeln. Verwendet wird hier weiterhin die bisherige Bergwanderskala.3 Um das Angebot zu verbessern, wurde die Schweiz in Regionen aufgeteilt, ähnlich wie bei den Skiführern. 1998 erschienen die Bände Graubünden und Suisse romande.

Kletterführer Schwierigkeitsbewertung Dem aktuellen Trend folgend werden die Schwierigkeiten in den neuen Kletterführern in der französischen Skala angegeben. Wenn Änderungen gegenüber den Angaben der Erstbegeher vorgenommen werden, wird dies im Beschreibungskopf er- wähnt. Um nicht allzu grosse Abweichungen zwischen den verschiedenen Klettergebieten zu erhalten, erfolgt die Koordination über Stan-dard-Routen. In den Beschreibungen werden in der Regel nur jene Informationen weitergegeben, die man nicht aus dem Topo herauslesen kann.

Absicherungsskala Der Stand der Absicherung wird heute zu einem immer wichtigeren Kriterium für die Benützung ( und Beliebtheit ) einer Route. Entsprechend wurde neu eine Absicherungsskala eingeführt, die sog. P-Skala ( P = Protection und Piton, vgl. Tab. 2 ).

Lehrschriften und Verzeichnisse Um die Sicherheit bei den alpinistischen Tätigkeiten und die Kenntnis der Alpenwelt zu fördern, gibt der SAC-Verlag ( allein oder in Zusammenarbeit mit andern Organisationen ) auch verschiedene Lehrschriften und Verzeichnisse heraus.

Martin Gurtner, Präsident der Verlagskommission SAC 3 Bergwander-Schwierigkeitsbewertung ( bzw. Anforderungen ) B = Bergwanderer, EB = erfahrener Bergwanderer, BG = Berggänger ( Bei dieser Kategorie muss man fähig sein, unter Umständen steile Schneefelder zu überqueren oder einzelne Felspassagen zu bewältigen. ) In den Skiführern aus dem SAC-Verlag werden die Skitouren nach der neuen SAC-Ski-Skala bewertet, die - entsprechend der Hochtouren-Schwierig-keitsbewertung - 7 Stufen ( von leicht bis extrem schwierig ) umfasst; am Verstanclator ( Suvretta ).

Neuerscheinungen und Überarbeitungen 1999 Clubführer Brandt, Maurice: Walliser Alpen 1 und Walliser Alpen 2 ( beide deutsch ) Mosimann, Ueli: Auswahlführer Berner Alpen Ful lin, Toni: Urner Alpen 3 Brenna, Giuseppe: Alpi Mesolcìnesi ( Ticino 4 ) Hunziker, Manfred: Säntis-Churfir- sten Skiführer Schnegg, Ralph; Anker, Daniel: Alpine Skitouren Berner Alpen Ost Eggenberger, Vital: Alpine Skitouren Graubünden Wanderführer Banzhaf, Bernhard R.: Wallis Bachmann, Thomas: Wunderliches Wanderbuch Göschenertal

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