Neues Busangebot für beliebte Tourengebiete Schneetourenbus geht in den Pilotbetrieb

Mit dem Schneetourenbus geht ein neuartiges Verkehrsangebot in Betrieb. Das Spezielle daran: Die Busse fahren nur bei Bedarf. Sie erschliessen Tourengebiete, die man bisher nicht mit dem öffentlichen Verkehr erreichen konnte.

«Klicken, mitfahren … Umwelt schonen!», das ist das Motto des Schneetourenbusses, eines neuartigen Verkehrsangebots für Skitourengänger und Schneeschuhläufer. Unter www.schneetourenbus.ch kann man sich für eine Fahrt anmelden. Die Busse verkehren aber nur, wenn genügend Nachfrage vorhanden ist – also bei guten Schnee- und Wetterbedingungen. Damit gibt es für beliebte Tourengebiete neu eine Alternative zur Anreise mit dem eigenen Auto. Der Schneetourenbus geht mit dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember für die Wintersaison 2018/19 in Betrieb. Er fährt vorerst als Pilotprojekt auf sechs Strecken in den Kantonen Graubünden, Uri, Bern und Wallis.

Strecke Kanton mögliche Tourenziele Hütten (teilweise unbewartet)
Trub–Mettlenalp (Napf) BE Schneeschuhwanderungen am Napf
Bivio–Alp Güglia (Julierpass) GR Piz Surgonda, Piz Lagrev, Fuorcla d’Agnel Chamanna Jenatsch CAS
Pany–Geisswis (Prättigau) GR Schneeschuh-Arena Pany / St. Antönien
Disentis / Fuorns–Alpe Casaccia (Lukmanier) GR Piz Rondadura, Pizzo del Uomo. Schneeschuhwandern am Lukmanierpass Cap. Cadlimo CAS, Cap. Cadagno SAT
Andermatt /Göschenen–Färnigen (Meiental / Susten) UR Grassen, Stucklistoc, Gross Spannort Sewenhütte SAC, Sustlihütte SAC
Ernen–Binn–Fäld VS Gandhorn Grosses Schinhorn, Ofenhorn

Moderate Preise

Da der Betrieb des Schneetourenbus nicht subventioniert wird, müssen die einzelnen Fahrten für die Unternehmen rentieren. Deshalb fahren die Busse nur bei Bedarf. Ganz nebenbei werden so auch ökologisch bedenkliche Leerfahrten vermieden. Beim Pilotprojekt macht unter anderem das Transportunternehmen von Marco Jäger mit. Es bietet die Strecke Bivio–Alp Güglia an. «Der Schneetourenbus ist ein gutes Ergänzungsangebot für das Skitourengebiet in der Ferienregion Savognin Bivio Albula. Die Leute sollen auch am Julier auf Skitouren gehen können», sagt er. Dank der Konzentration auf Fahrten mit einer guten Nachfrage sind die Preise moderat. So kostet beispielsweise die 20-minütige Fahrt von Bivio auf den Julierpass 15 Franken pro Person.
Federführender Träger des Projekts ist der SAC zusammen mit der Hochschule Luzern, Mountain Wilderness und PostAuto. Der Bund sowie die Kantone Graubünden, Bern und Wallis unterstützen das Projekt finanziell. Läuft der Betrieb in diesem Winter erfolgreich, wird er auf weitere Strecken ausgebaut.

Autor

Benno Steiner

Und wie funktioniert der Schneetourenbus genau?

Auf www.schneetourenbus.ch sind ab dem 9. Dezember 2018 die Fahrpläne veröffentlicht. Ab diesem Zeitpunkt können Fahrten reserviert werden. Die Reservation funktioniert mit einem Ampelsystem. Am Anfang sind alle Fahrten auf Orange gestellt. Bis spätestens zwei Tage vor der geplanten Tour entscheidet das regionale Transportunternehmen, ob die Fahrt durchgeführt wird. Sind genügend Reservationen eingegangen oder stimmen Wetter und Schneeverhältnisse, schaltet es die Ampel auf Grün. Kommt die Fahrt nicht zustande, schaltet es die Ampel auf Rot.