Nünihorn

Hinweis: Dieser Artikel ist nur in einer Sprache verfügbar. In der Vergangenheit wurden die Jahresbücher nicht übersetzt.

Herr Paul Reuschel, cand. rer. techn. ( Sektion Monte Rosa ), schrieb mir unter dem 25. September folgendes:

„ In dem von Ihnen 1907 herausgegebenen Teil der Climbers'guides: The Bernese Oberland, vol. III, Dent de Morcles to the Gemmi ( siehe auch Hochgebirgsführer durch die Berner Alpen, Band I, pag. 101 ), findet sich auf Seite 127 die Bemerkung: 3. Xünihorn 3715 m, 8908 ft. No information.

Dieser Gratausläufer des Lohnermassivs ist von mir am 26. Juli 1901 unter Führung von Fritz Hari aus Adelboden zum ersten Male erstiegen worden. Ich habe dieser Bergfahrt damals keine Bedeutung beigelegt, gestatte mir aber jetzt, einen kurzen Bericht zu liefern.

Am Morgen des 26. Juli brach ich allein von Adelboden auf und stieg durchs Lohnertal hinauf zur Bonderalp, wo ich nach Verabredung meinen Führer Fritz Ilari traf. Um 7 Uhr 15 Min. verließen wir die Alp. Zunächst stiegen wir etwas bergan, wandten uns dann aber südlich und querten die steilen Hänge des Lohnermassivs über mehrere Schluchten hinweg, bis der Aufstieg nach links tunlich erschien. Über gerölldurchsetzte Rasenhänge ansteigend, gewannen wir schnell an Höhe und erreichten das große Schneefeld mit der charakteristischen Form ( auf den beigelegten Photographien ist dasselbe ausgeapert und erscheint als Geröllfeld ). Hier erkletterten wir ( schwierig ) die anschließende Wand- stufe und stiegen nunmehr längs den Wänden des Nünihorns empor, wobei wir allmählich den Gipfel umgingen. In mittelschwerer Kletterei und nach Überwindung eines weiteren Schneefeldes erreichten wir den Verbindungsgrat, der vom Lohnermassiv zum Nünihorn zieht, und verfolgten denselben bis zum Gipfel ( zirka 11 Uhr 15 Min. ).

Den Abstieg nahmen wir ungefähr auf demselben Wege. Hari versicherte mir, es sei die erste Besteigung. Ich habe dies auch in sein Führerbuch geschrieben.Redaktion.

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