Nutzlose Vorschriften

Zum Artikel «Einschränkungen sind unverhältnismässig und unnötig», «Die Alpen» 11/2015

Lange Jahre haben wir zusammen mit Naturschützern und Alpinisten gegen den Greinastausee gekämpft. 1996 endlich wurde die Greina – auch mithilfe von Jägern und Hirten – ins Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung aufgenommen. 2004 verbot man uns Einheimischen dafür dort die Jagd. Ab 2016 soll die Greina mit dem Nationalpark Adula zum dritten Mal geschützt werden. Diesmal vor Wanderern und Bergsteigern. Die müssen nun, mit dem Reglement in der Hand, auf vorgegebenen Wegen und Routen bleiben. Baden in Bächen und Seen ist untersagt. Dein Hund darf nicht einmal an der Leine mitkommen. Jahrhunderte alte Weidrechte werden geändert und geschmälert. Schafe haben dort zu weiden, wo die Bürokraten sich das vorstellen. Das bedeutet unweigerlich das Ende der Alp­wirtschaft.

Im Namen der 17 Gemeinden, die in ­diese Vision Adula verwickelt wurden, bedauert der Verein Parc Adula die ­Kritik des SAC. Er nennt sie eine Ein­mischung und «fordert das Recht der ­lokalen Bevölkerung auf freie Selbst­bestimmung ein». Das Parkreglement, das sich «Charta» nennt, ist, wie der besagte Verein schreibt, das Ergebnis von 15 Jahren Arbeit. Was er verschweigt, ist, dass ihm dafür – und für seine Park­pro­pa­ganda, mit der die Einheimischen seit Jahren bearbeitet werden – 5,5 Millionen Franken Steuergelder zur Verfügung gestanden sind. Ein grosser Teil dieser lokalen Bevölkerung ist dem Zentralvorstand des Schweizer Alpen-­Clubs sehr dankbar für seine mutige Stellungnahme in Sachen Einschränkungen und Verbote und steht voll hinter ihm.

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