Österreichische Alpenzeitung

Wenn der Österreichische Alpenclub mit seinen verhältnismäßig wenigen Mitgliedern große alpine Aufgaben, wie Hüttenbau und -unterhalt, Verbesserung von Wegen u.a., durchzuführen und eine angesehene alpine Zeitschrift auf der Höhe ähnlicher Publikationen zu erhalten vermag, so verdankt er das einer zielbewußten Organisation und einem strammen Arbeiten seiner Mitglieder in den Vereinsversammlungen und im Gebirge. Die Tourenliste z.B. findet an Qualität nur bei den Akademikern von München und Zürich Analoges, aber die Wiener übertreffen diese durch die literarische Ausfeilung und künstlerische Ausschmückung ihrer Fahrten. Als größere sind auch in der Druckform ausgezeichnet: Eine Überschreitung des Grand Combin von Dr. K. Blodig; Beiträge zur touristischen Erschließung des Nordzuges der Palagruppe von Alfred v. Radio-Radiis; die Gruppe des Pomagognon von Dr. Victor Wolf v. Glanvell; Herbsttage in Graubünden von Henry Hoek; der Nordwestgrat des Hocharn von Hans Gruber; eine Winterbesteigung der Aiguille Verte von G. Hasler; erste Überschreitung des Lauteraar-Schreckhorngrates von Helene Kuntze; der Hochferner aus dem Oberbergtale von Karl Berger; die Südwand der Marmolata von Dr. Georg Leuchs; erste Begehung des Westgrates der Kellerwand von Ferdinand Langsteiner; die erste Besteigung des Ushba-Südgipfels von Oskar Schuster; Bericht der Kaukasusexpedition der HH. Ludwig Diestel, Dr. Georg Leuchs und Hans Pfann. Man sieht, lauter bedeutende, zum Teil erstklassige Leistungen. Von den kleineren Mitteilungen erwähne ich aus den Schweizerbergen: Schneeschuhfahrten in den Bergen des nördlichen Samnaun von Viktor Sohm in Bregenz; eine Überschreitung des Piz Bernina von Eduard Garns. Zu diesen Touren gehören die schönen Bilder Grand Combin von E. T. Compton, Albula-Alpen von Norden, nach H. Hoek, Hocharn und Sonnblick vom Modereck von E. T. Compton.

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