Preis für Bergfilm

Der Dokumentarfilm Encordés von Regisseur Frédéric Favre hat den mit 10 000 Franken dotierten Berner Filmpreis erhalten.

Während anderthalb Jahren hat Favre drei Teilnehmende der Patrouille des Glaciers begleitet. Im Training kamen sie an ihr körperliches Limit, aber auch an die Grenzen ihrer psychischen Belastbarkeit. Und dieser Aspekt interessiert Favre besonders: das Innere der Menschen.

Selbst ein begeisterter Alpinist, hat Favre erst relativ spät seine sportliche Seite entdeckt. Er sei ein schwächlicher Junge gewesen, schreibt er in einer «Note d’intention» zum Film. Als junger Mann aber fand er die Berge und damit seine Unabhängigkeit. «Ich war einsam und schüchtern, und die Berge haben es mir erlaubt, dieser Einsamkeit zu entfliehen», sagt er. So lässt er die Charaktere im Dokumentarfilm letztlich auch seine eigene Geschichte erzählen. Antoine etwa hat einen Drogenentzug hinter sich und will der Welt nun beweisen, wozu er fähig ist. Florence will im Andenken an ihren Vater starten, doch als Einzelgängerin muss sie Teamgeist lernen. Und Guillaume ist Wettkämpfer mit Leib und Seele, sein grösster Kampf ist es aber, Familie, Arbeit und Leidenschaft in Einklang zu bringen.

Encordés ist ein intimer Einblick in ein Abenteuer, das das Leben der Teilnehmer verändert, und geht der grossen Frage nach, warum man es auf sich nimmt. Kinostart ist am 16. November 2017. www.encordes.com.

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