Reduktionsmethode - ein taugliches Mittel

Wenn in einem Lawinenkurs die Reduktionsmethode vermittelt wird ( auch Anfängern ), sollte es selbstverständlich sein, dass man auf die Ergänzung und Präzisierung dieser Methode eingeht, d.h. auf alle in der Rechnung nicht berücksichtigten Faktoren. Dies gilt natürlich für Theorie und Praxis. ( Siehe 3x3 Lawinen oder Faltblatt 3x3 Jugend und Sport von W. Munter ) Gerade weil die RM eine einfache und schnell vorzunehmende Ab-klärungsmethode sein soll, wurden in der Rechnerei nur die wichtigsten Re- duktionsfaktoren berücksichtigt. Die RM beinhaltet deshalb auch grosse Sicherheitsreserven und tendiert sogar eher auf Verzicht. Die RM zeigt auch klar, dass es keine Sicherheit geben kann, sondern dass ein Restrisiko immer in Kauf genommen werden muss.

Wenn diese Methode für jemanden kontraproduktiv wirken könnte, d.h. wenn ihr mathematische Klarheit und scheinbare Sicherheit vorgeworfen werden, könnte dies eher am Kursteilnehmer oder evtl. am Instruktor liegen. Man kann schliesslich jedes Werkzeug missbrauchen. W. Munter bringt es auf den Punkt, wenn er sagt: « Die RM ist nicht für Narren bestimmt ».

Beim Abschnitt « Anwendung der Reduktionsmethode » auf Seite 16 heisst es: « Die beteiligten Praktiker stimmten mehrheitlich in folgenden Punkten überein... » Über die ersten zwei Punkte gäbe es sicher noch viel zu diskutieren; der Punkt 3 aber ist mir ein Rätsel: Die RM als Check der klassischen Methode soll nur an Fortgeschrittene ( Leiter, Bergführer ) vermittelt werden. Es wird ( darf ) mit der RM ja nur ein klassisches JA überprüft werden, d.h. ohne Anwendung der RM als Check würde man logischerweise gehen. Nach dem Check vielleicht auch noch. Wo ist hier das « Anfänger-Problem »? Ausserdem: die alte Weisheit aus dem Lehrbuch von W. Munter « bei erheblich nicht steiler als 34° und bei mässig nicht über 39° » steht unter dem Titel « Elementare RM für Anfänger ».

Leo Bachmann, Horw

Reduktionsmethode: Kritik an der Kritik

Zum Beitrag von Jürg Naegeli « Kritische Beurteilung der Reduktionsmethode », ALPEN 3/99 Mit Interesse habe ich den Beitrag von Jürg Naegeli zur Reduktionsmethode von Werner Munter gelesen. Ich finde aber, dass die Schlussfolgerung in der Legende zum Bild auf S. 22 ( links ) diese Methode etwas zu einfach in Misskredit bringt. Aus der Aussage « eine unsorgfältige klassische Beurteilung hätte hier schlecht geendet, denn der Check hätte grünes Licht gegeben !» entsteht die Folgerung, die Anwendung der Metho- de hätte zum Unfall geführt. Um wirklich glaubwürdig zu sein, müsste diese Aussage durch Beweise belegt werden. Jürg Naegeli hätte die Koordinaten und die exakten Angaben zum Hang und zum Lawinenbulletin jenes Tages angeben müssen - minimale Informationen, um eine unparteiische Folgerung zu machen. Sicherlich ist die Reduktionsmethode begrenzt, aber immerhin bietet sie bei der Debatte zur Evaluation der Lawinengefahr ein nützliches Arbeitsinstrument und trägt damit zur Verhinderung von tödlichen Lawinenunfällen bei.

Claude Levy, Fischerthal ZH ( ü )

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