Rivista del Club Alpino Italiano

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Ich habe diesmal nur über die Rivista ( der Zusatz mensile ist seit 1909 auf dem Titel weggelassen ) zu berichten. Nach einem früheren Beschluß des C.A.I. soll in den Jahren, wo offizielle Clubführer herausgegeben werden, das Bollettino ausfallen, aus Rücksicht auf die Finanzen. Die Aufgabe für den Berichterstatter wird dadurch freilich nicht leichter, denn er sieht sich nun vor die Aufgabe gestellt, aus den vielfachen Rubriken und Artikeln der „ Rivista " allein ein Bild von der touristischen, sozialen, wissenschaftlichen und literarischen Tätigkeit des C.A.I. zu gestalten. Hier ist zunächst zu konstatieren, daß die touristische Tätigkeit eine sehr bedeutende ist. Es sprechen von ihr zahlreiche Artikel über alte und neue Besteigungen in den Alpen von der Punta dell' Argenterà ( erste Ersteigung über den Südgrat ) bis zu den Dolomiten von Misurina und weiter, in den Abruzzen, im Apennin der Provinz Aquila, im ligurischen Apennin, im Apennin von Piacenza, in Südamerika ( Monte Huascan o Huasceeran ), im Himalaya ( vorläufiger Bericht über die Expedition des Duca degli Abruzzi; ein ausführlicher bildet die Separat-beilage zum Januarheft 1910 der Rivista ). Ich hebe aus diesen kleinen Aufsätzen diejenigen hervor, welche die Schweizeralpen ( im weiteren Sinne ) betreffen. Es sind: Santi, M.: Dôme de Miage ( la ascensione italiana e senza guida, 1 illustr.Johnson, S. C.: Alla Punta Gnifetti dal versante di Alagna ( 1 illustr.Toesca di Castellazzo, C.: La parete valsesiana del M. Rosa ( 1 illustr. ); Ferrari, A.: Piz Kesch ( ^ascen-sione italiana, 3 illustr.; ob diese sportliche Bezeichnung stimme, wage ich zu bezweifelnBalabrio, R.: Pizzo Badile ( Albigna, 2a ascensione per cresta ovest, 1 illustr.Henry, G.: II Dôme de Tsan e la cresta dal Mont Tsarvin al Mont Redessau ( 4 illustr.Brofferio, A.: Fra i Ghiacciai del Oberland Bernese: Finsteraarhorn, Schreckhorn e Jungfrau ( 3 illustr. ). Wenn schon in der touristischen Bevorzugung der italienischen Seite der Alpen ein patriotischer Zug sich zeigt, so ist das noch mehr in der von mir sozial genannten Tätigkeit des C.A.I. Diese gilt in erster Linie dem eigenen Verein, und wird ausgeübt durch Kongresse, mit anschließenden Ausflügen ( von solchen handelt: Ratti, C.: Relazione del 40° Congresso degli Alpinisti italiani presso la Sezione di Verona e la Gita patriotica ( 11 illustr. ), durch Veranstaltung von Skirennen ( siehe Hess, A.: Le gare di ski a Limone Piemonte, und Ratti, C.: Le gare di ski a Bardonnechia ( 5 illustr. ), besonders aber durch Pflege sorgfältiger Beziehungen zu Vereinen mit ähnlicher Tendenz in und außerhalb Italiens. Als solche sind genannt der Club Alpino Academico Italiano ( C. A. A. I. ), dessen ( nach langer Pause ) 1909 wieder erschienenem Jahrbuch Dr. Vigna eine freundliche Besprechung widmet ), die Stazione Universitaria del Club Alpino Italiano ( S. U. C.A.I. ), über deren dritten Kongreß und settimana alpinistica in Trentino, pag. 77 ff., mit 5 Illustrationen, ausführlich berichtet wird, während das Accampa-mento della S. U. C.A.I. in Val Masino e 4° congresso della medesima ( 2 illustr. ) auf pag. 417 zu lesen sind. „ Mehr als herzlich " sind, wie aus verschiedenen Kundgebungen hervorgeht, die Beziehungen zu der Società degli Alpinisti Tridentini, auf deren Gebiet eine Capanna Roma auf Subskription im C.A.I. gebaut werden soll. Auf diese Weise werden manche Bestrebungen von Sektionen des „ mächtigen " D. & Ö.A.V. im Tridentinischen wettgemacht, aber es möchte sein, daß die Absicht dort verstimmend wirken wird. Aber es bleibt halt doch wahr, daß man mit einem Löffel voll Honig mehr Fliegen fängt, als mit einem ganzen Krug voll Essig. Sr A. Hess hat in seinem Aufruf „ Per una federazione alpina mondiale " dieses Rezept befolgt; ob er Erfolg haben wird, bleibt abzuwarten. Von wissenschaftlichen Artikeln kann ich nur zwei größere nennen, nämlich Mader, F.: Appunti sui Ghiacciai delle Alpe marittime ( 2 illustr. ), und Santi, F.: Due piante rare nella Valle d' Aosta. Drei in der Literatur oder der Wissenschaft hervorragende Männer ehrte der C.A.I. 1909 durch Einweihung von Denkmälern, nämlich Edmondo De Amicis, Abate Gorret und Canonico Chanoux. Etwas Neues für die „ Rivista " ist der Artikel von Piacenza, G.: Un atterragio a 2600 metri d' altezza, d.h. die Schilderung einer Ballonfahrt, die von Turin ausging und auf einem Firnfeld oberhalb Abriès in der Val de Guil endigte. Der C.A.I. hat am 31. Dezember 1909 seinen hochverdienten langjährigen Präsidenten Comm. Avv. Antonio Grober verloren, der noch am 19. Dezember die Verhandlungen der Delegiertenversammlung geleitet hatte und dessen Jahresbericht für 1908 wir auf pag. 340—348 lesen.

Dieser Tod reißt eine tiefe Lücke, aber der Verstorbene hat soviel zur Entwicklung des Alpinismus in Italien beigetragen, daß der C.A.I. sich wohl auf der unter dem Präsidium Grobers erreichten Höhe halten kann, wenn er nur will. Und daran zweifeln wir keineswegs. Redaktion.

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