Routensanierer mit Ehrgeiz

Nein, ich verachte sie nicht, sie machen jene Angst einflössenden Meter über griff- und trittlose Platten zur ehrgeizigen Herausforderung: die eingebohrten, meist gut platzierten Haken auf den neuen Pfaden durch den Fels.

Es wäre falsch, den vergangenen Zeiten mit der kritischen Begutachtung rostiger Felshaken nachzutrauern. Vereinzelt begegnet uns noch ein morscher Holzkeil in klassischen « Sechsern », an dessen Stelle man dann locker ein Erzeugnis der Moderne klemmt. Alles in allem eine durchaus zu begrüssende Entwicklung.

In meinem Alter freue ich mich über jede bewältigte Passage in den « mittleren » Schwierigkeiten. Doch hin und wieder verwandelt sich die Freude in existen-zielles Entsetzen, wenn eine bekannte Route « begradigt » saniert und die vormals knifflige Grifffolge zum Trapezakt wird. Der Pfad der Tugend, entsprechend der Struktur des Felsens, wird verlassen in die Plattheit übersteiler Zonen. Der Preis der Sicherheit von Bohrhaken wird mit « leicht erhöhten Schwierigkeiten » bezahlt. Dass dies erst in den besagten Passagen bemerkt wird und für Otto Normalverbraucher physische wie psychische Engpässe produziert, vergessen die souveränen Routensanierer scheinbar allzu oft. Dies soll nicht den Dank an das selbstlose Tun schmälern. Doch bleibt dem Schreibenden zuweilen der Sinn der Routenveränderung zum Zweck des Adrenalingenusses verborgen. Darum liebe Routensanierer, belasst doch den ursprünglichen Verlauf und damit die ursprüngliche Schwierigkeit. a Matthias Brägger, Teufen

Rolf Zurbrügg

Skialpinismus: neuer Disziplinenchef

Für den im Swiss Team neu geschaffenen Posten des Disziplinenchefs Skialpinismus wurde der Berner Rolf Zurbrügg ernannt. Der ehemalige Spitzensportler bringt einen beeindruckenden Leistungsausweis mit.

Rolf Zurbrügg, 34, ist in der Sport- und vor allem der Wintersportszene kein Unbekannter, denn der gebürtige Kandersteger Bergführer war in seinen Aktiv-jahren ein erfolgreicher Langläufer. Als Skialpinist gewann er im Rahmen des Schweizer Cups verschiedene Rennen – Diamir Race, Stoos und Muveran – und stand an der Trofeo Mezzalama 2003 auf dem Siegerpodest. Die Patrouille des Glaciers beendete er im Jahr 2004 an der Seite von Rico Elmer, dem Doppelwelt- Sébastien Epiney und Jean- Daniel Masserey anlässlich des Ovronnalpski vom 3. April 2005. Im Hintergrund der Montblanc Fotos: Gér ar d Ber thoud Wettkampfkalender 2006:

Schweizer Cup Columbia 8.1.2006 Nendaz/VS, Schweizer Meisterschaft Vertical Race Einzel 14.1.2006 Tête de Balme/VS Mannschaft 28.1.2006 Valerette/VS, Schweizer Meisterschaft Einzel 4.2.2006 Pizol Altiski/SG Einzel 12.2.2006 Gastlosen/FR Mannschaft 19.2.2006 Grimmirace ( ehemals Diamir)/BE, Schweiz. Meisterschaft Mannschaft 19.3.2006 Tris Rotondo Airolo/TI Mannschaft 2.4.2006 Trophées du Muveran/VD, Weltcup Mannschaft 9.4.2006 Bivio/GR Einzel Coupe Romande der Einzelnachtrennen ( ausserhalb des Schweizer Cups ) 23.12.2005 Trophée de Verbier ( ohne Schneeschuhe ) 6.1.2006 Backcountry-Contest Torgon/VS 13.1.2006 Berneuse–Leysin/VD 2O.1.2006 La Tzoumaz–Mayens de Riddes/VS 27.1.2006 La Roche–La Berra/FR 3.2.2006 Monts Chevreuils–Château-d'Oex/VD 16.2.2006 Mont Noble–Nax/VS Die Coupe Romande der Nachtrennen umfasst sieben Veranstaltungen. Im Gegensatz zur letzten Saison wird das Schlussklassement nicht für den Schweizer Cup gewertet. Am Rennen vom 8. Januar 2006 in Nendaz ( vgl. Kalender des Schweizer Cups ) wird der Titel des Schweizer Meisters im Vertical Race vergeben. Damit passt sich die Kommission Skialpinismus der in Europa und weltweit gehandhabten Praxis an.

meister von Val d' Aran 2004, und Damien Farquet mit dem glänzenden 3. Rang in 6 Std. 45 Min. Bis Ende Winter 2003/04 Mitglied des Swiss-Team-A-Kaders belegte er im Schlussklassement des Schweizer Cups 2004 den hervorragenden zweiten Platz.

Seit Mitte November 2005 bekleidet er nun das Amt des Disziplinenchefs Skialpinismus, einen Posten, den der SAC als Dachorgan dieser Sportart neu geschaffen hat. Er erfüllt die Aufgabe in einem 30%-Pensum neben seiner Tätigkeit als Grenzwächter am Grenzbahnhof Brig. Da er zuvor am Zollposten Grosser St. Bernhard gearbeitet hat, spricht er gut Französisch. Der Berner wird die Natio-nalteams – Aktive und Nachwuchs – betreuen und eng mit Nationaltrainer Jean-François Cuennet, Bulle, und Nach-wuchschef Guy Richard, Evionnaz, zusammenarbeiten.

Regionales Trainingszentrum

« Wir müssen ein Entwicklungskonzept für die Jungen entwickeln und dieses Swiss Olympic unterbreiten. Weiter müssen wir ein regionales Zentrum an einem noch zu bestimmenden Ort planen, um so Trainingslager zu ermöglichen », umreisst der neue Disziplinenchef seine Aufgabe.

Die Ziele formuliert er als mittel- bis langfristige Pläne: « Wir wollen unsere Nationalmannschaft verstärken, also die Strukturen verankern und vor allem Trainer für die Basis ausbilden. Im Skialpinismus ist das Ausarbeiten von Trai-ningsplänen äusserst schwierig, denn ein Rennen kann zwischen 30 Minuten – wie bei einem Vertical Race – und sechs Stunden dauern .» a Gilles Liard, Sâles ( ü ) Laetitia Currat und ihre Team-kollegin Séverine Pont an der Schweizer Meisterschaft Alpiniski 2005 in Salvan/VS, wo sie den 3. Rang belegten.

Rolf Zurbrügg ist der neue Disziplinenchef Skialpinismus. Seine Aufgabe besteht vor allem darin, Sportkonzepte zu entwickeln und die Nationalmannschaft zu unterstützen. Die Organisation der nationalen Wettkämpfe bleibt Aufgabe der SAC-Kommission Skialpinismus.

Christian Pittex und Pierre- Marie Taramarcaz im harten Aufstieg zum Mont Coin in der dritten Etappe der Pierra Menta vom 12. März 2005

A L P E N F O L I O

Samuel Zeller beim Eisklettern im Rosenlauital, Meiringen. Im Hintergrund die Grosse Scheidegg Foto: Thomas Ulrich, Interlaken Im Aufstieg auf den Col de Contraix, 2745 m, im Massiv der Encantats in den spanischen Pyrenäen Foto: Mario Colonel, Servoz /F Sascha Schmid beim Freeriden im letzten Licht auf dem Feegletscher ob Saas Fee Foto: Rainer Eder, Zürich Abendthermik in den Bündner Alpen: Schijenzan oberhalb St. Antönien im Rätikon Foto: Andres Busslinger, Baar Im Gebiet des Pangong-Tso-Sees an der indisch-tibetischen Grenze im Ladakh Foto: Patrice Schreyer, Outdoorphotography Widerstandsfähige Vegetation auf felsigem Untergrund. Im Hafen von Stykkishol-mur, Island Foto: Pierre-Alain Treyvaud, La Tour-de-Peilz Titelbilder sind das Antlitz einer Zeitschrift. Sie bestimmen ihr Erschei- nungsbild in mehrfacher Hinsicht: Sie sind Einstieg und Markenzei- chen und damit auch Blickfang und Ausdruck ihrer Ausrichtung. Und das gilt auch für die ALPEN.

2005 war das Jahr des Sports. Entsprechend waren die Titelbilder schwergewichtig den verschiedenen Bergsportarten gewidmet: vom Eisklettern über Skitouren, Freeriden, Wandern, Kajaking, Hochtouren, Gleitschirmfliegen, Trekken bis hin zum Klettern in Kroatien. Dabei liess sich die Vielfalt der Bergsportaktivitäten ebenso wie jene der Landschaften, der Felsen und Stimmungen einfangen. « Actionfotos »

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