Ruhezonen für das Wild müssen erhalten bleiben

Zum Artikel Wild gefährdet den Bergwald, «Die Alpen» 02/2018

Laut Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Lawinen (WSL) wächst der Wald in der Schweiz stetig (+7% zwischen 1995 und 2015), und das vor allem in den höheren Lagen. Hier gibt es also einen Widerspruch. Es ist bekannt, dass die «Gefährdung» des Waldes durch das Wild ein Argument ist, das von Förstern und Jägern wie ein Mantra wiederholt wird und als Rechtfertigung für die Massaker dient, die jedes Jahr im Herbst stattfinden: 2016 wurden 74 468 wilde Huftiere erlegt. 2016 wurde fast zehnmal so viel Rotwild erlegt wie 1970!

Gegen das Infragestellen der Jagdbanngebiete und der Wildruhezonen muss daher aufs Schärfste angegangen werden, vor allem da seit einigen Jahren die Jagdbanngebiete teilweise oder ganz zur Jagd freigegeben werden. Das muss­ten leider Rotwildbeobachter und Fotografen in der Wildbrunftzeit feststellen, als sie beim Observieren durch Jäger gestört oder gar gefährdet waren.

Die Erfahrungen im Yellowstone-Nationalpark (USA) haben gezeigt, dass die Beutejagd der Wölfe, die rund 15 Jahre vorher wieder freigesetzt worden waren, die Wapitipopulation in einer zufriedenstellenden Weise reguliert. Bevor man nun den Wildhuftieren die wesentlichen Ruhezonen entzieht, sollte man eher aufhören, systematisch die Wölfe und Luchse auszurotten, und die eklatante Wilderei, vor der einige Kantone hart­näckig die Augen verschliessen, auszumerzen versuchen!

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