SAC politisiert unehrlich und einseitig

Zum Artikel «Einschränkungen sind ­unverhältnismässig und unnötig», «Die Alpen» 11/2015

Der SAC verpflichtet sich in seinem Leitbild zum Schutz der Bergwelt. In der Diskussion um den Parc Adula ist davon nichts zu spüren. Da beteiligt sich der SAC von Beginn weg an den Gesprächen zur Umsetzung des Parks und erreicht laut eigener Aussage einiges: 90 bis 95% der heutigen Bewegungen im Adulagebiet sowie wichtige klassische Routen werden weiterhin begehbar sein. Was macht nun der Verband mit diesem guten Kompromiss zwischen Nutzung und Schutz der Bergwelt? Er lehnt ihn kategorisch ab, torpediert die Errichtung des neuen Nationalparks und beeinflusst die kommende Abstimmung in den Parkgemeinden einseitig und negativ.

Es ist unehrlich, wenn ein Verband in Gespräche einsteigt, deren Resultat er nur dann akzeptiert, wenn sich seine Ideen vollumfänglich durchsetzen. Das ist eine Kampfansage, keine Verhandlungsposition. Ehrlicherweise hätte sich der SAC gar nicht an den Tisch setzen müssen, weil er gegen jegliche Einschränkungen und damit gegen einen neuen Nationalpark ist.

Was mich zusätzlich wütend macht, ist die einseitige Berichterstattung. Die Aussage, dass in der Kernzone des Parc Adula ähnliche Vorschriften gelten sollen wie im Schweizer Nationalpark («Die Alpen» 11/2015) ist falsch. Tatsächlich ist der Schweizer Nationalpark im ­Winter gesperrt, im Sommer gilt mit Ausnahme der Route auf den Piz Quatter­vals ein Weggebot. Im Parc Adula werden dagegen weiterhin fast alle Skitouren der aktuellen Skitourenkarte sowie die Mehrheit der Sommertouren begehbar bleiben.

Der SAC ist in der Diskussion um einen zweiten Nationalpark zu einem unglaubwürdigen Gesprächspartner und zu einem Lobbyisten gegen die Natur geworden.

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