Schwarzer Sommer für Gletscher

Die Rekordtemperaturen im Juli und August 2015 haben dramatische Konsequenzen

So viel Eis verliert das Mer de Glace am Mont Blanc normalerweise in drei Jahren: Um rund 3,6 Meter verminderte sich die Eisdicke allein im Sommer 2015, wie Messungen des Laboratoire de Glaciologie in Grenoble ergaben. Ähnlich dramatisch ist die Situation in den italienischen Alpen. Italiens grösster Talgletscher, der Ghiac­ciaio dei Forni im Stelvio-Nationalpark, ist regelrecht kollabiert. Er besteht jetzt aus drei nicht mehr miteinander verbundenen Einzelgletschern, wie der Club Alpino Italiano (CAI) im Oktober mitteilte. Am ­Marmolada-Gletscher im Südtirol massen Forscher der Uni Innsbruck ebenfalls Eisdickenverluste von drei Metern. Etwas weniger stark schrumpften die Schweizer Gletscher. Die Schweizerische Akademie der Wissenschaften schätzt die Eisdickenverluste auf ein bis zwei Meter, was einem Verlust von rund 2,5% des Volumens entspricht. Wie das Schweizerische Institut für Schnee und Lawinenforschung (SLF) mitteilt, kam es ausserdem zu überdurchschnittlich vielen Felsstürzen, was auf die Erwärmung des Permafrosts zurückzuführen sei. Auch im Laufe des Winters sei mit weiteren Felsstürzen zu rechnen, so die Experten.

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