Schweizerische Landesbibliothek

Hinweis: Dieser Artikel ist nur in einer Sprache verfügbar. In der Vergangenheit wurden die Jahresbücher nicht übersetzt.

Commission internationale des Glaciers, septième rapport 1901, rédigé par le Dr Finsterwalder et E. Muret, Extrait des archives des sciences physiques et naturelles. 1. XIV, 1902.

Bericht der Gletscherkommission für das Jahr 1901/2.

Separatabdruck aus den Verhandlungen der Schweiz. Naturf. Gesellschaft. Genf 1902.

Die drei hier zusammengestellten Berichte haben das gemeinsame, daß sie offiziell und kurz sind. Sie können auch kurz behandelt werden, obschon sie durchaus Wissenswertes enthalten. Der Bericht der Schweiz. Landesbibliothek konstatiert, daß die Benutzung des sehr gut eingerichteten Lesesaals und der unter sehr liberalen Bedingungen geöffneten Bücher und Karten nicht in dem Maße sich vermehrt, wie es die Sammlungen selber tun, die durch Ankäufe und Geschenke in einer für die Arbeitskräfte, die zur Verfügung stehen, fast beängstigenden Weise anschwellen. Darum möchte ich diese Bibliothek, die, weil sie nur schweizerisches sammelt, verhältnismäßig viel Alpina enthält, den Clubgenossen zur Benutzung empfehlen.

Der siebente Bericht der Commission internationale des Glaciers hat die üblichen Abschnitte. Den Bericht über die Schweizer Alpen erstatten Forel und Muret. Er ist unsern Lesern in extenso zugänglich; derjenige von E. Richter über die Ostalpen ist das Resultat von 55 Beobachtungen, zum großen Teil von Dr. M. Fritzsch gesammelt. Über die italienischen Alpen ( Bericht von Prof. Porro ) hat fast nur Olinto Mannelli gearbeitet ( besonders interessant ist eine retrospektive Übersicht der Veränderungen der Gletscher von Macugnaga und Lysdie Berichte Redaktion.

über die französischen Alpen ( rapporteur M. Kilian ) umfassen nur die Gletscher des Dauphiné, die alle im Zurückgehen sind. Über die schwedischen, resp. lappländischen Gletscher berichtet F. Svenonius Merkwürdiges; über Spitzbergen ( Berichterstatter A. G. Nat hörst ) sind nur wenige Berichte eingelaufen. Ebensowenige aus Grönland ( Berichterstatter K. J. V. Steenstrupp ), dagegen sind seit 1902 zwei Expeditionen unterwegs, die auch Gletscherbeobachtungen machen sollen. Den Bericht über die russischen Gletscher gibt Jules de Schokalsky. Er ist recht ausführlich. Unter den Kaukasusgletschern ist nur einer im Vorrücken. Auf Novaja Zemlia sind neue Gletscher konstatiert worden. aber die amerikanischen Gletscher berichtet H. Fielding Reid, der in Alasca das Zurückgehen mehrerer bedeutender Gletscher in den letzten 20 Jahren konstatiert. Auf andern sind Signalpunkte abgesteckt worden für künftige Beobachtungen.

Der Bericht unserer Gletscherkommission ist, wie üblich, von Prof. Hagenbach-Bischoff abgelegt. Er besteht im wesentlichen aus dem Rapport des Herrn Held über die Kontrollmessungen am Rhonegletscher, Ende August 1901. Dieselben bezogen sich 1. auf das Nivellement der Querprofile; 2. Aufnahmen der Steinreihen; 3. Messung der Firnbewegung; 4. Topographische Aufnahme der Gletscherzunge. Aus der internationalen Konferenz von Gletscherforschern zu Vent im September 1901 wird von den Bohrungen am Hintereisferner berichtet: die Gletscherkommission bedauert, daß sie bisher die Mittel zu solchen Bohrungen am Rhonegletscher nicht gefunden habe. In der Tat sind durch die Kosten der Rhonegletschervermessung im Berichtsjahr mit Fr. 1934. 25 ( wovon Fr. 400 durch das Topographische Bureau gedeckt wurden ) die Mittel der Gletscherkommission erschöpft, und sie gedenkt, eine neue Subskription zu eröffnen, sobald das „ wertvolle Material veröffentlicht sein wird ". Aber wann wird dies geschehen?

Redaktion.

Feedback