Section Chaux-de-Fonds: Bulletins annuels nos 23 - 25

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Die Sektion Chaux-de-Fonds hat auch in den Kriegsjahren unentwegt fortgefahren, ihre gut illustrierten Bulletins herauszugeben und darin von dem Leben und Treiben in dem „ Großen Dorfe " der Juraberge zu berichten. Der Krieg hat natürlich darauf abgefärbt und in späterer Zeit, wann eine objektivere Betrachtung möglich sein wird, mag z.B. manches vorschnelle Urteil und manche übertriebene Geste in dem Artikel von M. Jeanneret-Perret: 1914-1915, Souvenir de l' année maudite, wie in seinem „ Toast prononcé au banquet du 4 décembre 1915 ", im Bulletin Nr. 24, revisionsbedürftig sein, aber niemand wird ohne Bewegung die Schilderung von M. Jullien Gallet ( im Bulletin 23 ) lesen, wie unser Ehrenmitglied, seine tapfere Frau und der getreue Führer Philippe Allamand in den ersten Augusttagen 1914 ihren Rückzug aus der „ Tarentaise pendant la mobilisation " bewerkstelligten, nachdem sie dort einige Besteigungen ausgeführt hatten, von welchen oben ( pag. 79-84 ) die Rede gewesen ist. Unter der Maske eines „ Soliloque de la Montagne " erzählt ein Ungenannter mit viel Humor die Erlebnisse von sechs führerlosen Chaux-de-Fonniers bei einer Besteigung des Großen Doldenhorns. Von den Berichten über die Sektionstouren von 1914, welche im August so jäh abgebrochen werden mußten, um erst im Oktober wieder aufgenommen zu werden, hebe ich denjenigen hervor, welcher die Besteigung des Allalinhorns von der Cabane Britannia, mit Abstieg vom Allalinpaß nach Täsch, durch eine Karawane von 8 Mitgliedern mit 2 Führern, 11.14. Juli, betrifft. Im Gegensatz zu der Überfüllung der Hotels und Eisenbahnzüge, von welcher dieser Bericht spricht, ist es lehrreich, zu lesen, daß MM. Georges Gallet und Teil Jacot-Comtesse mit ihrem Führer Philippe Allamand von Bex, anfangs August 1915, die einzigen Gäste waren in dem 135 Betten zählenden Hotel Mont Collon in Arolla. Von da gelang ihnen, außer einer Exkursion auf die Dent de Satarmaz, die Traversierung der Aiguilles Rouges d' Arolla und der Aiguille de la Za, während eine Fortsetzung dieser Kampagne von der Cabane de Bertol aus gegen die Dents des Bouquetins durch Wetterumschlag vereitelt wurde. Die „ pikanten " Geschichten aber, mit welchen der Wirt Anzevui jun. seinen einsamen Gästen die Abende verkürzte, werden manchem Leser mißfallen, und ich will zur Ehre der Führer von Evolena hoffen, daß namentlich die von der Bergung der Leiche von Mr. X. handelnde eine Verleumdung sei. Hübsch erzählt werden von M. Emile Courvoisier die Abenteuer, welche er, sein Sohn und M. R. mit dem Führer Frédéric Coquoz von Salvan und dem Träger Jean, 8.9. Juli 1915, in der Gegend von Orny erlebten. Nach man cherlei Abenteuern von Temelet aus in der Cabane Dupuis angelangt, erreichte am ersten leidlichen Tage M. R. mit Coquoz und Jean den Gipfel der Aiguille Javelle, während MM. Courvoisier, Vater und Sohn, der erstere, weil zu alt, der letztere, weil zu dick !, auf die Schorusteinfegerleistung verzichteten und am Fuß des Kamins zurückblieben. Ein Wetterumschlag veranlaßte das Trio, auf weitere Unternehmungen zu verzichten. Auch sie brauchten sich weder in Champex noch in den Ornyhütten über Platzmangel zu beklagen, waren sie doch in den letzteren mit dem Hüttenwart ganz allein! Nicht viel besser erging es den 14 Touristen, welche trotz strömendem Regen am 24. und 25. Juli 1915 von La Chaux-de-Fonds bis zur Cabane Eugène Rambert sich wagten, um am 26., nachdem eine Minderheit den Grand Muveran in dichtem Nebel erstiegen hatte, teils über Riddes, teils über Les Plans nach Hause zurückzukehren. Und dennoch bezeugt der Berichterstatter, daß den Teilnehmern diese Sektionstour leiblich und geistig wohl bekommen sei, was wir ihm gerne glauben. Das Bulletin Nr. 25 zeigt eine gebesserte Situation schon darin, daß es wieder mit zwei Vollbildern: Massif central des Alpes Bernoises vu du Balmhorn und Le Portjengrat geschmückt ist. Das erstere gehört zu dem Aufsatz von Dr. Eug. Robert: Dans le massif de la Jungfrau; das letztere zu dem von Eugène von Hoff: De Saas-Fee au Cervin. Dr. Robert erzählt uns, wie er mit einem Freunde, beide Novizen, obwohl nicht mehr jung, und dem Führer Jakob Mani aus dem Kiental von Station Goppenstein aus das Lötschental hinaufzogen zur Egon von Steiger-Hütte, von dieser aus die Ebnefluh und das Mittaghorn erstiegen, zur neuen Konkordiahütte abstiegen, wo sie mehrere Karawanen antrafen, die ebenfalls zur Jungfrau wollten. Sie selber erreichten diesen Gipfel glücklich und wanderten dann über das Ober- und Unter-Mönchjoch zur Berglihütte, wo sie allein waren. Sie erstiegen von hier noch den Mönch und wandten sich dann der Station Jungfraujoch zu, von wo sie per Bahn über Interlaken und Bern nach La Chaux-de-Fonds zurückkehrten. In hübscher Schilderung erzählt uns Eug. von Hoff, wie er, im Juli 1916, allein in Visp anlangte und dort den Saumweg nach Saas-Fee unter die Füße nahm. In Hutegg, wo er übernachtete, machte er die Bekanntschaft von Franz Burgener, der ihn später auf seinen Touren als Führer begleitete. Nach einem mehrtägigen Aufenthalt in Fee, der zu Ausflügen in der Umgebung und bis nach Mattmark hinauf benützt wurde, traversierten die beiden von der Almagelleralp aus den Portjengrat, überschritten, nach Fee zurückgekehrt, das Alphubeljoch nach Täsch und Zermatt. Von hier, beziehungsweise von der unbesetzten neuen Hörnlihütte aus, bestiegen die beiden, verstärkt durch einen Träger, auf dem gewöhnlichen Wege das noch im Schnee liegende Matterhorn und kehrten nach 2 2 stündiger Abwesenheit zur Hütte und folgenden Morgens nach Zermatt zurück. Ein anderer Bericht hochalpinen Charakters ist betitelt: Course d' Alpes, 15 —19 juillet, Tschingelhorn, wird abgelegt von M. Richard Groux und erzählt von der Sektionstour dreier Mitglieder von La Chaux-de-Fonds und eines von St. Imier, welche sie unter der Leitung von Rudolf Mani durch das Kiental hinauf zur Gamchihütte, von dieser über die Gamchilücke zur Mutthornhütte und am dritten Tag auf das Tschingelhorn führte, mit Abstieg über den Petersgrat und das Telli ins Lötschental und nach Goppenstein, von wo sie durch den Tunnel nach Kandersteg und Oeschinen zurückkehrten, um dort ihre Ferien zu beschließen. Von den übrigen Leistungen der Sektion, die in Exkursionen der Gesamtheit und der einzelnen und in der Verwaltung der beiden Hütten von Oberaletsch und Valsorey nicht unbedeutend sind, geben uns die drei Bulletins in gewohnter Weise Auskunft. Man gewinnt den Eindruck, daß bisher die Tätigkeit der Chaux-de-Fonniers durch den Krieg, nach einer anfänglichen Depression, nicht allzusehr gelitten habe.Bedahtion.

Festschrift der Sektion St. Gallen 1863 — 1913.

St. Gallen 1913.

il ;1 T ) Aarau 1863—1913.

Aarau 1013.

fl 71 »1 Tödi 1863—1913.

Glarus 1913.

1 ) Uto 1904—1913.

Zürich 1913.

Bern 1863—1913.

Bern 1914.

Pilatus 1864—1914.

Lnzern 1915.

Das Jubiläumsjahr des S.A.C., das letzte ganz friedliche, hat eine Reihe von Festschriften derjenigen Sektionen gezeitigt, welche den S.A.C. 1863 gegründet haben. Sie zeigen darin das Gemeinsame. Im übrigen sind sie, je nach dem Charakter der Sektion und des Verfassers, individuell verschieden. Die von der Buchdruckerei Zollikofer & Cie., St. Gallen, hergestellte Festschrift zur 50jährigen Jubiläumsfeier der Sektion 8t. Gallen S.A.C. zeichnet sich durch vornehmen Druck und Bildausstattung aus. Zwei Porträttafeln zeigen uns die verstorbenen und die 1913 noch lebenden Gründer, Ehrenmitglieder und Veteranen der Sektion. Unter den letzteren ist seitdem der König Karol von Rumänien, welcher auch der Sektion Bern als Beschenker ihrer Bibliothek in wertem Andenken steht, von uns geschieden. Eine Reihe von Phototypien nach Aufnahmen von F. W. Sprecher in Vättis, f H. Koch, O. Wälty in Klosters dienen nicht nur zur Verschönerung des Buches, sondern gelegentlich zur Illustrierung von Erst- oder Neubesteigungen der St. Galler Pioniere ( Ringelspitze durch G. Sand-Frank mit Heinrich und Rudolf Eimer, 9. Juni 1865; Groß Buin durch Weilenmann und Specht mit Pöll und Pfitscher, 14. Juli 1865; Klein Buin durch C. W. Stein mit Chr. Jann, 24. August 1868; Fluchthorn durch Weilenmann und Pöll, 12. Juli 1861; Piz Sardona durch G. Sand mit H. Eimer, 1861; Piz Linard durch Weilenmann, 1. Juli 1858 ). Der Text der Festschrift ist von A. Ludwig nach den Protokollen und andern Quellen zusammengestellt worden. Er umfaßt in Kapitel I die st. gallisch-appenzellischen Vorläufer des Alpinismus ( Vadian, G. Walser, Dr. C. T. Zollikofer, J. R. Steinmüller, Daniel Meyer, Pfarrer Rensteiner, Dr. Schläpfer, G. Rüsch, Jakob Dörig u.a. ). Es folgt II. eine „ Chronik der Sektion von 1863—1913, die uns über das innere und äußere Leben erschöpfende Auskunft gibt; ich kann aber begreiflicherweise auf keine Einzelheiten eintreten. Hier sind eine Menge instruktiver Textillustrationen eingestreut; so die des Tödi von der Baumgartenalp als Beleg für die zweite ( erste touristische ) Besteigung des Piz Rusein durch Dr. Th. SimJer und G. Sand mit H. Eimer und G. Zweifel, 30. Juli 1861. Sehr nützlich ist die statistische Tabelle über Mitgliederzahl und Kommission der Sektion vom 3. Juni 1863—31. August 1913. Kapitel III gibt Auskunft über Hüttenwesen, Wegbauten etc. ( Sardona und Silvretta ). Der Abschnitt IV, Biographisches ( über Verstorbene ) erzählt von Landammann Dr. Friedrich v. Tschudi; J. J. Weilenmann ( dazu ein Bildnis von Franz Pöll und eine Ansicht der Cima di Piazzi, am 21. August 1867 durch Weilenmann und Pöll erstiegen ); Iwan von Tschudi; G. Sand-Frank ( dazu ein Bildnis von Heinrich und Rudolf Eimer und eine Ansicht des Bifertenstockes, 1863 durch Sand-Frank, Raillard-Stähelin und Dr. A. Roth mit H. Eimer erstiegen ); C. Deicke; Dr. O. E. Gonzenbach; Th. Borei, der Redaktion.

unserm Jahrbuch wiederholt wertvolle Beiträge geliefert hat; L. Purtscheller, C. W. Stein ( dazu ein Bildnis von Christian JannC. Rehsteiner-Zollikofer; E. Rittmeyer ( dazu eine doppelseitige Wiedergabe seines Gemäldes: AlpstubeteE. Wegelin-Wild; O. Rheiner-Fehr; E. Heinzelmann. Wie man sieht, ein wohl dokumentiertes Buch, welches seinen Wert behalten wird.

Bescheidener in Umfang und Ausstattung ist die von Dr. A. Helbling verfaßte „ Geschichte der Sektion Aarau des S.A.G.. 1863-1913 ". Die Illustration ist vertreten durch ein Tableau, welches die vier Gründer der Sektion: E. Frey-Geßner, Alexis Garonne, C. W. Stein und Chr. A. Neuburger, umfaßt; durch zwei von P. Schirmer stammende Zeichnungen: Göscheneralp und Klubhütte auf der Kehlenalp, und durch mehrere photographische Aufnahmen von Dr. O. Fischer aus der gleichen Gegend. Der Verfasser des Textes legt das Hauptgewicht auf die Gründungsgeschichte der Sektion Jura ( Aarau ) und darin auf die Biographien der vier obgenannten Gründer, von denen Herr Frey-Geßner 1913 als 88jähriger Privatier in Genf noch am Leben war. Die Erzählung des ersten Trienniums der Sektion wird belebt durch Auszüge aus den Jahrbüchern S.A.C. und andern Quellen über die erste Besteigung des Piz Sol durch Frey-Geßner, 1864, einen Streifzug in den Clariden durch die vier Gründer, 1863, eine Besteigung des Groß Rüchen durch Neuburger, Prell und Garonne ( die im Maderanertal mit F. F. Tuckett zusammentrafen ), 1864, und eine Exkursion ins Medelsergebiet von A. Neuburger und E. Imhof-Munzinger ( wobei der Brunnipaß überschritten, der Piz Muraun und der Piz Medels bestiegen wurden ), 1865. Die weitere Entwicklung der Sektion 1866-1900 und 1901-1913 können wir hier nicht im einzelnen verfolgen; der Bericht Dr. Helblings darüber wird ergänzt durch biographische Mitteilungen über mehrere verdiente Vorstandsmitglieder, eine Liste der Vorträge, ein Verzeichnis des Vorstandes und der Mitgliederzahl, und ein solches der wichtigeren Sektionstouren. Es schließen sich an Bemerkungen über den Skisport, die 1903 gebaute Kehlenalphütte und die 1909 errichtete Rettungsstation Göschenen. Auch hier also ein, wenn nicht glänzendes, doch erfreuliches Bild. Von diesem Eindruck gibt auch der von Pfarrer Dr. Zinsli, Schönenwerd, verfaßte „ Prolog zum 50jährigen Jubiläum am 25. und 26. Oktober 1913 im Saalbau Aarau " poetisch beredte Kunde.

In der Denkschrift: Geschichte der Sektion Tödi S.A.C. 1863-1913 gibt der Verfasser, Lehrer Rudolf Bühler, schlichten, aber zuverlässigen Bericht über die Gründung des Schweizer Alpen-Club, die zeitlich und innerlich zusammenfällt mit der Entstehung der Sektion Tödi; welche ja die Ehre und Last hatte, die erste Jahresversammlung des S.A.C. und die damit verbundene Begehung des offiziellen Exkursionsgebietes zu organisieren, sowie über die weitere Entwicklung. Diese wird abgehandelt in den Abschnitten: Mitgliederbestand ( der letzte der 26 Gründer starb 1907 ), Vereinsvorstand ( 9 Präsidenten, von denen wohl Kaspar Hauser der talent-vollste war, amteten von 1863-1913 ), Vereinsversammlungen, Gesellig-unterhaltende Anlässe, Klublokal ( erst seit 1897 ständig !), Bibliothek ( nicht sehr bedeutend ), Statuten ( erst 1874 von Hauser schriftlich fixiert und seitdem fast ohne Revision geblieben !), Beziehungen zum Zentralverein und dessen Sektionen ( hier hervorzuheben die Abgeordnetenversammlung und freie Vereinigung des S.A.C. in Glarus im Juli 1877 mit anschließenden Massenexkursionen in die Glarner Berge, die Haltung der Sektion in den Fragen der Rhonegletschervermessung und der Klubhütten-bauten, endlich ihre Tätigkeit als Zentralsektion 1888-1891 ), Vereinsfinanzen ( die Sektion will an die Zentralkasse Fr. 34,791 abgeführt und als Gegenleistung des Zentralvereins Fr. 14,395 empfangen haben ). Die vier ersten Abschnitte des Büchleins sind bildlich illustriert durch ein Bildnis von Dr. R. Th. Simler, eine Bildertafel der Präsidenten, eine solche verdienter Mitglieder und eine Phototypie: Tödigruppe über dem Nebelmeer, nach Ballonaufnahme von A. Guyer. Der zweite Teil behandelt als „ Bestrebungen und Leistungen " 1. die Touristik; es ist hier von den Sektionstouren nach Exkursionsprogramm, von der systematischen Durchforschung der Glarnerberge, von der Mitarbeit am Itinerarium, für 1876/7: Tödi - Sardonagruppe, von Dr. Näfs Klubführer durch die Glarner Alpen, von den Erstbesteigungen der Hauser, Speich, Freuler, Brunner, Schießer, Hefti usw. und der Führer Rudolf, Heinrich und Peter Eimer, Stüssi, Joachim, Gabriel und Salomon Zweifel, Heinrich Schießer, Rob. Hämig, Friedr. Vögeli, Matthias Zentner u.a. die Rede,und auch ein Kenner der Besteigungsgeschichte der Glarner Alpen mag hier ihm Unbekanntes finden. 2. Gründung und Entwicklung des Skiklubs Glarus, der aus der Sektion Tödi hervorgegangen ist ( dazu ein Vollbild ). 3. Klubhütten: diese Haupttätigkeit der Sektion beschlägt die Grünhornhütte ( 1864 ), Fridolinshütte ( 1890 ), die alte ( 1867 ) und neue ( 1885 ) Glärnischhütte, die Leglerhütte ( 1908 ). Alle diese Hütten sind im Bilde auf einem Tableau vereinigt und werden genau beschrieben. 4. Wegbauten. 5. Ein mit ersichtlicher Liebe geschriebenes Kapitel ist dem Führerwesen gewidmet, in welchem die Sektion Tödi vorbildlich gewirkt und große Opfer speziell für die Führerversicherung gebracht hat. 6. Auch dem alpinen Rettungswesen hat sie sich früh und mit Eifer gewidmet. 7. Für wissenschaftliche und dem ähnliche Bestrebungen blieben nur bescheidene Mittel übrig; immerhin gelang es, für Gletschervermessung, Abflußbeobachtung, Karten und Reliefs, Wild- und Pflanzenschutz einiges zu tun. Eine Anzahl von Listen und Tabellen über die Gründer der Sektion, die Ehrenmitglieder, die Veteranen, die Vorstände, die von 1863 bis 1913 ausgeführten Sektionstouren und die von 1867-1913 gehaltenen Vorträge erhöhen die Brauchbarkeit der gut gearbeiteten Denkschrift.

Da die Sektion Uto 1904 von Dr. E. Walder eine Festschrift zum 40jährigen Bestehen verfassen ließ und herausgab, so konnte sie sich 1913 darauf beschränken, zum 50jährigen Bestehen nur die nötigen Erweiterungen und Verbesserungen für das letzte Dezennium nachzutragen. Die Zusammenfassung der ersten Festschrift geschieht in einer vom Präsidenten Prof. C. Täuber, anläßlich der Feier des 50jährigen Bestehens der Sektion in der Tonhalle Zürich, am B. März 1913, über „ Geschichte, Betätigung und Ziele der Sektion Uto S.A.C. " gehaltenen Rede. Aber darüber hinausgreifend stellt der Redner, welcher seit 1911 die Geschicke der Sektion leitet, für seine Klubgenossen das Ideal fest, welches ihr in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts nach seiner Auffassung vorschweben sollte. Und in sehr geschickter Weise hat er diesem Zwecke vorgearbeitet in den biographischen Skizzen über die Zürcher Pioniere des Alpinismus: Josias Simler, Conrad Gesner, Joh. Jak. Scheuchzer, Hans Conrad Escher ( von der Linth ), Joh. Gottfried Ebel, Friedrich von Dürler, Johann Hegetschweiler, Heinrich Keller, Hans Kaspar Hirzel-Escher. Es ist sehr verdienstlich, daß Dr. Täuber aus dem Zürcher Bürgerregister die Filiation des am 16. Juli 1833 geborenen Dr. Rudolf Theodor Simler, des Gründers des S.A.C., von Josias Simler nachgewiesen hat. Dagegen vermisse ich unter seinen Pionieren eine Hinweisung auf Arnold Escher von der Linth und Oswald Heer, die bei Walder ihre Würdigung gefunden haben, die sie auch als Bergsteiger reichlich verdienen. Ausführlich ist bei Täuber die Rede von Prof. Melchior Ulrich, dessen Hauptleistungen allerdings vor 1863 fallen, der aber dem S.A.C. als Sektions- und Zentralpräsident große Dienste geleistet hat, von den Panoramenzeichnern Müller-Wegmann und Zeller-Horner und anderen Gründern und Förderern der Sektion. In rascher Skizzierung wird dann das innere und äußere Leben und Wirken der Sektion von dem Redner durchgenommen, nach den Gesichtspunkten:

Mitgliederzahl ( 1863:34, 1903: 660, 1913: 1100 ), Vorstand, gemeinsame und Einzeltouren, Vorträge, Publikationen, Panoramen und Reliefs, Festlichkeiten, Hütten-und Wegbauten. In mehreren Anhängen werden schließlich, als Ergänzung der von Walder aufgestellten Tabellen, statistisch behandelt: Vorstand, Mitgliederbestand, Vorträge, Sektionstouren, Literarische Beilagen zum Jahresbericht, Bilder im Jahresbericht, Zusammenfassung der Jahresrechnungen ( alles von 1904—1912 ), Kapitalvermögen ( Fr. 10,103.40 auf 31. Dezember 1912 ), Immobilien und Inventar ( Fr. 67,129 auf gleiches Datum, darunter Fr. 25,600 Versicherungswert für Bibliothek und Archiv, und Fr. 7329 für Müller-Wegmann-Sammlung ). Die Festschrift von 1913 ist illustriert durch ein Titelbild vom f „ Uto-Köbi ": Zum 50. Geburtstag, eine Ansicht von Zürich und dem Ütliberg, ein Pendant Josias Simler und Dr. Th. Simler, eine Bleistiftzeichnung von Joh. Müller-Wegmann: Uri Rotstock-Gruppe, einen Ausschnitt aus dem Torrenthorn-Panorama von Hch. Zeller-Horner: Die Zermatter Riesen, eine Lichtdrucktafel der Ehrenmitglieder ( lauter markante Charakterköpfe ), ein Tableau der 5 Klubhütten ( Medelser, Spannort, Voralp, Vereina und Dom ), alle in Lichtdrucken von Brunner & Cie. ausgeführt. Auch die typographische Ausstattung von A. Tschopp ist hübsch.

Es ist dem Referenten wiederholt angedeutet worden, daß die von ihm verfaßte Denkschrift: Die ersten fünfzig Jahre der Sektion Bern S.A.C. 1863—1913 ( ebenso wie seine große Festschrift: Die ersten fünfzig Jahre des Schweizer Alpenklub ) etwas trocken und ohne sonderlichen Enthusiasmus geschrieben sei. Ich gebe das ohne weiteres zu und will diesen Eindruck nicht noch durch eine dürre Analysis des von mir dem Leser dort Gebotenen verstärken. Immerhin halte ich mich für berechtigt, anzudeuten, daß die von mir verfaßten Klubgeschichten wohl dokumentiert und leidlich zuverlässig seien. Dies gilt besonders von der'Gründungsgeschichte, für welche mir im Archiv der Sektion Bern reiches und zum Teil noch unbenutztes Material zur Verfügung stand. Wer die beiden Festschriften miteinander vergleicht, wird auch einsehen, daß in meiner Anordnung, die Gründung von den Anfangsjahren 1863—1868 und diese wieder von der in 6 Perioden ( 1869 — 1878, 1879—1881, 1882—1888, 1889—1903, 1904—1907, 1908—1913 ) geteilten „ weiteren Entwicklung " zu trennen, Methode steckt, wie auch darin, daß ich für die Sektion darauf verzichtet habe, was für den Gesamtklub unumgänglich gewesen war, nämlich, auf die nach Zentralkomitees periodisch geordnete äußere Geschichte des Vereins und seiner Sektionen eine synthetische Zusammenfassung aller Einzelheiten der inneren Geschichte in den Brennpunkten des Finanzhaushaltes, der touristischen, wissenschaftlichen und gemeinnützigen Leistungen folgen zu lassen, sondern darauf Bedacht nahm, die äußere und innere Geschichte der Sektion unter diesen Gesichtspunkten und nach Perioden zusammenzufassen. In Schlußworten versuchte ich an beiden Orten zu zeigen, daß drei ideale Probleme die nächste Zukunft des Gesamtklubs wie der Sektion Bern beschäftigen müßten: die Hüttenfrage, das Schweizerische Alpine Museum und die Unfallversicherung der Mitglieder. Nur in der letzteren sind wir seit 1913 vorwärts gekommen, und zwar in dem Tempo: zwei Schritte vor, einen zurück, und wenn ich nun noch erleben muß, daß wieder einmal gegen das Jahrbuch und damit gegen die beste Schöpfung unserer Gründer Sturm gelaufen wird, so kann man es mir nicht verargen, wenn mein mäßiger Enthusiasmus von 1913 heute einem bedenklichen Pessimismus, und zwar nicht nur wegen des Krieges, Platz gemacht hat. Als Ergänzung zu den in den andern Festschriften genannten Porträts von Gründern oder Gönnern und von Klubhüttenbildern findet man in der Berner Festschrift folgendes: Bildnisse von Gottlieb Studer, Rudolf Stuber, Dr. Abraham Roth, Edmund von Fellenberg, Wilhelm Brunner, Buchhändler Karl Schmid, Rudolf Lindt, Philipp Gösset, Jules Beck, J. Coaz, Carl Ludwig Lory, Egon von Steiger, der Präsidenten Alfred von Steiger, Dr. Dübi und Prof. Graf, die Ehrentafel von William A. B. Coolidge, des ersten Donators des Alpinen Museums, die Zentralfest-Karten von 1868, 1883 und 1907; endlich Abbildungen der Trifthütte von 1867, der alten Rottalhütte von 1872, der Gaulihütte von 1895, der Gamchibalmhütte von 1900, der dritten Berglihütte von 1904, der neuen Trifthütte von 1906, der Egon von Steiger-Hütte von 1907, der Windegghütte von 1910 und der Gspaltenhornhütte von 1911. Es beweisen diese auch, daß die Sektion Bern im Hüttenbau sehr tätig gewesen ist, worüber man die Texte und Rechnungen vergleiche. Für das Schweizerische Alpine Museum und die Zentralstelle für alpine Projektionsbilder findet man nur in meiner kleinen Festschrift zusammenhängenden Bericht, was vielleicht für später zu konstatieren nützlich ist. Wenn es endlich statthaft ist, Zahlenvergleiche zu ziehen, die bekanntlich hinken, so wollen wir, im Anschluß an eine Angabe der Sektion Tödi, konstatieren, daß die Sektion Bern von 1863 bis 1907 an die Zentralkasse abführte Fr. 59,163.40 und von ihr an Subentionen empfing Fr. 16,696. 55, und daß, im Vergleich zur Sektion Uto, das Kapitalvermögen der Sektion Bern am 31. Dez. 1912 betrug Fr. 35,553. 06; das an Immobilien und Inventar Fr. 179,300, wovon an Versicherungssummen auf die Bibliothek und Zugehöriges fallen Fr. 29,500, auf das Schweizerische Alpine Museum Fr. 80,000, auf die Hütten Fr. 69,800. Es ist nur billig, hervorzuheben, daß an dem Kapitalstock die Schenkung Coolidge von 1904 mit über Fr. 25,000 partizipiert.

Die Sektion Pilatus, welche im Jubiläumsjahr 1913 die schwere Last des Zentralfestes auf sich genommen hatte, konnte wohl auf die „ Gedenkschrift zum 50jährigen Bestände 1864-1914 " nicht diejenigen finanziellen Mittel verwenden, welche ihr ohne das zur Verfügung gestanden hätten, und mußte sich mit einem bescheidenen Büchlein von 35 Seiten begnügen. Immerhin hat es der Verfasser, Staatsarchivar P. X. Weber, verstanden, in Kürze ein Bild von der Entstehung und dem Wirken der Sektion in den ersten 50 Jahren zu geben. Es ist sehr zu begrüßen, daß er uns die Gründung der Sektion ausführlich und mit Nennung der 11 Männer erzählt, welche die konstituierende Versammlung auf den Gütsch bei Luzern am 11. Mai 1864 ausschrieben und dort die Statuten und 6 weitere Mitglieder annahmen, denen sich bis Ende des Jahres noch einer anschloß, so daß die Sektion mit 18 Mann in das zweite Jahr ihres Bestehens hinüberging. Von den in den Statuten aufgeführten Zwecken konnte der, „ ihre Aufmerksamkeit dem Führerwesen zuzuwenden ", erst 1877, in Verbindung mit Mitgliedern auf dem Gotthard, in Engelberg und in Erstfeld, in Form eines „ Führertarifs für alpine Exkursionen in der Zentralschweiz " ausgeführt werden. Aber schon 1867 wagte es die Sektion, bei einem Bestand von 35 Mitgliedern und Fr. 48. 82 Vereinsvermögen, die V. Jahresversammlung des S.A.C. zu übernehmen, und wußte sie unter der Leitung von Prof. Zähringer und Prof. Kaufmann, zu denen noch Prof. Rambert als Vortragender kam, auch gut durchzuführen, wovon eine kleine, 1868 herausgegebene Erinnerungsschrift, 51 Seiten mit geologischen Durchschnittsprofilen des Pilatus, Zeugnis ablegte. Es ist aber nicht richtig, was P. X. Weber hier anmerkt, daß dies die erste Publikation einer Sektion des S.A.C. gewesen sei. Diesen Rang hat ihr die Sektion Rhätia mit ihrem Bericht über die „ Exkursion auf die Sulzfluh im Rhätikon " 1864 vorweggenommen. In pikanter Weise springt hier der Verfasser auf das Klubfest von 1913 ( das zweite in Luzern gefeierte ) über, das unter der Leitung von Dr. Hans Brun und Oberstlt. Julius Weber, bei einem Sektionsbestand von 442 Mitgliedern, 198 Klubgenossen aus 56 Sektionen zur 51. Abgeordnetenversammlung und zirka 450 Mitglieder und Gäste zur Generalversammlung ver- einigte, vor welcher P. X. Weber über „ die Bedeutung des Pilatus in der Alpenkunde ' ' sprach. In ähnlich frohgemuter Weise geht nun der Verfasser die dazwischen liegenden Leistungen der Sektion durch: die Aufzeichnung der im Kanton Luzern vorhandenen erratischen Blöcke ( 1868 ), die Erwerbung solcher Findlinge ( 1872 und 1891 ), den Bau der unteren Hüfihütte im Maderanertal ( 1873 ), der oberen ( 1899 ) und der Dammahütte am Moosstock im Göschenertal ( 1914 ), die Zentralleitung des 8. A. C. ( 1873—1875 ), die Bemühungen zum Schütze des Edelweiß ( 1881 ), um die Instandhaltung des Heitertannliweges am Pilatus ( 1880—1914 ), Erstellung eines Reliefs vom Pilatus ( 1867 ), eines Panoramas vom Tomlishorn durch X. Imfeid, Markierung der Pilatuswege von Horw und Kriens und vom Klimsenhorn zum Tornii, Ausstellung einer Monographie der Nachbarberge Rigi und Pilatus an der Landesausstellung in Zürich ( 1883 ) und des Jungfraureliefs von Ing. Simon in Luzern ( 1889 ), Unternehmungen, die beide mit finanziellem Rückschlag endigten, Veranstaltung eines Skikurses ( 1902 ) und finanzielle Unterstützung des Skiklubs ( von 1910 hinweg ). An diese allgemeine Schilderung schließen sich biographische Notizen über die Vorläufer der alpinen Bestrebungen in Luzern und die hervor-ragensten Mitglieder der Sektion seit 1863 an. Unter den erstem figurieren: Renward Cysat, Karl Nikiaus Lang, Moritz Anton Kappeier, General Franz Ludwig Pfyffer von Wyer, Pfarrer Schnyder, Oberst Karl Pfyffer, Prof. Jos. Ludwig Aebi, für welche Weber auf sein Pilatusbuch ( siehe S.A.C.J.. XLVIII 307—310 ) verweist. Unter den letzteren werden besprochen der noch lebende Gründer der Sektion, Anton Schürmann, ferner Abraham Stocker, Hermann Zähringer, Karl Weber-Disteli, Prof. F. J. Kaufmann, Karl Nager-Gloggner, Ignaz und Eduard Röthelin, Dr. R. Stierlin-Hauser, Ing. Otto Gelpke ( verunglückt am Mythen 1895 ), Oskar Balthasar, Karl Strübin, Andreas Bucher, G. Speck-Jost, Karl Hermann ( verunglückt an der Jungfrau 1905 ), Rudolf Wyß, Moritz Seligmann und Ernst Jung, um nur die schon verstorbenen zu nennen. Auch über Sektionstouren und gesellige Anlässe bringt P. X. Weber zum Teil recht witzige Bemerkungen vor. Über die ersteren gibt eine Tabelle, die von 1865 bis 1914 reicht, über die Vorstandsmitglieder seit 1864 eine andere Auskunft. Eine dritte zählt die Jahrbuchbeiträge von Mitgliedern der Sektion, eine vierte die im Schöße der Sektion gehaltenen Vorträge auf. Illustriert ist das Büchlein durch ein Pilatustitelbild, 3 schon erwähnte Hüttenbilder, und 13 kleine Porträts der Veteranen und Ehrenmitglieder, zu einem Tableau vereinigt. Auch diese Ergänzung zu meiner großen Festschrift wird künftigen Historikern des S.A.C. von Nutzen sein.Redaktion.

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