Section Chaux-de-Fonds du Club Alpin Suisse

Hinweis: Dieser Artikel ist nur in einer Sprache verfügbar. In der Vergangenheit wurden die Jahresbücher nicht übersetzt.

Sektion Basel S.A.C.J.ahresbericht pro 1907 ( 45. Vereinsjahr ). Dazu eine Beilage: Traversierung des Großen Schreckhorns, von Dr. Felix Schneider.

Die beiden Jahresberichte haben das Gemeinsame, daß sie außer den Vereinsnachrichten, über welche sich, in kürzerer Form, unsere Leser allenfalls auch durch die „ Alpina " und die Chronik des S.A.C., Abschnitt Sektionen, in diesem Jahrbuch Rats erholen könnten, auch ausführlichere Berichte mit Illustrationen über einzelne hervorragendere Bergfahrten von Mitgliedern enthalten, welche allgemein bekannt zu werden verdienen.

In den Bulletins der Section Chaux-de-Fonds ( ich bespreche beide zusammen, da die Einsendung von Bulletin Nr. 15 letztes Jahr zu spät erfolgte, um noch berücksichtigt werden zu können ) sind es: Course au Ghiridone, par M. Emile Courvoisier; Dans les Pyrénées, par P. C.; Le Cervin de Zmutt, par S. ( mit einer sehr gelungenen Glyptographie von Ditisheim in Basel, nach einem Cliché von Mr. Henry Rieckel: Le Cervin, vue prise de la Dent d' Hérens ); Ascensions en Norvège, par M. Erik Ullen, traduit de l' Anglais par M. Paul-C. Jeanneret ( dazu eine Glyptographie: Store SkagastoelstindCourse à Pierre à voir, par Emile Courvoisier; Dans les Alpes Lépontiennes et d' Adula ( anonym; jedenfalls von J. Gallet; die zwei die lebhafte Erzählung illustrierenden Glyptographien von Ditisheim, nach Wehrli-Aufnahmen: Cascade de la Toza, Val Formazza, und Route du Splugen, vue sur Guggernull et le Rheinwaldhorn sind weniger gelungen, was bei dem ersten Bild mit der Schwierigkeit des Sujets zusammenhängtün détracteur des Alpes, par M. Jean Cart ( gemeint ist Chateaubriand und sein Voyage au Mont Blanc und Mémoires d' Outre-TombeLa Dent Blanche en perspective ( humoristische, manch- mal etwas derbe Schilderung einer nur bis zur Cabane de Bertol durchgeführten Dent Blanche-Besteigung ); En dirigeable, par Emile Courvoisier ( pikantes Zukunftsbild ). Die Sektion hat auch die Gewohnheit, ihre Sektionstouren in gedruckten Beschreibungen niederzulegen, was jedenfalls ihrem künftigen Historiographen zu statten kommen wird.

In der Beilage zum Jahresbericht der Sektion Basel sind zwei Schriftstücke aufgenommen worden, deren Lektüre einen weiteren Leserkreis interessieren könnte, erstens der Brief, den Dr. Emil Burckhardt bei Anlaß seiner Ernennung zum Ehrenmitglied des S.A.C. an die Sektion Basel gerichtet hat und der in meisterhafter Weise die Aufgaben und Ziele des S.A.C. umschreibt, und zweitens ein Vortrag, den Dr. Felix Schneider vor der nämlichen Sektion gehalten hat. Dieser schildert eine führerlose Traversierung des Großen Schrechhorns ( Aufstieg über den Andersongrat, Abstieg auf dem gewöhnlichen Wege ), die der Verfasser mit drei Freunden im Juni 1904 gemacht hat. Die eingestreuten Bemerkungen über den ethischen Wert des Bergsteigens, besonders auch für den wissenschaftlich tätigen Menschen und namentlich den Studenten, haben in ihrer von dem heutzutage so beliebten Bombast freien und nüchternen, wenn auch warmen Fassung meine volle Billigung; ebenso im allgemeinen die Bemerkungen über Führerlose und Führer, und namentlich die Erwähnung der wackeren Tat Gottfried Bohrens im großen Schreckhorncouloir. Nützlich sind auch die Mitteilungen über eine neue Doppelseilmethode für Zweierpartien auf verschneitem Gletscher. Dagegen wäre selbst in einer nur für beschränkte Zirkulation bestimmten Druckschrift die Wiedergabe des Führergeredes über die Begegnungen von Miß Bell und Fräulein Kuntze in der Schwarzegghütte und auf dem Schreckhorn-Lauteraarhorn-Grat besser unterblieben. Ein bekannter Clubgenosse und alpiner Schriftsteller hat das nämliche seinerzeit in der „ Alpina " verbreitet, und es ist ihm nicht wohl bekommen. Und überhaupt, eben weil der S.A.C. ein „ Männerverein " bleiben soll — ich gehe darüber mit dem Sprecher der Sektion Basel in Bern ganz einig — so wollen wir den bergsteigenden Damen gegenüber der ritterlichen Pflicht der Courtoisie eingedenk bleiben. Und gesetzt auch, es wäre etwas an dem Gerede, was ich aus Überzeugung bestreite, sind wir denn so sicher, daß ein „ Herr der Schöpfung " in ähnlichem Falle sich vor dem Rivalen kollegialer benommen und seinen Neid besser verschluckt hätte? Ich erlaube mir, das aus meiner Erfahrung heraus lebhaft zu bezweifeln.

Redaktion.

Feedback