Spitzensport-RS für Skitourenrennläufer

Erstmals in der Geschichte des Ski Mountaineering können die Athleten des SAC von der Armeestruktur für Spitzensportler profitieren. Dazu geführt hat – unter anderem – politischer Druck.

Arno Lietha hat sein Glück am Anfang gar nicht richtig fassen können: Er und sein Kollege Patrick Perreten sind die ersten Skitourenrennläufer, die die Rekrutenschule für Spitzensportler absolvieren können. Konkret heisst dies: Sie leisten ab nächstem Jahr rund 100 Tage Dienst, können diese Zeit für das Training in Magglingen oder Andermatt nutzen – und erhalten Erwerbsersatz. «Damit schlage ich zwei Fliegen auf einen Streich: Ich muss mir weniger Sorgen ums Geldverdienen machen und habe als Sportsoldat ein ideales Umfeld, um mich auf die Saison vorzubereiten», sagt der 20-Jährige.Normalerweise ist diese spezielle Struktur der Armee vor allem Athleten aus olympischen Sportarten und aus Sportarten von besonderer Bedeutung wie etwa dem Schwingen vorbehalten. Doch im vergangenen Jahr haben sich Politiker aus verschiedenen Parteien für das Ski Mountaineering eingesetzt. Der Grund: Das Schweizer Grenzwachtkorps musste aus Spargründen seine Unterstützung für die Skitourenrennläufer streichen. Unter anderem wegen des politischen Drucks hat deshalb die Armee ihre Türen für die Athleten vom Swiss Ski Mountaineering Team des SAC geöffnet.

Ein zusätzlicher Anreiz für Junge

Davon profitiert nicht nur der Nachwuchs. Auch die Elite kann ihre Wiederholungskurse neu als Spitzensportler absolvieren. Wie etwa Werner Marti oder Iwan Arnold. Iwan Arnold findet es «eine gute Lösung». Er hat 100 bezahlte Tage, an denen er sich dem Training widmen kann. Daneben arbeitet er weiterhin für die Grenzwache. «Wir haben für mich eine individuelle Lösung gefunden. Ich verdiene zwar etwas weniger, bin aber weiterhin sehr flexibel, was das Training und die Arbeitszeiten angeht», sagt der Walliser. Er sieht die Spitzensport-RS als Chance: «Das ist für Junge ein zusätzlicher Anreiz, diesen faszinierenden Sport auszuüben.» Arno Lietha stimmt ihm zu. «Unsere Sportart ist im Aufwind. Nun geht es darum, dass wir uns in Magglingen möglichst gut verkaufen!»

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