Sportmädel

Am 28. Dezember 1933 brechen zwei in Wien auf, um auf Ski die Alpen bis zum Mont Blanc zu durchqueren: Sepp Brunhuber, bekannt als Pionier des extremen Winteralpinismus, und Julia Huber. «Ein Sportmädel, wie ich kein zweites fand. Unerschrocken ist sie auf Skiern, das Turenfahren geht ihr über alles.» So beschreibt Brunhuber sie im Buch Wände im Winter. Auch das Klettern in winterlichen Verhältnissen muss ihr gefallen haben. Denn das Duo besteigt viele grosse Gipfel, so den Grossglockner, die Kleine Zinne, die Marmolata und den Piz Buin. Anfang April 1934 kommen die zwei Skialpinisten in die Schweiz: Silvretta, Weissfluh, Chur, Oberalp-, Furka- und Grimselpass, immer mit Ski oder zu Fuss. Wegen Schlechtwetter müssen sie sechs Tage in einer baufälligen Baracke ob dem Grimselstausee ausharren und fünf in der Lauteraarhütte, dann gehts hoch auf das Oberaarhorn, das Grosse Wannenhorn, das Grosse Fiescherhorn, das Finsteraarhorn und die Äbeni Flue. Durch die Walliser Alpen gelangen sie nach Courmayeur, und am 23. Mai 1934 um sieben Uhr morgens stehen Julia Huber und Sepp Brunhuber auf dem Mont Blanc. In Courmayeur warten sie drei Wochen auf ihre Velos. Auf diesen radeln sie 1200 Kilometer nach Wien zurück: «Dann hielten wir an einer Strassenecke, und das erste Mal nach sechs Monaten trennten wir uns, und Julia fuhr gleich mir, aber in anderer Richtung, nach Hause.»

Autor / Autorin

Daniel Anker

Daniel Anker (* 1954), Reisejournalist und Bergpublizist in Bern, ist Verfasser mehrerer Skitouren-, Wander-, Klettersteig- und Radführer für viele Regionen der Schweiz sowie für Côte d’Azur, Languedoc-Roussillon und Kalifornien. Im AS- Verlag gibt er Bergmonografien über grosse Gipfel der Schweiz heraus.

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