Steghorn

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Vom großen Strom der Wildstrubelbesucher etwas vernachlässigt, verdiente von den beiden östlichen Ausläufern des Massivs namentlich der gegen Norden ausschauende größerer Aufmerksamkeit gewürdigt zu werden.

Der große Hauptkamm des Wildstrubelmassivs entsendet eine Abzweigung vom Lämmernsattel, resp. von seinem westlichen Abschluß aus nach Südosten, mit den Haupterhebungen Schneehorn, Schwarzhorn, Daubenhorn; eine andere vom östlichen, das Engstligental dominierenden Gipfel, dem Großstrubel aus gegen Osten, zwischen welchen Recken sich das Becken des Lämnierngletschers befindet. Von dem Fuße des nach Osten jäh zu einer breiten Gratlücke, der Strubeleck ( 2930 m ), abfallenden Großstrubels steigt die Kammlinie, erst unmerklich, allmählich erheblicher als breiter Firnrücken zum zierlich geformten nordöstlichen Eckpfeiler des Steghorns auf. Zur Linken die steil aufstrebende, von tief eingeschnittenen Runsen durchzogene Südflanke des Großstrubels, zur Rechten der Firnmulde der breite Halsrücken des Lämmernhorns, erreicht man nach halbstündiger Wanderung, vom großen Plateau des Lämmerngletschers aus, die Einsattlung der Strubeleck. Auf der Nordseite dieser Einsattlung fällt der teilweise vergletscherte Steilhang zu den Trümmerfeldern oberhalb der Engstligenalp ab. Erst der Kammhöhe folgend, dann etwa 100 m. unter der Spitze nach der südlichen Gratrippe hinüberquerend, auf dem Rücken derselben ansteigend, erreicht man die Spitze des Steghorns von der Strubeleck aus in fernem 8/± Stunden. Einige Meter unterhalb desselben verengt sich das nach oben immer schmaler werdende Schneedach zur ziemlich scharfen Kante. Nach Norden, Osten und Süden bricht der Gipfel in jähen Abstürzen ab. Der nördliche Grat, welcher die Nordwestwand von dem im Üschinentäligletscher basierenden Ostabsturz trennt und zur Einsattlung beim Thierhörnli hinabführt, ermöglicht eine Traversierung des Gipfels von Westen nach Osten, während der in glatter Steilwand zum Roten Totz abfallende Südgrat sehr wahrscheinlich unpassierbar ist. Geübte Kletterer können durch ein zirka 100 m. hohes Couloir auf der Nordseite vermittelst einiger fester Vorsprünge, im Gestein befindlicher Ritzen links von der Gratschneide ein plattiges Gesimse erreichen und, dasselbe nach rechts querend, einen Gratvorsprung gewinnen. Einige weniger hohe, im linksseitigen Hang befindliche Felsabsätze und Schuttbänder und mehr oder weniger stark geneigte Platten müssen dann passiert werden, bis man weiter unten auf breitem, weniger steilem Fels- und Schuttrücken vorrücken kann und ohne Schwierigkeit die Einsattlung beim Thierhörnli erreicht. Mit Benutzung einer Schuttrunse und weiter unten über Steintrümmer und Geröll gelangt man, rechtsseitig absteigend, bei ungefähr 2700 m. auf den schwach geneigten mittlern Teil des Üschinentäligletschers, nach Durchquerung desselben in Ostrichtung zum Einschnitte der Roten Kumme, von welcher ein Fußsteig durch das Hochtal zu den Rasenplätzen außerhalb des Daubensees hinunterführt.

Vom Steghorngipfel dem das Firnfeld südöstlich flankierenden Felsrücken folgend, würde man auch zu einer Lücke gelangen, bei welcher der Grat westwärts sich zum Lämmernhorn erhebt, durch eine Kehle, dann etwas rechts in dem von Grasbändern durchsetzten Felsgehänge auf der Südseite absteigend, zur Terrasse beim kleinen Seelein bei Punkt 2598 der topographischen Karte hinuntergelangen können. Das Felsband unterhalb der Terrasse ist an mehreren Stellen von Rasenhängen unterbrochen. Die Terrasse der Lämmernalp am Fuße des Abhanges nordwärts durchschreitend, gewinnt man leicht das Tälchen der Roten Kumme.Pfarrer A. Hürner ( Sektion Blümlisalp-Wildhorn ).

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