Teuflischer Katzenstein

Manche Berge scheinen wie geschaffen für die Vermarktung: So der Pizol, wenn man der SAC-Sektion Piz Sol glaubt, die ihn zum «Sonnenberg» macht («Die Alpen» 05/2016). Aber in erster Linie waren Berge schon immer gefährliche Orte, die man aus Angst vor Abstürzen und Wetterumschwüngen mied. In Sagen tritt die Gefahr auch personifiziert auf. An das Schicksal dreier Frauen, die in die Höhe statt zur Messe gingen, erinnern die Drei Schwestern («Die Alpen» 06/2016). Aus Furcht gab man dem Leibhaftigen verhüllende Namen. Beim Chatzestei, einem Findling in Spiez, soll das Tier in Wahrheit für niemand anderen als den Satan stehen. Höchstpersönlich tritt der Teufel im Tüfelsch Chopf zwischen Schanfigg und Prättigau auf. Und sowohl die Diablerets auf der Grenze von Bern, Waadt und Wallis als auch die Diavolezza über dem Berninapass sind nichts anderes als «teuflisch» – entweder weil man den Höllenfürsten dort vermutete oder weil die dortigen Alpen so steinig sind, wie man sich die Hölle heiss ­vorstellt.

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