The Alpine Journal

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Obschon der Alpine Club 1907 sein 50jähriges Bestehen zu feiern im Falle war, hat doch dieses große Ereignis im Alpine Journal wenig-Schatten vorausgeworfen. Nur eine Erinnerungsschrift ist dem Augustheft einverleibt, die allen andern ähnlichen Vereinen „ groß und klein " ebenso zu gute kommt wie dem A. C. selbst. Es ist dies eine von dem Assistent-secretary A.J. Mackintosh gemachte Zusammenstellung der Mountaineering Clubs, die von 1857—1907 in allen fünf Erdteilen entstanden sind. Es sind dies 165 Vereine, zu denen am Vorabend des Jubiläums ein 166. hinzukam, die erste Vereinigung bergsteigender Damen in England, the Ladies Lyceum Alpine Club. Von jedem dieser Vereine werden ganz kurz die wichtigsten Lebensereignisse angegeben, eine mühevolle, aber sehr nützliche Arbeit. Der übrige Inhalt der vier zu besprechenden Hefte verteilt sieh in gewohnter Weise auf die beiden Devisen des A. C.: „ Mountain adventure " und „ Scientific Observation ". Ich nenne nur die größeren Artikel. In der Februarnummer bringt W. A. B. Coolidge seinen sehr interessanten Artikel über Early visits to Zermatt and Saas zu Ende. Er handelt darin zuerst von Prior Muriths Besuch in Gruben, Zermatt, dem Riffel, Saas und Simplon im. Jahr 1803, dann von Juste Oliviers Reise nach Zermatt im Jahr 1843. Der Autor benutzt die Gelegenheit, die nötigen Nachträge und Korrekturen zu seinem 1889 erschienenen Werk: Swiss travel and Swiss guide books anzubringen, wofür man ihm nur dankbar sein kann; ebenso einen Nachtrag zu dem im Novemberheft 1906 erschienenen ersten Teil seines jetzigen Artikels, betreffend die Reisen der botanischen Gehülfen A. v. Hallers im Wallis und Berner Oberland. Die nämliche Nr. 175 bringt einen Artikel von Edward A. Broome: Dolomites up to date. Nach einer Einleitung, in welcher die Tatsache festgestellt wird, daß seit sieben Jahren kaum mehr eine Zeile über die Dolomiten im A.J. erschienen sei, werden folgende Touren beschrieben: Delago-, Stabeier- und Winkler-Türme ( dazu ein schönes Vollbild ), Tscheinerspitze ( Rosengartengruppe ) über die Westflanke, Rosengartenspitze über die Südostflanke, Latemar, Ostgipfel, Fünffingerspitze durch den Schmittkamm ( 1 Illustration ), Fünffingerspitze über die Daumenscharte, Marmolata, Südwand ( dazu ein Vollbild mit eingezeichneter Route ), Diamantiditurm, Tofana di Razes ( dazu ein Vollbild ), Punta Cesdalis, Monte Cristallo, Südgrat. Dr. H. Hoek schreibt mit Autorität und unter Anführung einer reichen Literatur über Schneelawinen. The Conquest of Ruwenzori by Douglas W. Freshfield ist eine Zusammenfassung des Vortrages, den der erste Ersteiger, der Herzog der Abruzzen, vor der Royal Geographical Society ( bei diesem besonderen Anlaß waren auch König Edward und der Prinz von Wales, die Patrone der R. G. S., zugegen ) am 12. Januar 1907 gehalten hat, und der Erfahrungen, welche die weniger glücklichen Reisenden, Freshfield selbst, A. L. Mumm, Dr. David u.a., an diesem Gipfel gemacht haben ( 5 Bilder und eine Karte illustrieren das auch wissenschaftlich interessante Resumé ). Ein böses Abenteuer schildert L. S. Amery mit: A near thing on the Aiguilles Rouges ( dazu ein Vollbilddie erste Traversierung des Groß Lohner von Norden nach Süden W. R. Caesar ( 2 Illustrationen ). Nr. 176 enthält zuerst: Some traverses in 1906, by Harold Raeburn. Nach einer pikanten Einleitung über „ einst und jetzt " beschreibt der Verfasser die Traverse of the Aiguille d' Argentière by the Saleinaz Ice wall and over la Flèche Rousse ( south Peakthe Finsteraarhorn from end to end ( d. i. von der Finsteraarhornhütte über die Südwestflanke auf den Südostgrat und über diesen zum Gipfel und Abstieg über Hugisattel und Agassizjoch zum Finsteraarjoch und zur Schwarzegghüttetraverse of the Schreckhorn, up by N. W., down by S. W. arête; traverse of the Matterhorn to Italy by the Zmutt-arête ( dem Artikel sind vier sehr schöne Vollbilder beigegeben ). Eine sehr hübsche Plauderei über seine Erlebnisse in den Alpen und seine launigen Ansichten über Vor- und Nachteile und den Zweck des Bergsteigens gibt A. D. Godley unter dem neckischen Titel „ The Alps ". Sehr instruktiv ist A. L. Mumms „ The Bifertenstock and its Neighbours ". Bestiegen wurden außer dem Bifertenstock, auf welchen verschiedene Routen beschrieben werden, der Selbsanft über die Scheibenrunse, Claridenstock, die Brigelserhörner, Piz Puntaiglas, Tödi, Ruchi und Hausstock ( 4 sehr schöne Bilder nach Aufnahmen von Mr. Mumm ). Es folgt: A Day and Neight on the Nesthorn by Wm. T. Kirkpatrick ( dazu ein Vollbild ) und Some byways in South Tyrol, by A.J. Butler ( 2 Illustrationen ). Nr. 177 enthält: Through the Graians by A. E. Field ( 4 sehr schöne Vollbilder illustrieren die gemachten Hauptbesteigungen: Pointe de Charbonel, Grande Casse, Grand Paradis und Tour du Grand St. Pierre ). Der Hauptkenner und Erforscher der norwegischen Alpen, W. Cecil Slingsby, spricht von seinen neuesten Erfahrungen dort in dem Artikel „ The Ice-axe in Troldheim " ( Versuch auf Furnweiten, Ersteigung der Gipfel von Hofsnebba und Droningens Krone und Übergang-von Sandvikbraens Skar nach Indredal, Ersteigung des Vinnufjeld, zwei Vollbilder und eine Karte ). In die Schweizer Alpen kehren wir zurück mit R. L. G. Irvings „ Ascent of the Central Peak of the Bouquetins from the west " ( 1 Vollbild ), und J. E. James „ The direct ascent of the Altels from the Balmhorn hut ". Nr. 178 bringt in erster Linie J. H. Claphams Artikel: Dauphiné in 1906: a first visit. Bei diesem ersten Besuch wurden außer einigen kleineren Gipfeln und Gletscherpässen der Pic de neige Cordier, die Ecrins und die Meije ( Grand Pic und Pic Central ) gewonnen, gewiß ein ganz genügender Erfolg ( 3 sehr schöne Vollbilder ). Ferner: The Gran Paradiso by the South face, by Harold Raeburn ( 2 sehr schöne Vollbilder ). Wie der Autor sagt, durch Mr. Godleys sophi-stische Lobreden über die moderne Bergsteigerei veranlaßt ist G. Winthrop Youngs Artikel „ A face climb " ( Dom über die Südwand ). In den Dauphiné kehren wir zurück mit O. K. Williamsons „ Some expeditions in Dauphiné ": A night on the Meije ( Aiguille de Goléon, Mittelgipfel der Chamoissière, Brèche de la Meije, Traversierung der Meije, wobei der Abstieg vom Pic Central im Dunkeln gemacht werden mußte, Col de l' Alpe, Traversierung der Ecrins von Süden nach Norden, Col du Sélé, Montagne des Agneaux, Col Tuckett, 3 Vollbilder ). Von Besteigungen in den „ Rocky Mountains of Skye " handelt der Artikel des Herausgebers, betitelt: The Cuillin Hills ( 3 Vollbilder ). Von dem letzten und vielleicht tiefsinnigsten Artikel des Heftes „ Mountains from a painters point of view " mafie ich mir um so weniger an, ein Resumé zu geben, als die auf den Vortrag folgende Diskussion im A. C. zeigt, daß die Versammlung darüber eben so perplex war, wie ich es bin. Die Ansicht des Malers Alfred East geht etwa darauf hinaus, daß kein Maler das Hochgebirge so wiedergeben könne, wie es wirklich sei, sondern höchstens so, wie er es sehe, und daß über diese Schwierigkeit weder bergsteigerische Erfahrung, noch wissenschaftliche Einsicht in die Morphologie des Gebirges hinweghelfe, und so wird es wohl auch sein. Die Fragen, welche das Hochgebirge wie die Natur überhaupt an den Menschengeist stellt, bleiben in ihrem tiefsten Wesen ungelöste Rätsel und an diesen wird der A. C. und der S.A.C. und wie sie alle heißen noch weitere fünfzig und mehr Jahre grübeln können, ohne zum Ende zu kommen. Und das ist gar keine erschreckende Perspektive, wenigstens in meinen Augen nicht.Redaktion.

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