Ticker Frühling 2019

Der dritte 8C+-Boulder der Schweiz ist eröffnet. Und im Wallis wurde eine 8b+-Trad-Route wiederholt.

Boulder

Noch Ende 2018 hat Theo Chappex eine hochkarätige Erstbegehung vollendet. Der Stehstart von Méithra war ihm bereits 2017 gelungen, dank Lucien Reymondin hat er dann den Sitzstart probiert. Ende 2018 gelangen ihm schliesslich die acht harten Züge an winzigen Griffen durch den überhängenden Schild in den Walliser Alpen. Chappex schlägt als Bewertung den Grad 8C vor.

Getoppt hat dies Giuliano Cameroni¹ Ende Februar. Der Tessiner eröffnete in Brione einen Boulder im Schwierigkeitsgrad 8C+. Nach acht Tagen des Projektierens knackte er Poison the Well in der Nähe des Klassikers Pamplemousse. Dies war nach Off the Wagon low von Shawn Raboutou der zweite 8C+-Boulder in der Schweiz. Kurz danach kehrte Giuliano zurück zu einem Projekt in Cresciano und eröffnete gleich den dritten 8C+-Boulder: REM ist eine Linie, die vom Start des berühmten Fred-Nicole-Boulders Dreamtime über ultrakleine Leisten direkt nach oben führt.

Fabio Arz toppte im Januar La Pelle (8A+) in Cresciano. Nico Secomandi boulderte im Februar Fred’s Shield Sit (8A+) im Murgtal. Philipp Hänggli boulderte Anfang März im Murgtal Taurus (8A). Ebenfalls Anfang März konnte Martin Keller² The Story of Two Worlds (8C) in Cresciano punkten. Er hatte die Linie von Dave Graham über viele Jahre probiert. Doch half ihm erst ein Tipp von Sebastian Cotting weiter: Mit einem Knieklemmer vermied Keller eine grausige Leiste und toppte so den Boulder.

Routen

Alexander Rohr hat Anfang März relativ schnell Shogun (8c) in Tüfleten/BL klettern können. Mitte März schrieb Patrik Aufdenblatten³ auf Facebook: «Whhhoooppp Whhhoooppp. Endlich. Hanuman clean.» Die Story zum Walliser Trad-Peace erläuterte Lacrux.com: Anfang März habe Aufdenblatten die Trad-Route zusammen mit Fabian Borter zu projektieren begonnen. Dieser durchstieg sie schon nach ein paar Tagen und holte sich damit die erste Wiederholung nach Jonas Schild. Patrik musste etwas länger dranbleiben und doppelte am 15. März nach.

Wände

Am 27. und am 28. Februar 2019 haben Simon Chatelan und Silvan Schüpbach4 an der Aiguille de l’Amône (3585 m) eine anspruchsvolle Mixedroute eröffnet. Sie gaben ihr den Namen L’accidentelle et l’accidenté, weil Schüpbach sich nicht nur den Daumen verstaucht, sondern sich durch fallendes Eis auch noch ein paar Platzwunden geholt hatte. Die Route folgt auf 850 Metern Länge einem nordexponierten Rampensystem und ist ohne fixe Absicherung. Das Duo schätzt die Schwierigkeit auf M7, 45 Grad. Ein Notausstieg sei möglich, die Lawinengefahr aber unbedingt zu beachten.

Julian Zanker verstorben

Am 24. Februar 2019 ist der 28-jährige Julian Zanker im oberen Bereich der Eiger-Nordwand bei einem Sturz verstorben. Die Unfallursache werde wohl ungeklärt bleiben, schreibt die Familie auf www.julianzanker.ch. Der Bündner Bergführer war begeisterter Alpinist und Gleitschirmflieger und hat zahlreiche ambitionierte Expeditionen unternommen, so war er unter anderem 2017 zusammen mit Stephan Sigrist auf dem Cerro Kishtwar.

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