Tourismuspreis «Milestone 2006» an den SAC

Der SAC hat im November den Touris-muspreis « Milestone 2006 » gewonnen. Belohnt wird unser Club für seine touristische Strategie « Bergerlebnis », unter anderem mit der Umgestaltung der SAC-Hütten. Dazu schreibt der schweizerische Tourismusverband: « Die Unterkünfte sind zu eigentlichen Berghotels geworden, welche die Bedürfnisse der modernen Gäste nach Geborgenheit und Einmaligkeit berücksichtigen. » Eigentlich könnten wir nur stolz sein auf eine solche Auszeichnung. Aber: Es fragt sich, wohin eine solche Hüttenpolitik führt. Hintergrund der neuen SAC-Hütten-Ausbaupolitik ist die mangelnde Rentabilität vieler Hütten. Man will durch erhöhten Hüttenkomfort mehr Besucher anziehen. Aber jede Komfortaufrüstung ( Strom, stadtgemässes Essen, Duvets, Duschen usw.so angenehm sie für alle ist - bedeutet einen zunehmenden Energiebedarf und mehr Heliflüge. Die Hüttenstandorte sind einmalige Privilegien in weitgehend unberührter Natur! Will der SAC seine historische Verantwortung zum Erhalt der Bergwelt wahrnehmen, müsste Innovation im Hüttenwesen heute heissen: Beibehaltung nicht rentierender Hütten als einfache Unterkünfte, Umbauten unter grösstmöglicher Schonung der Ressourcen und wenn, dann nur noch im Miner-giestandard. Dass das möglich ist, hat uns die Sektion Oberhasli mit der Finsteraarhornhütte lobenswert vorgemacht. Es würde dem SAC wohl anstehen, sich aktiv gegen die schleichende Kommerzialisierung und Urbanisierung der Schweizer Alpen zu wehren: für den konsequenten Schutz der « Wilderness » und für Hütten, die Vorbilder sind und nicht neue « Berghotels ».

Bernhard Batschelet, Sektion Basel und Mountain Wilderness

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