Trotz viel Sonne weniger Umsatz Hüttenstatistik 2017

2017 gehört zu den sechs wärmsten Jahren seit Messbeginn. In einigen Regionen schien die Sonne länger als je zuvor. Die Hütten ­profitierten davon aber nicht: Umsatz und Übernachtungszahlen sind zurückgegangen.

Die Winter- und Frühlingssaison 2016/17 war ein meteorologisches Auf und Ab: wenig Schnee und ungewöhnliche Kälte zu Jahresbeginn, Rekordwärme im Februar und März und ein nochmaliger Wintereinbruch Ende April. Das führte dazu, dass nur gerade die Hütten im Berner Oberland (+10,4%) und im Tessin (3,2%) die Zahlen vom Vorjahr übertreffen konnten. Gesamtschweizerisch stieg die Zahl der Übernachtungen im Winterhalbjahr auf rund 66 950 zurück (+0,2%).

Schlechter Sommer

Die Hauptsaison startete mit hohen Temperaturen im Juni und angenehmen Bedingungen im Juli. Es folgten jedoch Niederschlagsrekorde zu Beginn und unbeständige Wochenenden im Verlauf des Augusts sowie ein kühler September mit vielen Neuschneetagen. Das trübte die Sommerbilanz. Nur gerade die Hütten im Tessin (–0,3%) und in den Glarner Alpen (–0,9%) erreichten die Vorjahreszahlen annähernd. Alle anderen Regionen verzeichneten Rückgänge von bis zu 6,6%. Total zählten die 152 SAC-Hütten im Sommer rund 236 800 Übernachtungen (–5,3%).

Übers ganze Jahr gesehen gab es 303 785 Übernachtungen (–4,1% im Vergleich zum Vorjahr). Nur einmal in den letzten fünf Jahren war das Ergebnis schlechter. Das schlug sich auch im Umsatz nieder. Rund 7,1 Millionen Franken wurden mit Übernachtungen erzielt (–3,9%) und rund 19,6 Millionen Franken (–2,3%) mit Konsumationen. Dem zentralen Hüttenfonds flossen somit rund 1,56 Millionen Franken zu (–3,7%).

Feiern und bauen

Am 8. August 2017 feierte der SAC in Zermatt das 100-Jahr-Jubiläum des Solvaybiwaks. Rund 40 Personen aus Politik, Wirtschaft und Tourismus, Walliser Bergführer sowie Mitglieder der belgischen Industriellenfamilie Solvay gedachten der Einweihung des von Ernest Solvay gestifteten Biwaks.

2017 wurde die sanierte und erweiterte Lämmerenhütte wiedereröffnet, und der 2,1 Millionen Franken teure Um- und Ausbau der Spannorthütte lief auf Hochtouren. Die Präsidentenkonferenz vom 11. November 2017 bewilligte fünf Bauvorhaben mit einer Gesamtinvestitionssumme von 11 Millionen Franken. Komplett oder teilsaniert und erweitert werden 2018 die Albert-Heim-Hütte, die Binntalhütte, die Cadlimohütte, die Hüfihütte und die Capanna Pian­secco. Die Baufreude der Sektionen ist auf das neue Reglement Hütten und Inf rastruktur zurückzuführen, das die Beiträge an Bauprojekte aus dem Hüttenfonds um 10% erhöht.

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