Vegetarismus in Hütten: Vielfalt ist das Motto

Zu den Leserbriefen über die Einführung vegetarischer Menüs in den Hütten, «Die Alpen» 03/2020 bis 05/2020

Abgesehen von der ökologischen Frage scheinen mir die Argumente, die für die Einführung rein vegetarischer Menüs aufgeführt werden, nicht stichhaltig. Es wurde zum Beispiel gesagt, dass diese Mahlzeiten gesünder seien. Wenn man sich jedoch die Forschungsarbeiten zu diesem Thema ansieht, stellt man fest, dass die gesündeste Ernährung im Allgemeinen diejenige ist, die die grösste Vielfalt an Nährstoffen enthält, ohne sich selbst etwas vorzuenthalten oder im Übermass davon zu konsumieren.

Es wurde auch erwähnt, dass weniger Fleisch weniger Helikopterflüge zur Versorgung der Unterkünfte bedeuten würde. Dies wäre so, wenn man das Fleisch nicht ersetzen müsste. Das ist aber nicht der Fall, es muss durch andere Lebensmittel kompensiert werden. Letztlich wiegt ein Kilo Fleisch im Helikopter gleich viel wie ein Kilo Gemüse, womit die Ökobilanz auf Gleichstand ist.

Vorgeschlagen wurde auch eine zusätzliche Abgabe für alle, die Fleisch in den Hütten konsumieren. Dabei wird ausser Acht gelassen, dass Fleisch bereits ein sehr teures Produkt ist und dass Mahlzeiten in Hütten sicher nicht mit Verlust verkauft werden. Die Kosten werden also bereits dem Verbraucher übertragen. Das Argument schliesslich, für alle Gäste nur das Gleiche zu kochen und damit den Hüttenwartinnen und Hüttenwarten das Leben zu erleichtern, ist völlig akzeptabel. Es gibt jedoch keinen Grund, warum die Menüs ausschliesslich vegetarisch sein sollten. Das kann man sehr wohl gelegentlich machen. Aber nur vegetarische Menüs in der Hütte anzubieten, hiesse, allen anderen die Wahl von einigen wenigen aufzuzwingen.