Verkappte Schlösser

Der Name des Chasseral leitet sich vom französischen chasse ab und bedeutet in etwa Jagdgebiet. Der fast vergessene deutsche Name des Gipfels, Gestler, ist ebenfalls romanischer Herkunft, beruht aber trotz lautlicher Ähnlichkeit auf dem lateinischen castellare, Burgstelle – offenbar erinnerte diese hohe Erhebung an eine Burg. Eine Nebenform des Namens trägt heute noch ein Wald ob Bettlach, der Gäschler. Der Name stammt dort aber vielleicht auch von der echten Ruine Grenchen, die direkt darüber steht. Ein weiterer verkappter Schlossname sind die Chatalles, besser bekannt in der deutschen Form als Gastlose oder ­älter Gästlese. Grundlage des Namens ist das lateinische castellosus, burgartig; die Zacken sind also zumindest sprachlich nicht ganz so unwirtlich, wie man vermuten könnte. Der Name wurde ins Deutsche entlehnt, bevor das lateinische castellum im Französischen zu château, im Patois zu tsaté oder tsathi wurde. Die Gastlosen nennt heute niemand mehr Chatalles. Der Name versteckt sich aber noch in Chatalettes, dem Patoisnamen der nahen Alp Satteli, und auch hier ist die lautliche Ähnlichkeit nur zufällig.

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