Viergangmenü statt Gerstensuppe

Zum Begleitbrief für die SAC-Mitgliedschaft 2018

Immer lese ich die Worte des Schweizer Alpen-Clubs, wie alljährlich die Gletscher schwinden und schwinden. Aber es wird nichts unternommen. Alle Sektionen bieten viele Schneeschuhwanderungen an. Muss da noch die letzte Ruhezone unseres Bergwildes gestört werden, wenn kreuz und quer durch Wälder und Gebirge gewandert wird? Oder ich denke an die vielen SAC-Hütten, die heute lieber ein Viergangmenü anbieten, wenn möglich mit einem Grünsalat. Vor 40 Jahren gabs eine kräftige Gerstensuppe mit einem guten Stück Alpenkäse oder einem würzigen Schüblig. Da hatten die Hüttenwarte Abends Zeit, um mit den Gästen ein Glas Veltliner zu trinken, statt wie jetzt in alle Nacht in der Küche zu arbeiten und mit dem Chromstahlgeschirr noch die verbleibenden Gäste zu stören. Vor ein paar Jahren bestellte ich bewusst in einer SAC-Hütte statt eines Nachtessens eine Bündner Gerstensuppe. Zur Überraschung gab es einen Teller warmes Wasser mit ein paar Haferflöckli. Wo ist das Image der SAC-Hütten geblieben? Denn es scheint, als ob jede Hütte die andere übertrumpfen möchte. Aber zum Glück gibt es noch Leute wie in der Zeitschrift «Die Alpen» vom Mai 2017, die von Basel bis zum Nordcap 4000 Kilometer zu Fuss unterwegs waren.

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