Von sportlichen Leistungen zum Leistungssport

Leistungen

zum Leistungssport

Zu den Hauptaufgaben eines Verbands gehört die Sicherstellung einer erfolgreichen Zukunft. Das vielfältige Angebot des SAC wird durch den Leistungssport mit seiner aktiven Nachwuchs- und Kaderförderung ideal ergänzt.

Auf die Frage, wie alt eigentlich der Leistungssport im SAC ist, gelangt man rasch an den Ursprung des Alpinismus. Bereits die frühen Erstbesteigungen erhoben den Anspruch auf messbare Spitzenleistungen. Der Ehrgeiz und die notwendige Begeisterung, als erste auf dem Gipfel zu stehen, prägte diese Generation von Alpinisten. In der Folge entstand ein regelrechtes Wettrennen um die Erstbesteigungen.

Nun, die grosse Zeit der Erstbesteigungen ist vorbei, geblieben sind der Ehrgeiz und die Begeisterung, das « feu sacré ». Attraktive, künstliche Wände ermöglichen es heute, Kletterleistungen zu vergleichen und somit Wettkämpfe durchzuführen. Mittlerweile gibt es in der Schweiz mehr als 50 grössere und kleinere Kletteranlagen, die sich vorzüglich für Training und Wettkämpfe der Disziplinen Geschwindigkeit, Schwierigkeit und Boulder eignen. Hinzu kommt als ergänzende Winter-Bergsportart der Ski-Alpinismus.

Die zunehmende Attraktivität der Wettkämpfe im Sportklettern und im Ski-Alpinismus sowie die Betreuung der Nationalkader verlangen vom SAC eine zukunftsgerichtete und verantwortungsbewusste Organisation. Dabei verdient die Nachwuchsförderung unsere besondere Unterstützung.

Regionalzentren Grundlage für die Förderung von Breiten- und Leistungssport sind die Regionalzentren, von denen bereits mehrere zur Verfügung stehen. Der durch das Ressort Leistungssport koordinierte Aufbau dürfte im Jahre 2001 abgeschlossen sein.

Diese Trainingsstützpunkte werden von ausgebildeten SAC-Verbandstrai-nern geführt, wovon nicht zuletzt auch die Sektionen profitieren. Die Zusammenarbeit mit den lokalen Sektionen ermöglicht unkomplizierte Strukturen sowie einen engen Zusammenhalt. Die steigende Zahl an jungen Mitgliedern, die der Schweizer Alpen-Club aufgrund der Popularität des Sportkletterns verzeichnen kann, spricht für sich. Die steigenden Ein-trittszahlen in den grossen Schweizer Kletterzentren weisen zudem auf eine Entwicklung zum populären Breitensport hin. An dieser Stelle sei den Pionieren der Regionalzentren herzlich gedankt.

Sportklettern Sind die regionalen Anlässe die ideale Plattform für Einsteiger- und Hobbywettkämpfer, so ist der Swiss Cup der Einstieg in den Leistungssport. Dabei steht nicht nur das Resultat im Vordergrund, sondern ebenso das Wiedersehen mit Freunden und das Fachsimpeln über die grosse gemeinsame Liebe - den Bergsport -, die uns Alpinisten verbindet.

Die Gliederung in National- und Regionalkader ermöglicht eine stufengerechte Förderung. Schliesslich ist die mit internationalen Spitzenplätzen Samuel Estoppey, Ressortleiter Leistungssport im ZV, auf dem Zinalrothorn glänzende Nationalmannschaft der beste Ansporn für den ehrgeizigen Nachwuchs, bei dem meistens eine Mischung aus Wettkampf- und Felsklettern zum grössten Erfolg führt. Die schweizerische Kandidatur für die Sportkletter-WM 2001 ist dabei eine zusätzliche Herausforderung.

Gefordert ist aber auch das Engagement der Sportler zugunsten des Gesamt-SAC. Die konkrete Zusammenarbeit Nachwuchs-Sektionen-Nationalkader soll in Zukunft noch vermehrt gefördert werden.

Ski-Alpinismus Diese aufstrebende alpine Disziplin hat mit Veranstaltungen wie dem Diamir Race und dem Trofeo di Bivio einige besonders attraktive Wettbewerbe für den Elite- und Breitensport auf dem Programm. Die steigenden Beteiligungszahlen - nicht nur von Jugendlichen - beweisen die Attraktivität auch für Volksläufer. Sämtliche Anlässe werden sorgfältig und natur-bezogen nach SAC-Pflichtenheft durchgeführt.

Die neugebildete Nationalmannschaft bedarf einer aktiven Unterstützung, damit im nächsten Winter eine Bestätigung der ersten erfreuli- Editorial

eserbriefe

chen internationalen Resultate erwartet werden kann. Allerdings müs-| sen die Rennbestimmungen den in-5 ternationalen Reglementen entspre-= chen, damit für die Läufer einheitliche 5 und dadurch attraktive Bedingungen „ herrschen. Die Koordination mit den ö bedeutenden Anlässen im nahen ^ Ausland fördert diese äusserst an-14 spruchsvolle Sportart.

Organisation Auch im Ressort Leistungssport geht es nicht ganz ohne Papier-Berge. Es gilt, die Verbandsplanung und die Strukturen der dynamischen Entwicklung anzupassen. Dabei erhalten wir eine kompetente Unterstützung durch den Schweizerischen Olympischen Verband ( SOV ). Zudem stehen mehrere Instrumente zur präzisen Führung zur Verfügung, so dass insbesondere der Finanzplan eingehalten werden kann.

Anlässlich der Herbsttagung in Olympia entscheidet die UIAA-ICC als Dachverband über die Schweizer Kandidatur der Sportkletter-WM. Die Eingabe erfolgte im Rahmen der Landesausstellung Expo.01. Wer weiss, vielleicht erhält die Schweiz die Chance für eine eindrückliche Kletter-WM mit den Disziplinen Schwierigkeit, Boulder und Geschwindigkeit.

Zukunft des Leistungssports Leistungssport bedeutet für den SAC, dem jugendlichen Nachwuchs, aber auch den Hobbywettkämpfern und Zuschauern attraktive und spannende Wettkämpfe zu ermöglichen sowie eine verantwortungsbewusste Organisation zur Verfügung zu stellen. In den beiden Bereichen Sportklettern und Ski-Alpinismus ist die Zunahme der Teilnehmerzahlen erfreulich. Im Bereich der Regional-kader ist insbesondere das qualitative Wachstum des Nachwuchses weiter zu fördern. Einen bedeutenden Aspekt nehmen dabei auch Marketing und Controlling ein.

Ich freue mich, gemeinsam mit den Sektionen, den Verantwortlichen im Ressort Leistungssport und den Wettkämpfern die Zukunft unseres Sports anzupacken. Für alle gilt: Macht einfach mal mit, wir freuen uns über jedes neue Gesicht im Wett-kampfteam.

Samuel Estoppey, Ressortleiter Leistungssport im ZV

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Rettungswesen - Sache der Kantone

Rega-Stellungnahme zum « Problem der Funklöcher » in ALPEN 7/99, S. 12 Der Emergency- bzw. Notfunkkanal steht gesamtschweizerisch jedermann ( Bevölkerung, Dienststellen und Behörden ) ausschliesslich für die Alarmierung in Notfällen zur Verfügung. Über den Notfunkkanal kann mittels eines vom Bundesamt für Kommunikation ( BAKOM ) zugelassenen Funkgeräts Hilfe in Notfällen angefordert werden. Der Kanal wird gesamtschweizerisch von der Einsatzzentrale der Rega 365 Tage im Jahr rund um die Uhr überwacht.

Das Notfunknetz benutzt die Infrastruktur ( Fix-Stationen ) des Rega-Funknetzes. Damit wird eine beträchtliche, nicht aber eine das gesamte Territorium der Schweiz umfassende Abdeckung erreicht. Wie bei jedem Funknetz bleiben gewisse Gebiete ohne Funkkontakt, so dass eine Alarmierung über den Notfunk-kanal nicht von jedem Ort des schweizerischen Territoriums erfolgen kann. Die Rega kann deshalb keinerlei Verantwortung oder Haftung übernehmen, wenn eine Verbindung mit dem Notfunkkanal nicht oder nur schlecht zustande kommt. Die Rega empfiehlt deshalb allen Notfunk-kanal-Benutzern, die Frequenz im Tourengebiet mitzuhören, um allenfalls von der Rega nicht empfangene Verbindungen an diese weiterzulei-ten. Testrufe werden mit Vorteil erst im Tourengebiet gemacht.

In der Schweiz ist das Rettungswesen Sache der Kantone. Für die Abdeckung des Notfunks im Wallis hat sich der Kanton Wallis zuständig erklärt. Aus diesem Grunde hat die Rega ihr gesamtschweizerisches Funknetz, das sie für den Notfunkkanal zur Verfügung stellt, im Wallis entsprechend klein gehalten und verfügt dort lediglich über die Stationen Rochers de Naye, Plaine Morte, Eggishorn, Jungfrau und Trockener Steg.

Hans-Peter Kurz, Geschäftsleitung Schweizerische Rettungsflugwacht

« Funklöcher » in den Walliser Alpen

Stellungnahme der Kantonalen Walliser Rettungsorganisation ( KWRO ) zum Leserbrief in den ALPEN 7/99, S. 12 Gemäss den gesetzlichen Bestimmungen ist die Organisation des Rettungswesens Sache der Kantone. Im Wallis trat am 1. Dezember 1996 ein neues Gesetz über das Rettungswesen in Kraft. Sein Ziel ist, Qualität und Geschwindigkeit der Rettung für kranke, verunfallte oder sich in Gefahr befindende Personen zu verbessern, und zwar durch Koordination, Kontrolle und Ausbildung der Personen und Institutionen, die auf dem gesamten Kantonsgebiet tätig sind.

Die Koordination des Rettungswesens im Wallis ist durch die Alarm-und Einsatzzentrale der KWRO gewährleistet, bei der alle Telefonanrufe und Funkrufe zusammenlaufen. Der Organisation obliegt im übrigen auch die Aufgabe, ein umfassendes und koordiniertes Rettungskonzept umzusetzen, das alle Walliser Retter integriert. Eine solche Struktur ist in der Schweiz einmalig.

Was nun die Kommunikation per Funk und insbesondere die Abdeckung durch den « E»-Kanal betrifft, so hat die KWRO ein koordi-niertes Kommunikationskonzept mit der Rega und den Rettungsdiensten der angrenzenden Regionen Aostatal und Savoyen ausgearbeitet. Die Frequenz « E » wurde 1998 eingeführt, und zwar dank der Kantonspolizei, die ihr Funknetz, das das ganze Wallis abdeckt, kostenlos zur Verfügung stellt. Davon ist aus technischen und geografischen Gründen die Südseite der Alpen ausgenommen. Der Umset-zer, der diese Verbindung gewährleisten sollte, steht am Grand Combin auf 4400 m. Er ist zu stark den meteorologischen und funktechnischen Störungen ausgesetzt, als dass er eine zuverlässige Abdeckung garantieren könnte.

Die Mängel, die der ALPEN-Leser-briefschreiber erwähnt, treten zum Teil auf der Haute-Route von Chamonix nach Zermatt und an anderen Stellen im Grenzgebiet auf. Wenn alles nach Plan verläuft, sollten diese Mängel ab Herbst 2000 mit dem Ausbau des « Emergency»-Netzes in Savoyen und im Aostatal behoben sein.

Damit diese Mängel nicht allzu stark ins Gewicht fallen, verwendet die Walliser Alarmzentrale den « K»-Kanal für die Kommunikation mit Rettern und den meisten Bergführern, die seit einigen Jahren mit diesem Interventionskanal ausgerüstet sind. Die Einsatzzentrale ist ebenfalls dafür eingerichtet, Funkrufe von allen alten wie von neuen Funkgeräten zu empfangen. Dies ist ein bedeutender Vorteil gegenüber dem nationalen Netz, bei dem der Empfang von Notrufen von Apparaten ohne den Kanal « 2-1414 » ausgeschlossen ist. Im Verlauf des Jahres 2000 werden aufgrund eines von allen drei Regionen unterzeichneten Vertrags auch die Einsatzzentralen von Aosta und Chamonix alle Notrufe entgegennehmen und die Rettungseinsätze im Grenzgebiet koordinieren können.

Die Telekommunikationsprofis räumen ein, dass ein flächendecken-der Funkempfang in den Bergregionen nicht überall garantiert werden kann. Funk ist zwar ein ausgezeichnetes Hilfsmittel bei Rettungsaktionen, aber die gute alte Weisheit « Vorbeugen ist besser als heilen » hat immer noch ihre Gültigkeit. Unsere Empfehlung lautet deshalb: Vorsicht und Kompetenz in den Bergen, Kenntnis der Verhältnisse, lieber einmal verzichten und - vor allem - viel Vergnügen.

A. Zufferey, Präsident, und J. Michelet, Direktor, KWRO ( ü ) Wenn wir uns kurz an die Katastrophen des vergangenen Februars erinnern, können wir den Umfang der geleisteten Arbeit einschätzen: Die Benützung von zahlreichen Maschinen verschiedener Unternehmen, die Unterstützung durch die Armee, die äusserst schwierigen Wetterbedingungen, der Stress der Retter und die Verzweiflung und Not der betroffenen Menschen - alle diese Schwierigkeiten und Hindernisse konnten unfallfrei bewältigt werden dank der erfahrenen Piloten!

Genau zur Zeit, wo der « Sachplan Infrastruktur Luftfahrt » eingeführt wird, haben wir bewiesen, dass die Luftfahrt nach wie vor auf qualifizierte Leute angewiesen ist. Mit den neuen Normen für die Navigation und die Ausbildung fehlen uns immer mehr routinierte Piloten. Deshalb halte ich den Beitrag, der in den ALPEN 3/99 erschienen ist, als empörend.

Jetzt, wo der Bau der Hütten und die Renovationen abgeschlossen sind, möchten gewisse Leute den Einsatz des Helikopters vermindern bzw. verbieten. Ich zitiere: « Die Sektionen können mit ihren Hüttenwarten die Versorgungsflüge der Hütten kritisch evaluieren und sich evtl. auch mit alternativen Transportmethoden befassen. Ein Beispiel ist der Einsatz des altbewährten Maultiers ( ). » Warum fragen wir nicht die Hüttenwarte, die Erfahrungen mit Maultieren gesammelt haben? Dieses Tier trägt 60 Kilos und benötigt - als Beispiel - zwei Stunden für einen Hüttenweg. Die Begleitperson verlangt 150 Franken für ihre Arbeit. Mit dem Helikopter transportiert der Pilot 750 Kilos in sechs Minuten und dies alles für 180 Franken! Man mache die Rechnung!

Was das Heliskiing betrifft, wird immer wieder das gleiche Argument vorgebracht: Anderswo ist es verboten, also lasst es uns ebenfalls verbieten! Zu diesem Thema steht im Artikel: « Nach wie vor wird Heliskiing in der Schweiz recht intensiv betrieben. » Es wird aber auch angefügt: « Heliskiing macht insgesamt nur etwa 2% des Gesamtumsatzes der gewerblichen Heliflüge aus. » Unsere italienischen Nachbarn machen sich da nicht allzu viele Gedanken. Auch wenn es offiziell verboten ist, landen sie in der Gegend der Testa Grigia,

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