Was für eine Mistress!

1878 kletterte Margaret Anne Jackson mit ihren Führern erstmals durch die Westwand des Doms, 1883 auf einer neuen Linie durch die Ostwand des Täschhorns, im gleichen Jahr machte sie die touristische Erstbesteigung des Üssers Barrhorn. Im Januar 1888 dann wilde Touren ob Grindelwald mit Ulrich Almer, Emil Boss und Johann Kaufmann: am 5. die Wintererstbesteigung des Lauteraarhorns (4042 m), am 6. diejenige des Pfaffestecki (3114 m) auf einer neuen Route, am 11. stand die Seilschaft auf dem Grossen Fiescherhorn (4049 m), ebenfalls eine winterliche Premiere, und am 16. machte das Quartett die erste Winterüberschreitung der Jungfrau (4158 m), mit einem Notbiwak in einer Spalte des Guggigletschers. Und mit bösen Folgen für die Alpinistin: Mehrere erfrorene Zehen mussten amputiert werden, vorbei war es mit dem Besteigen hoher Gipfel, dem Eröffnen neuer Routen, dem Winterbergsteigen sowieso. Kein Wort davon aber in ihrem Bericht voller Wärme und Witz; A Winter Quartette erschien im Februarheft 1889 des Alpine Journal unter dem Namen «Mrs. E. P. Jackson» – Edward Patton war ihr Mann. Schlimmer noch: Auch bei all ihren Ersttouren heisst es in den SAC-Führern bis heute «Mrs. E. P. Jackson». Ein kleiner Trost: Im SAC-Jahrbuch von 1890 finden wir für das Pfaffestecki den Namen Jacksonspitze. Ehre, wem Ehre gebührt.

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