Was ist mit der Speicherung von Solarenergie?

Zum Interview mit Jürg Rohrer, Wer die Landschaft schützen will, muss die Gebäude besser isolieren, «Die Alpen» 02/2021

Ich stimme Jürg Rohrers Analyse teilweise zu, aber ich bin nicht einverstanden, wenn er sagt, dass «in der Schweiz das grösste Potenzial für erneuerbaren Strom eben genau beim Solarstrom liegt». Die Stromproduktion mit Fotovoltaik ist aus drei Gründen problematisch. Erstens liefert sie nur unregelmässig und zufällig. Das heisst, dass für jede neue Fotovoltaikanlage, die eine beliebige Menge an Strom in das Stromnetz einspeist, irgendwo eine Energiereserve vorhanden sein muss, die die gleiche Menge an Strom einspeist, wenn die Sonne wieder verschwindet. Zweitens ist die Produktion im Sommer hoch, wenn der Verbrauch niedrig ist, und drittens ist ihr Energie-Leistungs-Verhältnis im Vergleich zu anderen erneuerbaren Energieformen eher niedrig. Aus dem letztgenannten Grund kann die zukünftige Fotovoltaikproduktion zu nicht mehr als 7% bis 8% des geschätzten Endverbrauchs des Landes im Jahr 2050 beitragen. Die sommerliche Überleistung, die aus dieser maximalen Jahresproduktion resultiert und den Bedarf des Landes bei Weitem übersteigt, könnte nur durch eine deutlich erhöhte Kapazität der derzeitigen Pumpspeicherkraftwerke aufgefangen werden. Nur so ergibt Strom aus Fotovoltaik Sinn. Wenn die Steuerung des Netzes, also der Ausgleich zwischen Verbrauch und Leistung, zu einem grossen Teil durch Pumpspeicherkraftwerke gewährleistet würde, erhielten die grossen Alpenstauseen ihre historische Rolle als saisonale Speicher zurück. Das wäre eine echte Herausforderung für die Energiewende. Dafür brauchen wir keine zusätzlichen leistungsstarken Solarkraftwerke in den Alpen.

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