Wildruhezone Val d’Anniviers

In Zinal ist eine unverhältnismässig grosse Wildruhezone geplant, die einen Grossteil des sehr bekannten Freeridegebiets betreffen würde. Es handelt sich um eine Kompensationsmassnahme zum Neubau einer Luftseilbahn, mit der man von Grimentz direkt ins Skigebiet von Zinal gelangen kann.

Rückfragen bei der kantonalen Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere haben ergeben, dass bei der Planung der Schutzzone die lokalen Akteure (Bergführer, Skischulen, Organisatoren des jährlichen Freeride-Events, SAC-Sektionen) nicht einbezogen wurden. Die Fachstelle Natursport-Naturschutz des SAC hat den federführenden Personen beim Kanton dringend geraten, einen partizipativen Prozess zu starten, da das Projekt keine Chancen auf Akzeptanz hat, stiess aber nicht auf offene Ohren. Anschliessend wurden die lokalen Akteure selbst aktiv.

Inzwischen fanden Diskussionen statt, wobei der Kanton signalisiert hat, dass er die ursprünglich geplante Wildruhezone nicht mehr ändern und dem Walliser Staatsrat zur Genehmigung vorlegen will.

Es handelt sich hier um ein klassisches Beispiel, das die Rolle des SAC «im Sandwich» zwischen Erschliessungsprojekten und Wildtierschutz illustriert. Dass die kantonale Dienststelle hier nicht an einer verhältnismässigen Lösung interessiert ist, ist sehr ernüchternd und definitiv kein gutes Beispiel für «Stakeholdermanagement.»

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