Wildruhezonen: der SAC auf dem falschen Weg

Zum Artikel «Der SAC will mitreden. Beschwerden gegen neue Wildruhezonen», erschienen in «Die Alpen» 2/2015.

Ich war sehr enttäuscht, als ich in Ihrem Magazin die Richtlinien Ihrer/unserer Politik in Bezug auf die Wildruhezonen las. Ihr Ziel ist es, die Zahl und die Grösse der Wildruhezonen zu reduzieren, ohne Rücksicht auf die in den Bergen lebende Fauna, dabei sind wir doch dort nur zu Besuch!

Zum Glück schenkt Ihnen der Gesetzgeber kein Gehör, denn Sie sind auf dem falschen Weg. Einerseits sind die Berge keineswegs nur eine Spielwiese, der Alpenclub ist nicht nur ein Sportverband, und die meisten unserer Mitglieder sind nicht nur «Sportler». Gewiss, sie betreiben Sport, wenn sie in die Berge gehen, aber in erster Linie sind sie Berggänger. Andererseits: Haben Sie nicht bemerkt, dass die Sache heute anders liegt und dass wir uns ändern müssen? Ein Beispiel: Als ich Kind war, hatte die Schweiz nur 3,5 Millionen Einwohner, und in die Berge gingen längst nicht so viele Leute. Deshalb hielten sich die Störungen von Fauna und Flora in Grenzen. Heute sind wir doppelt so viele, und die Bergsportarten haben sich ausgebreitet. Früher wurden sie ohne grosse mechanische Hilfe ausgeübt, in einer Haltung des Respekts und der Kontemplation. Heute sind die Berge ein Tummelfeld für sehr viele Menschen geworden, und überall sind Skifahrer ausserhalb der Pisten unterwegs.

Es ist zwingend geworden, die Mentalität zu ändern, Wildruhezonen einzurichten und auf gewisse Routen zu verzichten. Der einzige Punkt im Artikel, mit dem ich einverstanden bin, ist die Tatsache, dass man gegen jede neue Erschliessung mit Bahnen kämpfen muss, denn davon hat es genug. Es ist schon schwierig genug, die Wildruhezonen einzurichten und gegen die lokalen, rein finanziellen Interessen anzukämpfen; also übertreibt mal nicht!

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