Winterräume in SAC-Hütten

Schade! Da wurde bei der letzten Hüttenreglementsüberarbeitung der alte, bewährte Winterraum in «Schutzraum» umbenannt und umfunktioniert – mit einschneidenden Konsequenzen für alle, die in der Zwischensaison unterwegs sind. In einem solchen «Schutzraum» kann ich zwar überleben, aber, wie z.B. in der Leglerhütte/GL, nicht kochen. Es wird erwartet, dass ich in der hüttenwartsfreien Zeit selber einen Kocher, Pfanne und Brennstoff hinauftrage und vor dem «Schutzraum» koche. Im Fall der besagten Hütte wird dieser Leistungsabbau begründet mit schlechten Erfahrungen, die gemacht worden sind, und mit der schwachen Frequentation der Hütte in der hüttenwartsfreien Zeit. Beides sind keine stichhaltigen Argumente.

1. Schlechte Erfahrungen haben mit der Art, wie ein Raum ausgestattet ist, nichts zu tun.

2. Schwache Frequentation: Während der Saison nehmen viele Wanderer, Bergsteiger, Skifahrer, Hüttenbesucher, Familien gerne die Annehmlichkeiten einer bewarteten Hütte in Anspruch. Es gibt aber auch Berg-gänger, die gerade in der Zwischensaison gerne in die Berge gehen, weil sie die Einsamkeit suchen (der Schreibende gehört zu beiden Gruppen). Bis anhin konnte ich damit rechnen, in jeder SAC-Hütte einen einfachen, aber zweckmässig aus-gerüsteten Winterraum vorzufinden. Toll! Damit soll nun Schluss sein! Jede Sektion macht mit ihrem Winterraum/«Schutzraum» das, was sie will. Das ist Föderalismus am falschen Ort.

Mein Vorschlag:

1. Bei der nächsten Reglementsüber-arbeitung geht die Kompetenz der Ausstattung der Winterräume/«Schutzräume» wieder zurück an den Zentralvorstand (ZV), der schweizweit eine einheitliche Regelung im Sinne des alten Winterraumes verbindlich festlegt.

2. Der ZV lanciert nochmals eine Aktion (eine, die wahrgenommen wird) zum fairen, richtigen Verhalten in den unbewarteten Hütten.

Stellungnahme des SAC:

Wer eine SAC-Hütte ausserhalb der bewarteten Zeit besucht, kann davon ausgehen, dass immer ein Schutzraum zugänglich ist. Diese Regelung ist im europäischen Alpenraum einmalig. Obwohl viele Übernachtungen in diesen Räumen bedauerlicherweise nicht bezahlt werden und zunehmend Schäden durch Vandalismus zu verzeichnen sind, hält der SAC an dieser Regelung fest. Den Sektionen bleibt jedoch freigestellt, wie sie die Schutzräume ausstatten. Mit einer klaren Kommunikation gegenüber den Gästen können unangenehme Überraschungen weitgehend ausgeräumt werden. Die Website der Leglerhütte ist dafür ein gutes Beispiel.

Ulrich Delang, Bereichsleiter Hütten

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