Wirkung von Säurerückständen

La posta dei lettori

Wirkung von Säurerückständen

( vgl. ALPEN 9/96, S. 26/27 )

Ein Beispiel aus meiner Berufstätigkeit als selbstständiger Boden- und Teppichleger unterstreicht die starke Wirkung von Säurerückständen. Nach einem kleinen Autounfall musste ein wenig Schwefelsäure aus der Batterie in den Kofferraum unseres Firmen-fahrzeugs gelangt sein. Später, als das Fahrzeug wieder instandgestellt war, war der Kofferraum trocken und sauber. So wurden dort für den ersten Kundenbesuch Überkleider und Werkzeug verstaut. Am Bestimmungsort angekommen, zerfielen die fast neuen Überkleider beim Anziehen teilweise wie Zunder. Gut möglich, dass die gerissenen Seile ebenfalls zu irgendeinem Zeitpunkt in einem Kofferraum transportiert wurden, wo sie mit Schwefelsäureresten aus einer Batterie in Kontakt gekommen sind. J. Küchemann, Ennendaa

Courrier des lecteurs

( vgl. DIE ALPEN 9/96, S. 26/27 ) Als Erklärung für diese Seilrisse hat man die Einwirkung von Schwefelsäure festgestellt, dagegen blieb die Frage offen, wie denn diese die meisten Faserstoffe stark abbauende Säure auf die Seile geraten sein könnte.

Als Leiter der Abteilung für Textil-chemie an der EMPA St.. " " .Gallen bin ich diesem Problem oft begegnet, meist handelte es sich um Kleidungsstücke von Personen, die offensichtlich weder im Beruf noch in ihrer Freizeit mit Schwefelsäure zu tun bekamen. In einem Falle sind wir dann ganz konkret auf eine der wohl häufigsten Ursachen aufmerksam geworden: Diese Person besass damals noch jenen VW-Typ, dessen Batterie unter den hinteren Sitzen lag. Da die Batte-riesäure die Neigung hat aus dem Batteriekasten zu « kriechen », kann die Batterie beim Hinstellen z.B. auf den Wagenboden Spuren der Säure hinterlassen, die auf lange Zeit hinaus dort bleibt, da sie nicht verdunstet.

Gelangt nun ein Kleidungsstück ( oder Seil ) in Kontakt mit diesem ( kaum erkennbaren ) Rückstand, beginnt die Säure ihre abbauende Wirkung, die in den wenigsten Fällen optisch erkennbar wird. Wir fanden auch Schwefelsäureschäden an Textilien, die in einem ( mit einer Gummi-matte belegten ) Kofferraum lagen, in dem eine Batterie transportiert wurde. Da Gummi gegen verdünnte Schwefelsäure weitgehend beständig ist, bleibt die Gefährlichkeit von Rückständen dieser Art selbst Fachleuten verborgen!

Es ist höchst wahrscheinlich, dass der örtliche Befall mit Schwefelsäure bei den beschriebenen Seilen auf diese Weise zustande kam.

Bereits jeglicher Batterietransport im Kofferraum ist somit eine potentielle Gefahrenquelle.. " " .Vor Schaden bewahren lassen sich derart wichtige Seile nur, indem man sie nie ohne eine schützende Unterlage ( z.. " " .B. Wolldecke ) in einen Laderaum legt.

Guido Stamm-Löpfe, St. Gallen

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