Zeitler, Rudolf: „Jägerleben

Hinweis: Dieser Artikel ist nur in einer Sprache verfügbar. In der Vergangenheit wurden die Jahresbücher nicht übersetzt.

Das Bändchen ist eine Sammlung von etwa zwei Dutzend Anekdoten, Geschichten und Skizzen aus dem Jägerleben, deren Schauplatz Oberbayern und Tirol ist, wo ja die Jagd im Volksleben noch eine so bedeutende Rolle spielt. Denn Jäger und Wilderer sind Typen, die dort noch nicht der Geschichte angehören, und es finden sich unter jener lebensfrohen und aufgeweckten Bevölkerung zahlreiche Charakterköpfe und eigentliche Erzählertalente von Phantasie, Witz und Humor, die einem die Lehre, Latein sei längst eine tote Sprache, glänzend widerlegen.

Ein Schriftsteller braucht nur aus diesem lebendigen Brunnen zu schöpfen und mitzuteilen, und er kann der besten Erfolge sicher sein. Es gibt dafür in der Literatur Beispiele genug.

Zeitler hat sicher nicht alle seine Geschichten, die er bringt, von dieser Quelle her oder vom eigenen Erlebnis, namentlich die „ ernsten " nicht mit ihrer aus den landesüblichen „ Volksstücken " ( siehe Tegernseersattsam bekannten unausstehlichen Sentimentalität. Ja, wenn so ein Schnakler tragisch daher kommt, wie in „ Allerseelen " oder in „ Sylvesters letzte Sylvesternacht ", dann schlägt auch der geneigte Leser das Kreuz.

Doch finden sich immerhin ein paar lustige G'schichteln in dem Buch; das beste darin ist dasjenige vom Feiehtenbauem Steffi, den 's drei Monat ei'g'spirrt ham, weil eahm a Schnack bissen hot. Dieser Schwank ist auch ganz gut erzählt; es steckt Humor drin, und der Verfasser vermeidet den Fehler, den er sonst fast immer begeht: er will komische Situationen oder Charaktere darstellen und glaubt, dies damit zu erreichen, daß er selber sich komisch gebärdet, statt die Situation oder den Charakter reden und wirken zu lassen. überhaupt drängt er sich allzu gern selber vor, zum Schaden seiner Leistung.

Im ganzen stellt das Büchlein eine geeignete „ Schleppe " dar für gerechte und ungerechte Jünger St. Huberti und für diejenigen, auf welche die seit F. v. Kobell, Karl Stieler etc. und den „ Fliegenden Blättern " salonfähig gewordene langue d' oa ihren unwiderstehlichen Reiz ausübt und dazu gehören doch vor allen die Kraxler.W. Seh.

Feedback