Zur 139. Abgeordnetenversammlung (AV) mit Zentralfest

Wahlen Vier Jahr nach der Amtsübernahme erfolgte mit der AV 1999 nun der Wechsel zum gesamtschweizerischen ZV. Entsprechend galt es, eine ganze Anzahl neuer ZV-Mitglieder zu bestimmen. In globo und mit Applaus wurden gewählt: zum Zentralpräsidenten Franz Stämpfli, Sekt. Bern ( bisher Ressortleiter Leistungssport ); zur Ressortleiterin Alpinismus Elisabeth Zingg, Sekt. Pilatus; zum Ressortleiter Leistungssport Samuel Estoppey, Sekt. Biel; zum Ressortleiter Logistik/Marketing Michael Caflisch, Sekt. Davos; zum Ressortleiter Finan-zen/Controlling Yves Veya, Sekt. Argentine, und zur ZV-Juristin Bettina Geisseier, Sekt. Jaman. Wiederge-wählt wurden gleichzeitig die beiden bisherigen Thomas Tschopp, Ressortleiter Hütten/Natur, und Bernhard R. Banzhaf, Ressortleiter Publikatio-nen/Kultur, beide Sekt. Angenstein. Adriano Censi, Sekt. Ticino, Ressortleiter Rettung/Medizin, bleibt ( Wahl anderAV1998).3 Mit einem Dank an seine Vorgänger hob der neue Zentralpräsident vier Gesichtspunkte hervor, die er bei seinem zukünftigen Kurs besonders berücksichtigen will:

- Nach einer längeren und umfassenden Reorganisationsphase, in der neue Strukturen geschaffen wurden, ist nun eine Konsolidierungsphase angesagt.

- Im Bereich Schutz und Nutzung der Gebirgswelt stossen gegensätzli-

Zur 139. Abgeordnetenversammlung ( AV ) mit Zentralfest

12.113. Juni 1999 im Kongresszentrum Basel Die AV 1999 hatte in mehrfacher Hinsicht ein besonderes Gewicht. Zum einen markierte sie den Abschluss des grossen SAC-Reform-projekts, indem an die Stelle einer nach dem Vorortsprinzip zusammengesetzten Clubleitung ( CC ) der aus Vertretern der ganzen Schweiz gewählte Zentralvorstand tritt1, zum andern fand im Anschluss an die AV 99 das nur alle vier Jahre durchgeführte Zentralfest statt.

Im Zentrum des Interesses stand -einmal mehr - die Hüttenpolitik des SAC bzw. das nach der Präsidenten-konferenz2 nochmals überarbeitete und nun zur Genehmigung vorgelegte neue Hüttenreglement. Im weiteren kam den Wahlen in den ZV und in die GPK, insbesondere der Wahl des neuen Zentralpräsidenten Franz Stämpfli aus Bern, eine besondere Bedeutung zu. Nach längerer Zeit wurde mit Alfred Oberli auch wieder ein neues Ehrenmitglied des Gesamt-SAC erkoren.

Die üblichen statutarischen Geschäfte ( Bericht der GPK, Genehmigung von Jahresbericht und Jahresrechnung 1998 und Entlastung des ZV ) wurden einstimmig angenommen. Zugestimmt wurde auch der Gründung der neuen Sektion Grosshöchstetten; damit zählt der SAC nun 111 Sektionen.

Finanzplanung 2000 bis 2002 Finanzchef Franz Werthmüller wies einleitend auf die generell gesunde Finanzlage des SAC hin, stellte aber fest, dass die frei verfügbaren Reserven zurückgehen, weil ein wesentlicher Teil der erwirtschafteten Mittel in zweckgebundene Fonds fliesst. Entsprechend gilt es, für die Zukunft die Frage der Fondsbewirtschaftung zu überdenken.

1 Vgl. das Edito in den ALPEN 5/99 ( S. 13 ) « Eine Epoche geht zu Ende » von SAC-Zentralpräsi-dent Hanspeter Schmid 1995-1999 2 Vgl. das Edito in den ALPEN 11/98 ( 5.17 ) « Zur Konferenz der Sektionspräsidentinnen und -Präsidenten ( PK ) » 3 Die neuen ZV-Miglieder und die von ihnen für die nächsten Jahre ins Auge gefassten Aktivitätsschwerpunkte werden in einem späteren Heft vorgestellt.

Blick von der Wettstein-brücke auf die Pfalzter-rasse, wo sich die Abgeordneten und Gäste für das Bankett am Samstag abend trafen.

ehe Forderungen und Vorstellungen aufeinander, dadurch entstehende Konflikte lassen sich aber nur ohne Fundamentalismus lösen.

- Die Ehrenamtlichkeit hat im SAC heute noch einen hohen Stellenwert, woran weiterhin festzuhalten ist.

- Der SAC ist heute eine Vereinigung von Idealisten und ein Sportverband; dem Sport muss sein Stellenwert gegeben werden, gleichzeitig gilt es aber auch, im SAC das berg-kameradschaftliche Element zu erhalten und zu fördern.

Für die zwei zum ZV übergetrete-nen Mitglieder Samuel Estoppey und Yves Veya wurden in die GPK neu Max Zellweger ( Sekt. Monte Rosa ) und Werner Neff ( Sekt. Manegg ) gewählt.

Genehmigung des neuen Hüttenreglements Das an dieser AV vorgelegte neue Hüttenreglement ist als Konzentrat dessen zu verstehen, was - nach Eingang aller Abänderungsanträge, Einwände und Vorbehalte der Sektionen - vom ZV als mehrheitsfähig erachtet wurde. Grundlage bildete dabei das 1998 von der AV verabschiedete Papier Hüttenpolitik. Ausgangspunkt für die Neuregelung im Hüttenbereich waren die sich hier zunehmend abzeichnenden finanziellen Probleme: Der Zentralverband kann die notwendigen Umbau- und Renova- Editorial e ti 0.

tionsprojekte der Sektionen nur subventionieren, wenn er seitens der Sektionen auch die notwendigen Mittel erhält.

Zunächst galt es jedoch, über Eintreten auf den vorgelegten 18seiti-gen Entwurf zu beschliessen. Nachdem sich eine deutliche Mehrheit dafür ausgesprochen hatte, wurden die trotz vorgängigem Vernehmlas-sungsverfahren noch eingetroffenen über 30 Vorschläge und Abänderungsanträge von materieller Bedeutung Punkt für Punkt durchgenom-men.4 Im Lauf des Nachmittags fand sich nach kürzeren oder längeren Debatten für jede Formulierung eine Mehrheit, so dass das neue Hüttenreglement ( HüRe 2000 ) schliesslich auch die Hürde der Schlussabstimmung problemlos nahm.

Änderung des Beitragsreglements Der Antrag des ZV, basierend auf dem Vorschlag der Arbeitsgruppe neue Hüttenpolitik ( AGNHP ), lautete auf Einführung eines allgemeinen zweckgebundenen Hüttenbeitrags ( im Rahmen des Zentralbeitrags ) von Fr. 1. pro Mitglied und Jahr und eines Solidaritätsbeitrags von zusätzlich Fr. 3. für Mitglieder von nicht hüttenbesitzenden Sektionen. Diesem Antrag wurde zugestimmt, alle Anträge für höhere Abgaben - ob zeitlich gebunden oder ungebunden - erhielten demgegenüber keine Mehrheit.

Alfred Oberli wird neues SA C-Ehrenmitglied Alfred Oberli, dessen Name vielen SAC-Mitgliedern von seinen kunstvollen Routenskizzen in den Führern bestens bekannt ist, wurde an der AV mit grossem Applaus zum Ehrenmitglied gewählt.5 Nächste Versammlungen In Bern wird am 3O. Oktober 1999 die Präsidentenkonferenz und am 17. Juni 2000 die Abgeordnetenversammlung stattfinden.

Zentralfest

Herzlicher Empfang und ein erlebnisreiches Programm Basel mit seiner gediegenen Altstadt, seinen gemütlichen Winkeln, seinem vielseitigen kulturellen Angebot und seinem weltoffenen, gastfreundlichen Charme bot die besten Voraussetzungen für diesen gesellschaftlichen Anlass. Das Organisationskomitee der vier Nordwestschweizer Sektionen Basel, Baselland, Angenstein und Hohe Winde wusste die Vorzüge ihrer Heimatstadt bestens zu nutzen und verstand es, mit grossem Einsatz und viel Sinn für ein kameradschaftliches Zusammensein den Aufenthalt für alle Delegierten, Begleitpersonen und in- und ausländischen Gäste zu einem Erlebnis werden zu lassen.

Ein Apéro auf der Pfalzterrasse hoch über dem Rhein und ein Spaziergang durch die Basler Altstadt, geführt von Trommlern und Pfeifern, mit anschliessendem Bankett im grossen Saal der Safran Zunft bildeten die Schwerpunkte des ersten Zentralfest-Tages.

Verabschiedung von Alfred von Gunten Im Rahmen der Abendveranstaltung bot sich auch Gelegenheit, Alfred von Gunten, der während sechs Jahren, vom 1. Nov. 1992 bis 31. Dez. 1998, als Geschäftsführer gewirkt hat, zu verabschieden. Mit seinem allem Neuen gegenüber stets offenen Geist, seiner Initiative und seinem mitreissenden Enthusiasmus hat er den Umbau des SAC zu einem modernen Verband entscheidend vorangetrieben und auch weitgehend zum Abschluss gebracht. In sei- Der in Form einer Barke gegen den Rhein ausgerichtete Fassadenbereich des « Botta-Baus » 4 Die weiteren 25 mehr dem redaktionellen Bereich zuzuordnenden Anträge und Anregungen waren vorgängig im Sinne der dazu abgegebenen ZV-Vorschläge gesamthaft angenommen worden.

5 Vgl. den Beitrag im vorliegenden Heft auf S. 22 « Alfred Oberli: Kupferstecher aus Passion » ner Amtszeit sind die Strukturen des SAC grundlegend analysiert worden, woraus - unter Verknüpfung der traditionellen Elemente mit den heutigen Anforderungen - die neuen Basisdokumente Leitbild, Clubpolitik und Statuten entstanden. Entsprechend herzlich fielen auch der Dank und Applaus für Fredi von Gunten aus.

Sonntag: Tinguely, viel Sonne und ein letzter Apéro In angenehm sommerlichem Ambiente traf man sich vor dem « Botta-Bau » und folgte anschliessend einer Führung durch das hier grossräumig angelegte Tinguely-Museum. Manch einer und manch eine der Abgeordneten mag beim Anblick der ebenso kompliziert wie verblüffend funktionierenden Maschinen an die Diskussionen zum neuen Hüttenreglement vom Vortag gedacht haben, wo auch von allen Seiten wirkende Einflüsse und Mechanismen sich schliesslich zu einem Ganzen zusammenfügten. Mit einem gemütlichen Apéro am Rheinufer fand das Zentralfest seinen gelungenen Abschluss.

Das Zentralfest 1999 wird allen Beteiligten in bester Erinnerung bleiben. Dankbar wird man dabei an die grosse Arbeit denken, die das Organisationskomitee geleistet hat, um diesem Anlass einen ebenso gediegenen wie kameradschaftlich-lockeren Rahmen zu geben.

Tinguely-Brunnen im Solitude-Park vor dem « Botta-Bau »

litteilungen 1er Clubleitung

lomunicazjoni

Iella direzione del club

Zommunications

Je la direction du club

Geschäft gemäss Traktandenliste Beschlussfassung / Information Traktandum 3: Festlegung der Präsenz Traktandum 4: Geschäftsprüfungskommission 4.1. Bericht der GPK 4.2. Jahresbericht 1998 4.3. Jahresrechnung 1998 4.4. Entlastung Zentralvorstand Traktandum 5: Mehrjahresplanung I Finanzplanung Traktandum 6: Wahlen Traktandum 7: Gründung der Sektion Grosshöchstetten Traktandum 8: Genehmigung des neuen Hüttenreglementes Traktandum 9: Änderung des Beitragsreglementes Traktandum 11: Wahl eines Ehrenmitglieds Traktandum 13: Nächste Versammlungen

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