118. Bachtel-Réunion. Zusammenkunft mit Tradition

118. Bachtel-Réunion

Als SAC-Treffen mit der längsten Tradition zog die Bachtel-Réunion auch am 2. Januarsonntag 2005 fast 90 Mitglieder aus 12 Sektionen auf die 1115 m hohe Bachtelkuppe im Zürcher Oberland.

Die Aussichtsterrasse des Sendeturms auf dem Bachtel bietet ein eindrückliches Panorama, mit dessen Hilfe man sich vom Einzugsgebiet der Bachtel-Réunion ein Bild machen kann: vom Glarnerland über Toggenburg in den Thurgau und vom Züribiet bis ins Schaffhausische. Am Fusse dieses Turmes, auf Bachtel-Kulm in 1115 m Höhe, liegt das Gasthaus, wo die gastgebende Sektion Bachtel zum Treffen lud.

Vom « Chögele » zu Regionsthemen

Traditionellerweise wurde die Bachtel-Réunion nicht nur zum geselligen Beisammensein genutzt, sondern es wurde auch « gchögelet ». « Chögele » ist eine Form der Rede und Gegenrede, wobei anekdotische Ereignisse im Stil von « Pleiten, Pech und Pannen » aus dem vergangenen Jahr innerhalb der Sektionen aufgegriffen werden. In seiner Begrüssungsrede bedauerte Erwin Ochser, Präsident des Réunions-OK, dass dieses « Chögele » unter der zunehmenden Individualisierung leide: Da immer mehr SACler allein oder in kleinen Gruppen in die Berge gehen und weniger am Sektionsleben teilnehmen, verringern sich auch mögliche « Chögele»-Themen. Deshalb wurde zusätzlich damit begonnen, Themen aus der Region der Réunionssektionen darzustellen. An der 118. Réunion waren die Thurgauer an der Reihe, etwas Urchiges aus ihrer Region mitzubringen.

Heimatdichter Alfred Huggenberger

Und sie liessen sich nicht lumpen: Heribert Dammann rezitierte auf dem Bachtel in reinem Thurgauerdialekt Gedichte des Thurgauer Heimatdichters Alfred Huggenberger. Dieser vor allem aus Schulbüchern bekannte Dichter wurde 1867 im zürcherischen Bewangen nahe der Grenze zum Kanton Thurgau geboren und war bis an sein Lebensende 1960 als Dichter und Landwirt tätig. Die von Heribert Dammann ausgewählten und rezitierten Gedichte fanden grossen Anklang: Die sich von Politik bis Liebe über weite Themenfelder erstreckenden, bodenständigen und realitätsnahen Texte entlockten so manchem SACler ein zustimmendes Nicken oder gar ein breites Lachen.

Musikalischer Ausklang

Die heitere Stimmung wurde nach dem Mittagessen dank dem Männerchor aus Meilen unter der Leitung des Dirigenten Peter Gross gleich weitergetragen. Hanni Jaquet und Ruedi Schuhmacher rundeten mit ihren Duetten das vielfältige Programm ab. Bereits seit mehreren Jahren bereichert der Chor die Treffen auf dem Bachtel und brachte die Anwesenden auch dieses Jahr wieder dazu, am Schluss selber mitzusingen – zur Ermunterung, sich dann doch mal an den Abstieg zu wagen und bereits jetzt mit guter Laune an die Bachtel-Réunion im nächsten Jahr zu denken. a Viviane Burkhalter, Bern Der Männerchor aus Meilen, verstärkt durch das Duo Hanni Jaquet und Ruedi Schuhmacher ( Mitte ), trugen zur heiteren Stimmung der Bachtel-Réunion bei. Der Rezitator Heribert Dammann bewirkte mit den Gedichten des Heimatdichters Alfred Huggenberger manch Schmunzeln und sogar breites Lachen.

Abendliche Föhnstimmung über dem Zürichsee. Blick vom Bachtel auf die Inseln Ufenau und Lützelau, darüber ( ganz im Hintergrund ) der Eiger Fotos: Viviane Burkhalter Foto: eg

Alpine Geschichte, Kultur, Erzählungen

Storia, cultura, letteratura alpina

Feedback