144. Abeordnetenversammlung in Bern. Weichenstellungen für Leitbild, Hütten und Rettung

144. Abgeordnetenversammlung in Bern

Neben dem erfreulichen Rechnungsabschluss, dem Jahresbericht und der Mehrjahresplanung bildeten die Hütten, die Rettung und das Leitbild Informationsschwerpunkte. Als Nachfolger der zurückgetretenen Elisabeth Zingg wurde Frank-Urs Müller, Sektion Weissenstein, als neues Zentralvorstandsmitglied gewählt.

207 Delegierte von 95 SAC-Sektionen versammelten sich am 12. Juni 2004 im Hotel National in Bern zur 144. Abgeordnetenversammlung ( AV ). Unter den zahlreich erschienenen Gästen wurde die erstmalige Anwesenheit eines Präsidenten des italienischen Alpenclubs CAI besonders erwähnt. In seiner Begrüssungsansprache streifte Zentralpräsident Franz Stämpfli kurz das vergangene Clubjahr auf Zentralvorstandsebene. Äusserst erfreulich sind die stetig wachsende Mitgliederzahl – der SAC zählt jetzt 105 000 Mitglieder –, der gut funktionierende Mitgliederdienst, die internationalen Erfolge der Skialpinisten und Wettkampfkletterer und – in eigener Sache – das Lob von Seiten der GPK für die breit abgestützte Arbeit des Zentralvorstands in der neuen Zusammensetzung. Zu den Diskussionen rund ums Verbandsbeschwerderecht hielt er fest, dass der SAC seit dessen Einführung ein-spracheberechtigt ist und von diesem Recht auch schon verschiedentlich Gebrauch gemacht hat. Andererseits muss er sich vermehrt vor allem im Zusammenhang mit Hütten dem Verfahren dieses Beschwerderechts unterziehen. Das Verbandsbeschwerderecht wird vom ZV voll unterstützt, er fordert aber, dass die Abläufe effizienter gestaltet werden müssten.

Leitbilddiskussion Nur ein Club der sich wandelt, kann sich entwickeln. Leitplanken zu dieser Entwicklung setzt das Leitbild – das aktuelle stammt aus den Neunzigerjahren des letzten Jahrhunderts. Und wie an der AV 2003 in Nyon 1 angekündigt, hat in der Zwischenzeit eine Arbeitsgruppe die entsprechenden Vorarbeiten aufgenommen, um sich breit mit der Frage zu befassen: Was ist und will der SAC? Der ZV wird sich im

August anlässlich einer Klausurtagung mit diesem Thema auseinander setzen. Die Ergebnisse sollen im November bei den Sektionen in die Vernehmlassung gebracht werden, damit an der AV 2005 das überarbeitete Leitbild zur Genehmigung vorgelegt werden kann.

Jahresbericht, Finanzen und Mehrjahresplanung Die Sparmassnahmen zeigten ihre positiven Auswirkungen im Gesamtjahres-ergebnis 2003: Der erfreuliche Abschluss wurde denn auch einstimmig gutgeheissen. Das darf aber nicht darüber hinweg täuschen, dass einzelne Bereiche wie die Hütten mit finanziellen Problemen zu kämpfen haben. Dies ist denn auch der Grund, dass anschliessend über eine Anpassung des Hüttenreglementes diskutiert werden musste. Die Jahresrechnung sowie die Mehrjahresplanung 2005–2007 wurden einstimmig bzw. mit grosser Zustimmung genehmigt.

Das UNO-Jahr des Sports 2005 wird sich auch im SAC auswirken. Denn der SAC ist sowohl ein Sportverband mit einem ausserordentlichen Angebot für den Breitensport als auch ein Club mit einem Leistungssportbereich: 1994 wurde das Wettkampfklettern integriert, 1997 folgte der Skialpinismus und 2003 das Eisklettern. Wie erfolgreich die SAC-Spitzensportler international sind, zeigten die jüngsten Medaillenerfolge: An der Skialpinisten-WM in Spanien errang die Schweizer Nationalmannschaft 20 Medaillen 2, an der Kletter-Jugend-und -Junioren-WM in Bulgarien stand ein Schweizer auf dem Podest, und auch an der Eiskletter-WM in Saas Fee gabs eine Medaille.

1 Vgl. ALPEN 7/2003, S. 23 2 Vgl. ALPEN 5/2004 Anstossen auf präsidiales Wohl: Zentralpräsident Franz Stämpfli ( l. ) freute sich, mit Annibale Salsa erstmals einen Präsidenten des italienischen Alpenclubs, CAI, als Gast bei der Abgeordnetenversammlung des SAC begrüssen zu dürfen.

Alt und neu: ( v. r. ) der scheidende Verlagskommissionspräsident Martin Gurtner mit seinem Nachfolger Hans Bräm, Sektion Carougeoise, und SAC-Verlags-leiter Hans Ott von der Geschäftsstelle Für eine weitere Amtsdauer wurde GPK-Präsident Max Lustenberger gewählt.

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Anpassung Hüttenreglement Einmal mehr bildeten die Hütten – « die grösste Schweizer Hotelkette in ausgesetztem Gelände », wie sie Zentralpräsident Franz Stämpfli bezeichnete – und ihre Finanzierung einen Schwerpunkt. ZV-Mitglied Daniel Suter orientierte über einen Teil der Ergebnisse der Umfrage, die anlässlich der Präsidentenkonferenz 2003 durchgeführt worden war. Damals sprachen sich die Präsidenten zwar mehrheitlich für die Beibehaltung aller 153 Hütten aus, die Einzelfälle müssten aber intensiv in den Sektionen und mit dem ZV diskutiert werden. Bei der Reduzierung des Subventionssatzes stellte sich die Mehrheit auf den Standpunkt, dass dieser beibehalten werden müsste, da er mit 30% eh schon tief angesetzt sei. Bei der These « Erhöhung des Anteils Mitgliederbeitrag an den Hüttenfonds um 1 Franken » war die Zustimmung gross, nur wurde nicht klar, aus welchen Quellen dieses Geld stammen sollte.

Diese Ergebnisse fliessen nicht nur bei der Überarbeitung des Hüttenreglements, das zur Genehmigung an der AV 2005 vorgelegt werden soll, ein, sondern dienten auch als Grundlage für die Sofortmassnahmen: Mit grossem Mehr wurde dem Antrag des ZV zugestimmt, die finanzielle Situation des Hüttenfonds kurzfristig durch die Erhöhung der Tax-abgaben – 50 Rappen bei der Kategorie A ( Mitglieder ) und 1 Franken bei der Kategorie E ( Nichtmitgliederzu verbessern. Diese Sofortmassnahme wird auf das Hüttenjahr 2004/2005, beginnend am 1. November 2004, eingeführt. Zur Verbesserung des Hüttenfonds beschloss die AV weiter, dem Hüttenfonds jährlich im Rahmen der Mehrjahresplanung zusätzliche 150 000 Franken aus Mitgliederbeiträgen zuzusprechen. Das Traktandum « zwingende Einführung von Kreditkarten auf SAC-Hütten » wurde vom ZV auf Grund der Diskussionen an den Regionaltagungen zurückgezogen. Es wird auf die Freiwilligkeit der entsprechenden Einführung gesetzt. « Rettung Vision 2005 » « Rettung Vision 2005 » ist das grosse Projekt der Rettung, das ab 2006 umgesetzt werden soll. Die SAC-Rettung, die quasi als Selbsthilfeorganisation der Alpinisten initiiert wurde und heute sehr eng mit der Rega, der Polizei und der öffentlichen Hand zusammenarbeitet, unterliegt mit ihrem breiten Aktivitäts-feld immer mehr internationalen Normen. Was bei dieser Neuausrichtung aber nicht angetastet werden soll, ist die Ehrenamtlichkeit der Retter und die lokale Verankerung. Hingegen sind die Organisation und die finanziellen Aspekte neu zu strukturieren. Intensiv diskutiert wird dazu die Bildung einer Stiftung unter der Oberaufsicht des SAC, die eine gewisse Selbstständigkeit bringen würde und so den SAC zum Teil auch entlasten könnte. Wenn der ZV im August die grundsätzliche Zustimmung zu dieser Neuausrichtung erteilen wird, kann der PK 2004 der Entwurf eines Stiftungsreglementes vorgelegt werden,

ZV-Mitglied Elisabeth Zingg hatte auf die AV 2004 ihre Demission bekannt gegeben. Als Nachfolger wurde Frank-Urs Müller von der Sektion Weissenstein ( r. ) gewählt. Links der neue Präsident der Ausbildungskommission, Daniel Bieri Premiere für die SAC-Hütten-Kaffeerahmdeckeli: 40 Mio. mit 30 verschiedenen Hüttenbildern kommen in den Umlauf. Wer mit einem Deckelchen in die abgebildete Hütte wandert, erhält dort auf ein Getränk eine Reduktion von zwei Franken.

Die Mittagspause gab wiederum die Möglichkeit, alte Bekannte zu treffen und neue Ideen zu diskutieren.

Geehrt wurden als Vertreter ihrer Kolleginnen und Kollegen die erfolgreichen SAC-Leis-tungssportler ( v. r. ): die beiden Skialpinisten Emilie Guex-Fabry und Rico Elmer, Wettkampfkletterer Anthony Sapey und Eisfallkletterer Samuel Anthamatten. ZV-Mitglied Leo Condrau ( l. ) hielt die Laudatio. Zum Spruch des Tages mutierte die lakonische Antwort des Eis-fallkletterers, was Letztere im Sommer tun würden: « Auf das Eis warten !» 207 stimmberechtigte Abgeordnete aus 95 der 111 Sektionen genehmigten die Jahresrechnung und den Jahresbericht 2003 und stimmten der Mehrjahresplanung zu.

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der dann anschliessend in die Vernehmlassung kommt.

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