Abenteuer Kirgisistan Unsere Serie zu ­verrückten Ideen normaler ­Berggänger

Im Sommer 2013 reisten Romaine und Thomas Salamin per Bahn nach ­Kirgisistan und marschierten in 50 Tagen quer durch das Land.

Für uns war Kirgisistan Terra incognita: ein Antrieb für uns Abenteuerhungrige. Ein bisschen Verrücktheit und rund 120 Stunden Zugfahrt später waren wir auf einem Markt in Karakol das Ereignis des Tages. Europäer, die ein Pferd und eine Ziege kaufen? Um zu Fuss aufzubrechen? Ein Pferd ist da, um es zu reiten! Das Pferd kostete uns alle Ersparnisse. Eigentlich hatten wir uns einen Esel vorgestellt, der unser Gepäck tragen sollte, aber in Kirgisistan, dem Land der Reiter, gibt es keine Esel. Die Ziege wiederum wurde nach zehn Tagen Marsch mit Freude von den Nomaden aufgenommen. Sie war erschöpft und gab keine Milch mehr. Um zu Fuss nach Osch zu gelangen, hatten wir eine Route über die Berge gewählt. Es kam vor, dass wir 17 Tage wanderten, bevor wir wieder auf ein Dorf stiessen, wo wir Lebensmittel kaufen konnten. Mutterseelenallein überquerten wir mehr als 4000 Meter hohe Pässe, stiessen auf einen Wolf und hatten – dank ein paar Worten Russisch – wertvolle Begegnungen mit Nomaden: Treffen voller Spontaneität, am Strassenrand mit einer Runde Wodka oder in einer Jurte mit einer Schale Stutenmilch. Wären wir angesichts dieses scheusslichen Getränks so wählerisch gewesen, wenn wir gewusst hätten, was uns in den trockenen Ebenen bevorstand? Der Abenteuerhunger verwandelte sich kurzerhand in echten Durst, der uns dazu zwang, bewohntere Gebiete zu durchwandern, 
bevor wir unsere Tour in Uzgen, rund 
60 Kilometer vor Osch, beendeten. 
Was für eine Tour!

Die Tour zum Nachgehen

Eckdaten: Karakol–Osch, 750 km, 50 Tage

Anreise: per Bahn via Moskau nach Bischkek, dann im Bus nach Karakol

Karten (vor Ort erhältlich): Blätter im Massstab 1 : 200 000, Hrsg. Goskartografia; 1 : 100 000, ­Kyrgyzstan Trekking Union (Ostteil)

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