Ärger über die Papierflut

Im Gegensatz zu anderen Cluborganen, z.B. der Aero Revue (des AeCS), ist schon das Öffnen der Alpen ein perpetuierendes Ärgernis. Mit der Nummer 5/2010 habt ihr dem Fass den Boden herausgeschlagen! Ganzen 23½redaktionellen Seiten stehen 136½SeitenWerbung gegenüber. 32½Seiten davon imHeft selbst. Sechsmal mehr Seiten fürWerbung hat mit strapazierter Ausgewogenheit rein gar nichts mehr zu tun. Daran ändern die zusätzlich eingehefteten zwölf Alpenfolio-Füller, mit Animation zu langen, teils transkontinentalen Anreisen, Kommerzalpinismus und problematischen Anreizen nichts. Hinzu kommen regelmässig ganz- oder halbredaktionelle Inhalte, die im Sinne des aktuellen Alpenfolios indirekt zu alpinistischen Fragwürdigkeiten anstiften. Das wenige an substanziell Brauchbarem wird buchstäblich zerdrückt. Man komme mir nicht mit dem Gejammer der Portokostenoptimierung. Oder demAnspruch auf Pluralität, Zeitgeist. Auch nicht mit dem Zwang zumMitgliederzuwachs. Weniger wäre auch hier mehr. Umweltparagrafen in den Statuten werden mit derartigen Unbedachtheiten als opportunistischer Schrott entlarvt. Ich kenne in der Schweiz keine Zentralorgane von Verbänden und Organisationen, die in sich selbst so widersprüchlich sind, sich so markant von ihren Grundwerten entfernt haben.

 

Anmerkung der Redaktion: Im Jahresverlauf gibt es Monate, in denen die Werbemenge grösser, und andere, in denen sie geringer ist. Das Werbeaufkommen ist saisonal bedingt, weil die Inserenten ihre Sommer- und Winter-sortimente in den ALPEN bewerben. Die Mai- ,Oktober- und Novemberausgaben weisen -daher regelmässig das grösste Werbeaufkommen auf, was wiederum genauso -regelmässig den Unmut einiger Mitglieder erregt. Unsere Clubzeitschrift publiziert Werbung aber nicht, um möglichst viel Gewinn zu erzielen. Die Abgeordnetenversammlung hat den Zentralvorstand -verpflichtet, den Mitgliedern die ALPEN zu einem möglichst kostengünstigen Preis zur Verfügung zu stellen. Zurzeit kostet -eine Ausgabe jedes Mitglied Fr. 1.64, vergleichbare Magazine kosten mindestens Fr. 1O.–. Der Anteil Inserate im Heft selbst soll nicht mehr als ein Drittel ausmachen. Bislang hat der Zentralverband keine weiter gehende Beschränkung erlassen, da er dann mehr Mittel in die Zeitschrift investieren müsste. Es steht den Abgeordneten aber frei, eine solche Regelung zu verabschieden. Aus unserer Sicht ist Werbung aber auch Information, etwa über neue Entwicklungen im Produkte-, Ausbildungs- und Tourenbereich. Daher betrachtet die Redaktion sie als eine wertvolle und -wichtige Ergänzung zum redaktionellen Inhalt.

Alexandra Rozkosny, Chefredaktorin Catherine Borel, Präsidentin Zeitschriftenkommission

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