Alpechuchi

Fona Verlag, Lenzburg 2010, ISBN 978-3-03780-420-9. Fr. 35.90

Längst nicht alle, die von einem Sommer auf der Alp träumen, setzen diesen Schritt auch in die Tat um. Zumindest eine kleine, kulturell-kulinarische Reise ins Alpleben ermöglicht Alpechuchi von Martin Bienerth. Die Liebe des Autors zu den Kühen, zum einfachen, harten Leben auf der Alp und der Wunsch, den Wert der Alpprodukte auch für Unterländer erfahrbar zu machen, sind in dieses Kochbuch eingeflossen. Es ist viel mehr als eine blosse Rezeptsammlung. Von Alpkräutern und dem Alpgarten, von der Butter- und Milchherstellung, vom Wesen der Kühe und der Alparbeit und von etlichen, schauderhaften Sagengestalten ist die Rede. Begleitet werden die kurzen Kapitel von ungewohnten, charmanten Bildern aus dem Alpalltag. Derart eingestimmt, riecht man schon fast die frische Alpluft, spürt die Hitze der Bergsonne, und der Gluscht auf die einfachen, authentischen Gerichte, die in der zweiten Buchhälfte zusammen getragen sind, wächst. Alpechuchi ist – kein Wunder – ein Milch-, Käse- und Butterkochbuch. Zu entdecken gibt es etliche Suppen, Aufläufe und Wähen. Das gewisse Etwas gewinnen die Gerichte durch eine einzelne, spezielle Zutat wie etwa Alpheu, junge Brennnesseln, Wildkräuter oder Blumenblüten. Wer sich dann noch in der Frischkäse- oder Joghurt-Herstellung versuchen will, erhält eine einfache Anleitung. Es sind Rezepte, die einfach nachzukochen sind und oft aus wenigen Zutaten bestehen. Doch da liegt wohl auch die Krux: Erst wer hochwertige Alpprodukte verwendet, wird das Aroma erleben, welches dem Autor vorschwebte.

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