Alpenfolio: Ivo Moosberger Landstreicher mit Kamera

Zu fotografieren begann Ivo Moosberger praktisch aus einer Not heraus: Die Kunst, die er fertigt, ist nämlich so vergänglich, dass sie abgesehen von einem momentanen Zauber kaum Spuren hinterlässt: Landart ist die grosse Leidenschaft des 42-jährigen Typografen und «Landstreichers», wie er sich nennt. Moosberger zieht durch die Welt, zuletzt zu Fuss durch die Schweiz, schafft temporäre Kunstwerke in der Natur und hält sie fotografisch fest. So kann er seine fragilen Installationen aus Federn, Weidenruten, Blättern, Schnee und anderen Materialien verewigen. Er schafft mit der Fotografie auch ein weiteres Element in seinem künstlerischen Kosmos, denn letztlich fügt sich das eine ins andere: Moosberger ist unterwegs, weil er die Natur als Kunstraum begreift, er sucht spezielle Orte und besondere Materialien für seine Kunstwerke. Bis die Natur das richtige Licht für die fotografische Inszenierung bietet, steht der «Landstreicher mit Kamera» auch mal stundenlang im Wasser eines kalten Bergbaches oder harrt mehrere Tage irgendwo aus, in der Hoffnung auf gutes Wetter. Und zum Schluss kommt es vor, dass seine Kunst nicht nur zerfällt, sondern sogar für alltägliche Bedürfnisse Verwendung findet: Der Ziegendung in Tibet beispielsweise diente zuerst als Struktur für ein Kunstwerk, danach als Brennstoff , sonst hätte es nichts zu essen gegeben. Denn am liebsten erwandert sich Moosberger sein Kunstatelier nicht nur, sondern lebt auch darin, manchmal für Tage, oft auch für Monate, draussen in seinem kreativen Raum, der Natur.

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