Alpinwandern – Rund um die Berner Alpen. Ueli Mosimann

Verlag Schweizer Alpen-Club SAC, 2003, ISBN 3-85902-213-X. Fr. 44.–, SAC-Mitgliederpreis Fr. 36.– 1

Eiger, Mönch und Jungfrau auf der Nordseite; Aletschgletscher, der grösste Eisstrom der Alpen, auf der Südseite: Um die Berner Alpen kann man keinen Bogen machen, weder schreibend noch gehend. Entsprechend hoch der Andrang bei Büchern und im Gelände. Und seit Jungfrau–Aletsch–Bietschhorn zum Unesco-Weltnaturerbe gehört, ist der Andrang noch ein bisschen grösser. Es gibt aber immer wieder neue Zugänge zu diesem bekannten Gebiet. Einer davon ist der Führer von Ueli Mosimann. Er stellt mit allen nötigen Infos eine Umrundung des ganzen Berner Alpenkamms in 24 Tagesetappen vor. Überdies beschreibt er weitere vor allem unbekannte Tourenziele, sodass auch Ta-geswanderer zu ihrer Runde kommen. Hintergrundinformationen wie zum Beispiel zur Geologie, zum Reisetouris-mus oder zu den Suonen im Wallis runden den rucksacktauglichen, 12ϫ18 cm grossen und 293 g schweren Führer ab. Und dann wären da noch die Fotos – viele von ihnen zeigen die Berner Alpen abseits von Eiger, Mönch und Aletsch.

Daniel Anker, Bern

Bätzing Werner Die Alpen. Geschichte und Zukunft einer europäischen Kulturlandschaft

Verlag C.H. Beck, München 2003, 3. Auflage, ISBN 3-406-50185-0. Fr. 57.70

Werner Bätzing, Alpenforscher und Publizist, Professor für Kulturgeografie an der Universität Erlangen ( D ), hat sein Standardwerk neu überarbeitet. Das Buch ist ein « Muss » für Alpen-Interes-sierte, auch wenn man es wohl kaum in

1 Dieser Preis gilt nur bei der SAC-Buchausliefe-rung, Postfach 134, 7004 Chur, Tel. 081 258 33 35, Fax 081 250 26 66, E-Mail bbv(at)casanova.ch d_48_51.qxd 11.8.2003 10:25 Uhr Seite 49 DIE ALPEN 8/2003

BÜCHER /MEDIEN

einem Zug durchlesen wird. Doch man erhält auf den 431 Seiten und zwei Vor-satzblättern den « Stand der Alpen » auf gleichzeitig kompetente wie lesefreund-liche Art und Weise präsentiert.

Unermüdlich und engagiert forscht und publiziert Werner Bätzing zum Thema Alpen, er wirkt als Dar-Steller, Auf-Klärer, Mahner. Sein Feld ist die Forschung, und trotzdem sind die Tabellen und Zahlenreihen gegenüber ( leider ) etwas kleinen, aber aussagekräftigen Fotos in der Minderzahl. Werner Bätzings Feld sind die Fakten, und dennoch kann ich mich beim Lesen, zum Beispiel der Legende zu einem Bild des Lago di Lugano ( «... die Alpen verschwinden zwischen Verstädterung und Entsiedlung » ), eines starken Gefühls nicht erwehren: dass es eventuell schon zu spät sein könnte für die Alpen als « Region mit besonderem Stellenwert für Europa ». Werner Bätzing sagt dazu: « Die Alpen haben sich in den letzten 40 Jahren stärker verändert als in den gesamten letzten 6000 Jahren zusammen, aber noch sind wichtige Ergebnisse der Wechselwirkungen zwischen Mensch und Alpen so erhalten, dass sie aufgewertet und für die Zukunft bewahrt werden können – sofern die postmodernen Gesellschaften daran ein Interesse haben. »

Peter Donatsch, Bad Ragaz

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