Anker, Daniel (Hrsg.): Jungfrau. Zauberberg der Männer

AS Verlag, Zürich 1996. Fr. 45- Dem ersten Viertausender der Alpen, auf den Menschen ihre Füsse setzten, ist ein neues Buch gewidmet, das Auftakt zu einer ganzen Reihe von Berg-monografien sein soll. Es ist ein aktuelles Buch, das gleichzeitig viel historisches Material enthält. Beides, alt und neu, sind spannend aufgemacht und werden attraktiv präsentiert. Angenehm fällt die Bebilderung auf, die sich vom Hobby- oder Verkehrs-vereinsniveau, das man bei solchen Werken allzuoft findet, abhebt. Eine neue Dimension im Genre Bergbuch stellt der Versuch einer Gesamtschau dar: Alpinistische, alpinhistorische, kulturgeschichtliche sowie kulturelle Themen bis hin zu Technik und Tourismus sind aufgenommen worden. Von der Suche nach dem Ursprung des Namens « Jungfrau » für den weissen Berg bis hin zu den skurrilsten Bahnprojekten ist das Buch voll von Geschichten und Anekdoten. Aus dem Bergsteigerbuch wird ein Bergbuch. Für meinen persönlichen Geschmack ist der Anteil der rück-wärtsbezogenen Texte etwas zu gross geraten, Geschichte wird nicht spannender, auch wenn man sie neu erzählt. Dafür ist der Werbespot im Jungfraubahn-Kapitel um so aktueller.

Das Buch Jungfrau. Zauberberg der Männer wird vom Verlag als erster Band einer Reihe herausgegeben, in der weitere Bergmonografien erscheinen sollen. Aufmachung und Titel machen neugierig, das Konzept vermag für die angekündigte Fortsetzung des ehrgeizigen Projektes zu interessieren. Ob es gelingt, das Konzept der Themenvielseitigkeit beizubehalten und gleichzeitig den anders gearteten Ansprüchen bei zukünftigen Bänden ( Bergen ) Rechnung zu tragen, damit nicht bloss eine Reihe gleich grosser und ähnlich aussehender Bücher entsteht, das muss die Zukunft zeigen. Und dann der vielzi-

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