Ausstellung im Hotel Rosenlaui

im Hotel Rosenlaui

Die Entwicklung des Alpinismus Im Rahmen des Jubiläums « 100 Jahre Berner-Oberland-Tourismus » ( BOT ), das 1997 mit verschiedenen Anlässen und Ausstellungen begangen wurde, entstand im Oberhasli u.a. eine kleine Ausstellung zum Thema « Die Entwicklung des Alpinismus als Grundlage des heutigen Tourismus ». Die informative Ausstellung wird auch diesen Sommer noch im Hotel Rosenlaui1 im Reichenbachtal ob Meiringen gezeigt.

Maler, Gelehrte und Bergsteiger im Oberhasli Namhafte Maler unternahmen von Meiringen aus bereits im 17. und 18. Jahrhundert ihre Streifzüge. Auf sie folgten die Gelehrten: So erkor z.B. der Naturforscher Franz Joseph Hugi die Grimsel zu seinem Stammquartier. Nach ihm kam der Neuenburger Professor Agassiz mit seinen Gefährten. Wochenlang hauste er mit seinen Freunden in dem an einem riesigen Felsblock errichteten « Hôtel des Neuchâtelois » auf dem Unteraargletscher und erforschte das Eis. Hugi dagegen befasste sich mit der Geologie der Täler des Oberhasli; sein Augenmerk galt insbesondere dem Gebiet des Rosenlaui, östlich des Gletschers vom Dossenhorn bis zu den südlichen Ausläufern der Engelhörner.

Parallel zur Erforschung begann die Erschliessung der Berge und damit ab 1854 das Goldene Zeitalter der Bergsteigerei. Daran waren die ersten Hasli-Bergführer massgeblich beteiligt. Sie waren Bauern, Älpler, Wildheuer und Jäger und brachten die besten Voraussetzungen mit, um in der Zeit des aufkommenden Alpinismus und Tourismus den fremden Herren und Damen als fachkundige, furchtlose « Führer » zu dienen.

Kleine Schau in gediegenem Rahmen Seit der Goldenen Epoche hat sich der Alpinismus entwickelt, in Disziplinen aufgespalten, verändert. Dieser Entwicklung von den Anfängen bis zur Gegenwart ist die kleine Ausstellung im Hotel Rosenlaui gewidmet - wenn auch nur in Kurzform. Trotzdem gibt die von einer Arbeitsgruppe von Einheimischen geschaffene Schau einen interessanten Einblick in den Alpinismus als Grundlage des heutigen Tourismus im Oberhasli. Speziell angesprochen werden natürlich die Hausberge des Rosenlaui, die berühmten Kalkzacken der Engelhörner, die Well- und Wetterhörner sowie die Hasli-Bergführer, unter denen allen voran Melchior Anderegg aus Zaun bei Meiringen Berühmtheit erlangte.

Was die Ausstellung besonders auszeichnet, ist ihr Rahmen: Sie wird in einem der gediegenen Sâle des Hotels Rosenlaui, umgeben von zahlreichen antiken Gegenständen und Originalmobiliar, präsentiert. Das nach 1770 bei einer schwefelhaltigen Quelle eröffnete Kurhaus etablierte sich zu einem Ausflugsziel ersten Ranges - ein Besuch von Bad Rosenlaui gehörte im 19. Jahrhundert zu einer Schweizer Reise der Adligen und Reichen. Später verbrachten die Besucher ihre Sommerfrische im 1904 eröffneten Jugendstilbau und verfolgten von dort aus die kühnen ErstDie Ausstellung kann unentgeltlich im Hotel Rosenlaui besichtigt werden: Familie Andreas und Christine Kehrli-Moser, 3860 Rosenlaui, Tel/Fax 033/971 29 12; das Hotel ist bis Anfang Oktober durchgehend geöffnet.

besteigungen an den Engelhörnern -das Hotel war durch seine Lage am Fuss der Steilwände eng mit den alpinistischen Geschehnissen in den Bergen rundherum verbunden. Durch Ernst Kehrli, der unter seinem Künstlernamen « Ke Rosenlaui » bekannt war und das Hotel zusammen mit seiner Frau fast 40 Jahre lang führte, wurde der grosszügige Bau um viele Schätze bereichert. Heute wird es in familiärem, sympathischem und die Geschichte des Hauses respektierendem Stil geführt; die Gastfreundschaft, mit der die Besucher empfangen werden, ist sofort spürbar. Und wer die grossartige Landschaft rund ums « Rosenlaui » kennt - die wilden Kalkzacken der Engelhörner, die stark kontrastieren mit dem zerschrundeten Rosenlauigletscher und den grünen Alpweiden - wird den Ausstellungsbesuch gern mit einem Abstecher in die Bergwelt des Oberhasli verbinden.

Christine Kopp, Bürglen Der gediegene Rahmen zeichnet die Ausstellung besonders aus.

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