Axpo und SAC = Nein danke!

Lieber Frank-Urs Müller, schon vor einem Jahr haben wir uns über die Verknüpfung des SAC mit der Axpo geärgert. Unser Sohn hat damals spontan den Austritt erklärt. Unsere stille Hoffnung, dass dank Leserbriefen und Austritten die Clubleitung von selbst zur Vernunft komme, hat sich leider nicht erfüllt. Im Gegenteil! Im PS zu deinem Begleitbrief zu den Mitgliederbeitragsrechnungen und mit einem Axpo-Wettbewerb hilfst du dieser Atomkraftförder-Firma, das Nachhaltigkeitsdeckmäntelchen anzuziehen. Natürlich ist es sinnvoll, wenn für die Energie- und Abfallkonzepte im Hüttenbau nachhaltige Lösungen gesucht, getestet und eingesetzt werden. Aber dafür gibt es einerseits Firmen, die nicht hauptsächlich ihren Gewinn mit Atomstrom erwirtschaften ( « Die Kernenergie spielt bei der Stromproduktion der Axpo eine bedeutende Rolle », Zitat Website Axpo ), und andererseits hätte ich auch mehr umweltpolitische Verantwortung von der Leitung erwartet. Es ist doch offensichtlich, dass die Axpo hier versucht, die SAC-Mitglieder mit dem Nachhaltigkeits- und Umweltschutzmäntelchen zu beeinflussen und vor allem mit dem Wettbewerbsspeck Werbeadressen zur Verbreitung der Stromlückenlüge und der Atomkraft-Umweltschutz-Verdrehung einzufangen. Ich hoffe, dass die SAC-Verantwortlichen ihren Fehler einsehen, die Kooperation mit der Axpo per sofort einstellen, und erwarte eine klare Stellungnahme.

Der Zentralvorstand ist eine dreijährige Partnerschaft ( 2010–2012 ) mit Axpo ein gegangen. Der Entscheid erfolgte nach einer sorgfältigen Abwägung von Vor- und Nachteilen und einer intensiven Diskussion. Dabei haben folgende Argumente für eine Partnerschaft mit Axpo den Ausschlag gegeben: Axpo ist ein Unternehmen, das zu 100% im Besitz der Kantone der Nordostschweiz ist. Es handelt sich um ein schweizerisches Unternehmen, das gegen drei Millionen Menschen mit Strom versorgt und damit wohl auch einige 10 000 SAC-Mitglieder. Axpo ist nicht einem Shareholder-Value-Ansatz verpflichtet. Gewinne fliessen in die Infrastruktur zur Stromherstellung oder zurück in die Kantonskassen und damit indirekt zurück zum Konsumenten. Hinzu kamen die sehr interessanten Projektideen im Hüttenbereich und die guten umweltpolitischen Erfahrungen der Sektionen ( Winterthur und Tödi ) mit Axpo bei der Projektierung des Wasserkraftwerks « Linthal 2015 » im Kanton Glarus. Die Tatsache, dass Axpo auch Kernenergiestrom produziert und ein neues Kernkraftwerk plant, wurde diskutiert, spielte aber beim Entscheid keine entscheidende Rolle, da der SAC zum Thema Kernenergie weder im Leitbild noch in den Umweltrichtlinien eine Position verabschiedet hat. Der Zentralvorstand beabsichtigt auch nicht, im SAC eine Diskussion pro und kontra Kernenergie zu führen. Die Vorkommnisse rund um die Herkunft der wiederaufbereiteten Brennstäbe sind sicher nicht erfreulich, jedoch weder sachlich noch rechtlich Grund genug, die Partnerschaft sofort aufzulösen. Der Zentralvorstand wird die Partnerschaft hingegen vor einer Vertragsverlängerung genau überprüfen, wie er dies auch bei anderen Partnern jeweils tut.

Frank-Urs Müller, Zentralpräsident

Feedback