Bakterien beleben Steinwüsten

Überraschende Erkenntnis: Gletschervorfelder sind viel artenreicher als bislang angenommen. Das melden Wissenschaftler der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL). Dank einer neuen Technologie gelang es den Forschenden, das gesamte Artenspektrum von Bakterien, Pilzen und Algen im Boden eines Gletschervorfelds über eine Zeitspanne von knapp zehn Jahren zu beobachten. Die Ergebnisse überraschten Beat Frey: «Schon nach wenigen eisfreien Jahren besiedelt eine enorme Vielfalt von Mikroorganismen das Gletschervorfeld», sagt Frey, «wir haben zwischen 1000 und 1300 Arten in den Bodenproben gefunden. Dabei kann man noch kaum von Boden reden. Es ist lediglich eine Mischung aus fein gemahlenem Sand und Geröll.» Kohlen- und Stickstoff, lebensnotwendige Baustoffe für das Pflanzenwachstum, fehlen fast vollständig. «Die gefundenen Mikroorganismen trotzen der kargen Umgebung, überziehen die Steinwüste mit einem grünen Rasen und reichern den Boden mit Nährstoffen an.» Sie legen damit den Grundstein für weitere Pflanzen und Tiere.

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