Beton in den Bergen

Bilder eines Epos Fotos zeigen immer Momentaufnahmen aus einem bestimmten Blickwinkel. Gute Fotos regen die Betrachter an zu Gedanken, zu Assoziationen. Und sie sagen oft mehr als nackte Zahlen und Fakten über die Sozialgeschichte der betreffenden Epoche aus.

Verwandt?

Der Suez- und der Panamakanal, die grossen holländischen Damman-lagen, die bretonischen Leuchttürme, die grossen Eisenbahntunnels der Alpen sind - wenn unter sich auch sehr verschieden - Werke, die mit der Staumauer der Grande-Dixence verglichen werden können. Denn diese grossen Hoch- und Tiefbauwerke stellten aussergewöhnliche Anforderungen an die Technik und zwangen bei Planung und Bau zu innovativen Lösungen. Sie waren in unterschiedlichem Mass auch hochriskante wirtschaftliche Unternehmungen, die - in einer Phase der Begeisterung angefangen - oft kurzfristig Verluste brachten, sich aber langfristig aus-zahlten. Alle diese Bauwerke wurden ferner im « Grosskampfstil » realisiert - sie erforderten einen umfassenden Einsatz an menschlicher Kraft, unterstützt durch Werkzeug und Maschinen. Immer ging es dabei um den Kampf gegen die Naturelemente -Wasser, Fels, Wetter oder Raum oder alle zusammen -, die gezähmt, beherrscht, unterworfen werden muss- Arolla-Evolène, 1954: Blech-kapelle der Bergarbeiter im Innern eines Stollens ten. Schliesslich haben all diese Werke, und das ist nicht die kleinste Gemeinsamkeit, die Entstehung eines Epos1 bewirkt.

Ein Epos?

Normalerweise wird der Begriff Epos für eine Heldendichtung verwendet. Ein Epos ist eine Erzählung, die Wahres, Imaginäres, Wunderbares und Tragisches vermischt, aber auch Fakten und ihre vielfältigen Interpretationen berücksichtigt. Und dies alles mit der Absicht, weniger einen Tatsachenbericht als vielmehr ein stark gefühlsbetontes Monumental-gemälde entstehen zu lassen. Das Epos kreiert also neu, lässt etwas aufleben. Es bietet der Vorstellungskraft die Möglichkeit, die Vergangenheit wiederherzustellen.

Momentbild im Objektiv L' épopée des barrages, das Epos der Staudämme, erzählt mit ungefähr fünfhundert Fotografien aus beinahe drei Vierteln dieses Jahrhunderts - die älteste Aufnahme stammt 1 L' épopée des barrages - De la Dixence à Cleu-son-Dixence, publiziert von EOS, Energie Ouest-Suisse AG - Grande-Dixence AG. Sammlung « Champ visuel » des Centre valaisan de l' image et du son, Martigny, 1999. Direktion und Redaktion: Jean-Henry Papilloud. Historische Aufnahmen: Raymond Schmidt, Charles Paris, Franz Gygli, Henri Germon. Fotos von Cleuson-Dixence: Heinz Preisig, Bernard Dubuis. 390 Seiten, 99 Franken. Die Fotos des Werkes stammen aus der Sammlung der Société Grande-Dixence, die beim Centre valaisan de l' image et du son ( CEVIS ) in Martigny deponiert ist.

Alpine Geschichte, Kultur, Erzählungen Tortin, 1994. Tunneleingang Foto: Jacques Thevoz/CEVIS Bieudron, 1996. Verlegen der Armierungseisen von 1930 - nicht die Geschichte der Baustellen der Staumauer Dixence ( 1929-1935 ), Cleuson ( 1947-1951 ) und der Grande-Dixence ( 1951-1965 ) und der kürzlich erfolgten Erweite-rungsarbeiten Cleuson-Dixence. Sie erzählt sie zumindest nicht denen, die diese Baustellen und ihren nicht immer einfachen Alltag kennen oder erlebt haben. Nein, L' épopée des barrages ist ein Momentbild - ganz normal bei einem Bildband, ist man zu sagen versucht! Doch dank den Fähigkeiten der Fotografen und der geglückten Auswahl der Bilder wird das Unmittelbare zum direkten Zeugnis. Die Mehrheit der Bilder zeigt Menschen und ihren Bezug zu den Bergen, zur Arbeit, zur Baustelle oder zu den Maschinen. Das ist selten, denn so viele Fotografen sind Voyeure, nicht Zeugen!

Dies zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Buch, verleiht ihm eine Geschlossenheit und macht es zu einem Werk, das Zeugnis ablegt.

Musik!

Mittels Bildern ein Zeugnis ablegen heisst nicht, Aussergewöhnliches oder Spektakuläres festhalten, das oft nur interessant ist, weil es die Ausnahme darstellt. Vielmehr geht es darum, das Banale, Alltägliche ohne Verfälschung zu zeigen, und zwar so, dass es eine Geschichte erzählt. Darin liegt die Kunst des Fotografen.

Zwei Beispiele: Eine einfache Aufnahme, auf der Baustelle in Arolla 1954 aufgenommen, die Blechkapelle der Bergarbeiter, d.h. ein Dutzend Männer in einem vagen Halbkreis, Heim auf dem Kopf, Stiefel oder grobe Schuhe an den Fussen, mit Schotter Grande Dixence-Le Chargeur, 1955. Arbeiter mit dem Betonvibrator

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Im Bosch 67, CH-6331 Hünenberg bedeckter Boden, das Blitzlicht wird von den düsteren Jacken geschluckt. Bei der Heiligen Barbara - der Schutzpatronin der Bergleute -, es gab also eine Kapelle! Und was sagt dieses Bild aus? Es gab dort oben nicht nur eine Gruppe von Arbeitern, nein, es entstand auch eine verschworene Gemeinschaft, die dem Bedürfnis nach Musik in einer einfachen Blechkapelle nachkam. Ereignis? Anekdote? Nein, vielmehr ein aussagekräftiges Zeichen des Lebens und seiner Etappen. Nicht alle grossen Baustellen oder Dörfer haben eine eigene Blaskapelle!

Die Zeit - das Fernsehen steckte noch in seinen Anfängen -, die Abgeschiedenheit des Ortes und die Zahl der vereinten Männer erklären teilweise die Existenz dieser erstaunlichen Harmonie. Sie ist aber auch Ausdruck der menschlichen Dimension des Bauwerkes und der Grösse der eingesetzten Mittel.

Ein anderes Bild, ein Blick im Vorbeigehen, das während der Einweihung der Zentrale von Bieudron im August 1996 aufgenommen wurde und zu dem das Orchester « Giuseppe Verdi » aus Mailand eingeladen war. Eine Flötistin in der langen schwarzen Abendrobe mit weissem Schal übt - allein - vor einer grossen, grauen und von einem Kabelnetz überzoge- nen Betonmauer. Ein Bild, das nicht nach Effekten hascht. Und doch hört man Verdis Melodien, die über die Turbinen, Generatoren und Transfor-matoren aufsteigen.

Welcher Berg?

Einige mögen sich zweifellos fragen, warum L' épopée des barrages so ausführlich vorgestellt wird. Die darin heraufbeschworene Welt - Stahl, Beton, Männer - ist in der Tat weit entfernt von Alpinismus und glitzernden Gipfeln. Doch sie spielt sich in der Mitte des Berges und zugleich gegenüber, über und unter dem Berg ab.

Hier ist die alpine Umgebung kein Spielplatz für sportliche Herausforde-rer, weder ein Ort noch eine Gelegenheit, irgendwohin aufzubrechen. Nein - hier ist sie vielmehr ein un-gastlicher Arbeitsplatz, ein Werkzeug. Eine Gefahr, die man vermindern und gar ausschalten muss. Die Natur hat nichts mit Romantik zu tun, sondern ist beschränkt auf ein technisches Problem, ein Hindernis, das man verstehen will, um es besser bezwingen zu können.

Was bietet diese Welt ausser Raum und potentieller Energie, die man allerdings auch erst sammeln und leiten muss? « Man kann sie ausbeuten !» werden heute einige verächtlich sagen. Das ist richtig, es gab die Ausbeutung der Berge. Aber zwei Punkte sind zu erwähnen: Bei der Konstruktion der grossen Staudämme stellte sich die ökologische Frage ( noch ) kaum. Und diese Werke waren nicht ( und sind es auch heute noch nicht ) die hässlichsten und am meisten Schaden stiftenden Bauwerke im Alpenbogen. Im Vergleich zu anderen kommen sie einem sogar ziemlich unschuldig vor!

Geschichte Die Geschichte der vier erwähnten Grossbaustellen ist in Bildern zu einem Epos zusammengefügt worden. Der Erinnerung, der Vorstellungskraft bleibt es überlassen, sich den Rest vorzustellen. Die Geschichte der Historiker kann in Tausenden von Dokumenten gefunden werden. Aber ohne die Wirtschafts-, Politik-und Sozialgeschichte dieser Bauwerke bliebe sie unvollständig.

Eigentlich sollte eine Geschichte der alpinen Staumauern publiziert werden. Sie würde sich nicht nur in die allgemeine Geschichte der Technik und des Ingenieurwesens einfügen, sondern auch in jene der betroffenen Regionen. Und sie wäre selbst für Alpinisten von Interesse!

G/7 Stauffer, Cernier ( ü ) 33 Bieudron, 1996. Flötistin des Orchesters Giuseppe Verdi Alpine Geschichte, Kultur, Erzählungen

FIFAD-Preisträger 1999

Preis des SAC Ladro di Montagne von Nereo Zeper ( I ) Preis der SSR Le Dolomiti di Pierino dal Pra von Fulvio Mariani ( CH ) Preis der Gemeinde Ormont-Dessus und Publikumspreis Leo Tuor, Scripture Bescher von Arnold Rauch ( CH ) Grain d' Or Diable d' Or, Cat. I Les Rizières du Ciel von Malek Saharoui ( F ) 34 Diable d' Or, Cat. Il Skiing above the Icebergs von Eskil Hardt ( DK ) Diable d' Or, Cat. I « Folos » des Reines von Michel Crozas ( F ) Grand Prix du FIFAD Premier de Cordée et la Grande Crevasse von Pierre-Antoine Hiroz und Edouard Niermans ( F/CH )

FIFAD 99 - ein grosser Jahrgang?

Das Festival International du Film Alpin ( FIFAD ) in Les Diablerets feierte Anfang Oktober 1999 seinen 3O. Geburtstag. Dieses Ereignis wurde zum Anlass genommen, nebst des üblichen Wettbewerbs eine Retrospektive jener Filme zu zeigen, die das Festival entscheidend geprägt hatten. Kritik wurde gegenüber diversen schweizerischen Kulturinstitutio-nen geäussert, die das FIFAD noch immer stiefmütterlich behandeln oder gar völlig ignorieren.

Ein schöner Herbst Anfang Oktober herrschte in Les Diablerets bereits Frost. Eiskalte, sternklare Nächte Messen das Gras unter den Fussen knirschen; am Morgen harrten die mit dickem Reif überzogenen Parkbänke der Sonne, die zwar kam, aber spät. Die Tagestemperaturen selber waren mild und freundlich. Im Rhonetal, in Aigle, wurden die Trauben geerntet. Dort sprach man schon von einem « Grand Cru 1999 ».

Anderer Termin, anderes Konzept In diesem Umfeld feierte das FIFAD seine 3O. Auflage. In Anbetracht des immer noch sehr lokalen Charakters der Veranstaltung muss den Organisatoren für die Ausdauer und den Fleiss grosser Respekt gezollt werden. Das Erreichen des vierten Dezenniums ist um so bewundernswerter, als das FIFAD von Seiten der Eidgenossenschaft keine finanzielle Unterstützung erhält, wie Festivaldirektor Pierre Simoni mehrmals betonte. Das Jubiläum wurde würdig begangen: mit einem normalen Wettbewerb, dem eine prominente Jury vorstand, und einer Retrospektive jener Filme, die das Antlitz des FIFAD zwischen 1969 und 1999 geprägt hatten. Dieses erweiterte Angebot war auch Grund für die Verschiebung in die ersten Oktoberwochen.

Wandel und Entwicklung Das Bergfilmfestival von Les Diablerets wurde 1969 von Jacques Lavenex und einigen Bergfreunden ins Leben gerufen. Zu Beginn wurden Bergfilme gezeigt, die fast ausschliesslich von Alpinisten mit bescheidenen Mitteln und eher amateurhaft realisiert worden waren. Heute sind es Werke von professionellen Filmern, die die Bergsteiger und ihren « Spielplatz » einfangen, indem sie alle Register der Filmtechnik ziehen. Auch inhaltlich ist ein Wandel festzustellen. Im Mittelpunkt der früheren Filme standen unerschrockene Männer oder gar Helden, die technisch rudimentär, dafür mit kriegerischem Vokabular ausgerüstet einen regelrechten Kampf gegen die Berge führten. Als dann die Frauen in den Kreis der Bergsteiger aufgenommen wurden, entdeckte man auch sie für die Kamera. Neueren Datums sind die eher kontemplativen Betrachtungen der Bergwelt oder ihrer Bewohner. Und irgendwo dazwischen befinden sich die reinen Selbstdarsteller.

Ein Blick vorwärts?

Insgesamt war die Retrospektive sicher eine Reise ins Waadtland wert, wenn auch die grosse Zahl an älteren Filmen von einer gewissen Stagnation zeugte. Platz für gewagtere Produktionen oder gar zeitgenössisches Schaffen war nicht vorhanden. Es fehlte auch der Blick in die Zukunft, die Perspektive. Etwas nachdenklich stimmt die an den Wochentagen bescheidene Anzahl vor allem älterer Besucherinnen und Besucher. Ist das FIFAD selbst zu alt - oder zu wenig attraktiv -, um ein jüngeres Publikum zu begeistern?

Trotz allen Bemühungen müssen gewisse Abstriche gemacht werden!

Mari, Monti e... Gettoni d' Oro von Sandro Gastinelli ( I ) Der Wettbewerb Zugelassen waren insgesamt 25 Filme. Die kompetente Jury unter Bernadette McDonald ( Festivaldirek-torin in Banff/Kanada ) setzte eindeutige Zeichen. Von neun prämierten Filmen waren vier eindrückliche, stark emotionale und technisch hervorragend verarbeitete Porträts von Menschen, die in den Bergen zu Hause sind. Ein weiterer Hinweis für die künftige Entwicklung im Bergfilm-schaffen war auch der beliebte und begehrte Publikumspreis, der ebenfalls einem biografischen Werk zugesprochen wurde.

Mérite Alpin Jedes Jahr wird am FIFAD der « Mérite Alpin » an eine Persönlichkeit verliehen, die sich in irgendeiner Weise um die Berge verdient gemacht hat. Dieses Jahr ging der Preis an die Protagonisten jener Hilfsmannschaf-ten des Lawinenwinters, die durch unermüdlichen Einsatz und auch Durchsetzung unpopulärer Massnahmen im Wallis viele Menschenleben gerettet hatten: Charly Wuilloud, Pascal Fournier, Jacques Michelet, Fredy Reichen und Jean-Pascal Zuber.

port- und ettkarhpfklettern

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Prominente Gäste beim traditionellen Raclette-essen: Gerhard Baur, erster Preisträger des Prix Jacques Lavenex ( Bildmitte, blaues Hemd )

Klettermeisterschaft in Saint-Légier

11./12. Dezember 1999 Die Klettermeisterschaft von Saint-Légier mit ihren für alle offenen und beliebten Wettkämpfen wird vom Verein Sport-Escalade und der SAC-Sektion Diablerets organisiert.

Am Samstag von 11 bis 16 Uhr sind die Kinder und die Kletterer der Niveaus 4b bis 7a an der Reihe. Die Kinder nehmen gratis teil und klettern auf speziell für sie eingerichteten Routen. Die Erwachsenen durchlaufen eine Qualifikation für die Halbf inals und Finals vom Sonntag.

Am Sonntag beginnt der Wettkampf um 9 Uhr auf Routen ab dem Grad 6a. Für den Einzug in die Final-prüfungen müssen die Wettkämpfer am Vormittag vor 12 Uhr in einer Route 7a erfolgreich sein und sich am frühen Nachmittag qualifizieren. Die Finals der Frauen und Männer finden ab 15.30 Uhr statt.

Auskunft und Anmeldung: P. Bourgeois, « Passe Montagne », av. d' Echallens 40, 1000 Lausanne 7, Tel. 021/625 25 55, oder vor Ort am Sa bis 14 Uhr, am So bis 11 Uhr.

Gem. Mtlg. ( ü ) Die Verleihung fand traditionellerweise im sympathischem Rahmen auf der Isenau statt.

Prix Jacques Lavenex Zum ersten Male wurde der nach dem kürzlich verstorbenen FIFAD-Gründer benannte Preis für ein Gesamtwerk verliehen, und zwar an den deutschen Filmemacher Gerhard Baur, der in Les Diablerets schon verschiedentlich zu den Preisträgern gehörte. Aus Anlass dieser Preisverleihung wurde sein eindrückliches Epos über die Eigernordwand-Tragö-die von 1936 gezeigt.

Bernhard Rudolf Banzhaf, Saas Fee

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Swiss Cup 1999 Meiringen

Kletterhappening Haslital Die Region Brienz-Meiringen-Hasliberg stand in der Kletter-happening-Woche vom 18. bis 24. Oktober mit dem Swiss-Cup-Kletterwettkampf, dem Bergfilm « Giganten der Alpen » und einem Diavortrag von Stefan Glowacz ganz im Zeichen des Bergsports.

92 Teilnehmer in zehn Kategorien zeigten an den anspruchsvollen Routen von 5 c bis 7 c+ ihr Können. Erfreulich für die Organisatoren war die grosse Teilnehmerzahl von Kletterinnen und Kletterern aus der französischsprachigen Schweiz.. " " .B.ei den Minime Damen kam Annina Guggisberg, Bönigen, dank dem besseren Qualifikationsresultat auf den ersten Platz. In der Kategorie Minime Herren siegte Thomas Jaggi aus Gossau. Gleich drei Damen kletterten in der Kategorie Jugend A/B die Finalroute « top », es gewann Hélène Maurer aus Croix-de-Rozon. Die Kategorie Jugend B Herren dominierte klar Cédric Lâchât, Porrentruy. Martin Jaggi aus Gossau siegte in der Kategorie Jugend A Herren vor Simon Anthamatten, Zermatt. Einmal mehr überzeugte Anna Tina Schultz, Bern; in der Kategorie Elite Damen 1/Juniorinnen feierte sie einen ungefährdeten Sieg. Die Kategorie Elite Damen 2 entschied Alma Frutig, Dietikon, für sich. Sportklettern vom Feinsten im packenden Final der Herren Elite 1: Michael Guggisberg und sein Routen-bauer-Team richteten eine attraktive Finalroute ein. Der grosse Favorit Simon Wandeler siegte mit einer eindrücklichen Leistung.

Mit dem Glatthard Sport Team Cup vom Sonntag fand das Happening seinen Abschluss. In Dreier-Teams waren innerhalb von drei Minuten so viele Meter wie möglich zu klettern. Sieger wurde das Team Alma Frutig, Johnny Schelker und Urs Schönenberger.

Rückblickend ist auch das zweite Kletterhappening Haslital erfolgreich abgelaufen. Sicher wird auch im nächsten Jahr in einer neuen Form eine Kletterwoche durchgeführt.

Gem. Mtlg. 35 Französisches Film-plakat von 1931: Le Saut dans l' abîme mit Harry Piel. Reproduction: « Les premières montagnes du cinéma », 30e Festival international du film alpin 1999, Les Diablerets, CH I Für Skitourenfahrer, Bergsteiger und -wanderer i Per l' alpinista, lo sciatore e l' escursionista l Pour l' alpiniste, le skieur et le randonneur Stéphane Maire, Bex

^ Die Highlands, Hochland. Hoch? Wer in den Alpen 36 lebt, wird einen Berg wie den Ben Nevis, der sich gerade mal 1344 m über Meer erhebt und trotzdem der höchste Berg Schottlands und ganz Grossbritanniens ist, kaum als hoch bezeichnen. Kommt dazu, dass die Bergkette unseren Voralpen ähnlicher ist als den Alpen, und erst noch weniger schroff. Kurz, man könnte versucht sein, sie als harmlose Hügel abzutun. Wer nun aber annimmt, dass die Highlands unternehmungslustigen Bergsteigern kaum etwas zu bieten haben, tut ihnen Unrecht und vergisst, dass die schottischen Alpinisten zu den besten der Welt gehören. Die Gegend um den Ben Nevis ist ausserdem bekannt als Eldorado fürs Eisklettern.

Ein besonderes Land

Die Highlands erfüllen die Wünsche des aben-teuerhungrigen Wanderers genauso wie jene des Spaziergängers auf der Suche nach neuen Pfaden. Nur wenige Gipfel erfordern richtige Kletterei, anderseits können sie aber den Alpinisten befriedigen, der von seinen Touren eine gewisse Schwierigkeit erwartet.

Warum aber lässt man sich zu einer Reise in die Highlands verleiten, in eine Gegend, die für ihr wechselhaftes Klima bekannt ist? Tja, genau deshalb und noch aus ganz anderen Gründen: Schottland - das ist Synonym für eine bestimmte Ambiance. Ein Land, das von phantastischen Gestalten und Legenden bevölkert und von einem zähen Volk bewohnt ist, das einem rauhen Klima zu trotzen versteht. Schottlands Geschichte ist reich an Episoden mit beeindruckenden Protagonisten. Menschen, die oft zurückhaltend, aber auch sehr gastfreundlich sind und gar nicht geizig, wie es die Legende will. Ihre Sprache sprechen sie mit einem Akzent, der am Anfang verwirrt, dann aber sympathisch berührt.

Klima und technische Anforderungen

Schottland hat ein typisches Meeresklima. Wie alle Bergketten, die sich auf einer Insel erheben, sind die Highlands von ebenso schnellen wie unerwarteten Wetterwechseln geprägt. Der Nebel ist ein häufiger Begleiter, und es ist absolut unabdingbar, dass man sich darin zurechtfindet. Jedes Jahr gibt es Unfälle - darunter auch tödliche -, die auf unzureichende Ausrüstung oder mangelnde Erfahrung zurückzuführen sind. Auch der allgegenwärtige, manchmal sogar sturmartige Wind kann problematisch sein.

Die schottischen Highlands

Abgesehen von den Orientierungsproblemen, die durch die speziellen Witterungsbedingungen entstehen können, wird der an gut markierte Alpenwege gewöhnte Wanderer vielleicht vom Mangel an Wegweisern und Angaben entlang der Highlands-Routen überrascht sein: Hier gibt es keine Markierung, keine Tafeln mit Stunden- und Höhenangaben; manchmal fehlt sogar der Weg! Es bleiben die Steinmänner, bei denen irgendein Spassvogel auf die alberne Idee kommen könnte, sie zu zerstören oder an einem anderen Ort anzubringen, um den unglücklichen Wanderer so in die Irre zu leiten. Die Touren stellen meist geringe technische Anforderungen, aber zu den rund 1000 Höhenmetern, die es im allgemeinen für eine Gipfelbesteigung zu überwinden gilt, gesellen sich oft lange Zustiegsmärsche durch eher sumpfiges Gelände.

Aus Schottland, und das ist fast eine Gewissheit, kehrt man verändert zurück...

Wasserfall im Glen Etive

Erste Reise

Schon seit mehreren Jahren geisterte mir Schottland im Kopf herum, aber ich konnte mich nie entschliessen hinzufahren. Doch in jenem September 1997 schien der Moment dazu gekommen: Aus einer plötzlichen Anwandlung heraus, nach einer ganzen Saison in den Alpen, packe ich meinen Rucksack und fahre los. Der Entscheid fällt so plötzlich, dass ich mir nicht einmal die Zeit nehme, einen Begleiter zu suchen. Nach einer langen Reise mit der Überquerung des Ärmelkanals und einer Autofahrt von insgesamt 2000 km erreiche ich die Ausläufer der Highlands - ein völliger Blödsinn, diese Distanz allein und in so kurzer Zeit hinter mich zu bringen! Insbesondere da die englischen Autobahnen alles andere als erholsam sind: höllische Umfahrung von London, wohl dreispurig, aber trotzdem immer überfüllt usw. Zum Glück ist die Höflichkeit der Engländer nicht nur Legende... Und, einmal am Ziel angekommen, verfügt man mit dem eigenen Wagen über mehr Unabhängigkeit.

Die schottischen Rinder sind es gewohnt, den Härten des Klimas zu trotzen!

Schlechtwetter: Grund zur Entmutigung

Nach einer Nacht im Auto breche ich frühmorgens zur Besteigung des Ben Lomond auf, eines Berges im Süden der Highlands. Das Wetter ist nicht einladend, aber die Begegnung mit schottischen Wanderern, die diesem Umstand keine Beachtung zu schenken scheinen, gibt mir Vertrauen. Der Himmel hellt sich allerdings nicht auf, und bald werde ich zur Umkehr gezwungen: Fürchterlicher Wind und immer dichterer Regen begleiten mich zum Auto zurück - ein nicht gerade geglückter Auftakt! Doch es heisst ja, hier wechsle das Wetter schnell.

Die betrübliche ( Wetter-)Laune hält an

Gleiches Szenario am nächsten Tag. Ich muss mit Kompass vom Gipfel absteigen, von der Aussicht, die in meinem Führer als « grossartig » bezeichnet ist, habe ich nichts gesehen. Kein einziger Anhaltspunkt. Das Gipfelplateau ist - wie oft in den

c Q.

37 Für Skitourenfahrer, Bergsteiger und -wanderer c u a

Highlands - sehr ausgedehnt, so dass ich meine Position auf der Karte nicht genau bestimmen kann. Der Wind faucht. Kurz, meine Situation ist nicht gerade beruhigend. Ich habe keine andere Wahl, als mich blind dem Kompass anzuvertrauen, der mich glücklicherweise in die richtige Richtung leitet. Zweiter undankbarer Tag, aber es heisst ja, hier wechsle das Wetter schnell...

Am nächsten Morgen regnet es! Die Einheimischen scheinen sich allerdings überhaupt nichts daraus zu machen: Ich begegne ein paar Radfahrern in kurzen Hosen ( die Temperatur ist alles andere als tropisch ); ich sehe Wanderer, die sich auf den Weg zu einem Gipfel machen. Allmählich beginne ich zu verstehen: Hier ist das Klima so unbeständig, dass

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es nicht sinnvoller ist, bei schönem Wetter aufzubrechen als im Sturm! So passe ich mich den Sitten an und packe meine Chance erneut. Meine Ausdauer wird allerdings nicht belohnt, denn ich muss wegen der ungenügenden Sicht wieder vor dem Gipfel umkehren. Als Antwort auf mein Wutgebrüll nehme ich das Echo eines höhnisch lachenden Geistes wahr...

Etwas Geschichte, um den Regen zu überlisten

Am nächsten Tag besuche ich die Gegend von Glencoe ( « Glen » bedeutet Tal ), wo sich eine blutige Episode in der Geschichte der schottischen Clans

abgespielt hatte. 1691 verlangt William III., König von England, von allen Clanchefs den Treueschwur, um den Aufstand der Jakobiten1 in den Highlands zu ersticken. Ein Jahr später haben sich einige der Clanoberhäupter nicht einmal die Mühe gemacht, auf seinen Befehl zu antworten. Der Gouverneur von Schottland entscheidet darauf, die MacDonalds von Glencoe zu bestrafen und so ein für alle Clans gültiges Exempel zu statuieren. Dazu schickt er eine Truppe von 120 Soldaten, die zumeist dem Mac-Campbell-Clan angehören, nach Glencoe. Die Mac-Donalds verkennen die Absichten ihrer Besucher

1 Der Name, der nach der Englischen Revolution von 1688 den Anhängern von Jakob II. ( 1633-1701 ) und seinem Sohn Jakob Eduard Stuarl ( 1688-1766 ) gegeben wurde.

Moosteppiche in den verschiedensten Formen, Zusammensetzungen und Farbtönen prägen das Landschaftsbild und vermitteln auch im kleinen immer wieder überraschende Eindrücke.

Blick vom Suilven zu den Lochs ( Seen )

und empfangen sie, der traditionellen Gastfreundschaft entsprechend, mit offenen Armen. Zwölf Tage später erhalten die MacCampbells den Befehl, alle MacDonalds unter 70 Jahren umzubringen. Trotz der Gewissensbisse einiger Soldaten, die das Ziel ihres Besuches kennen, findet das Massaker statt, und der Tod von 38 Männern, Frauen und Kindern löst eine öffentliche Protestwelle aus, die zum Rücktritt des Gouverneurs führt. Noch heute wird das Massaker von Glencoe als eine der beschämend-sten Episoden in der Geschichte der Highlands betrachtet, da es ein Vergehen eines Clans gegen einen anderen war.

Das Wetter bessert sich deutlich - wie um mir zu helfen, diese düstere Geschichte zu vergessen. Ich bin darüber so glücklich, dass ich von einem Gipfel zum nächsten springe. So erreiche ich den markanten Gipfel des Stob Dearg ( an seinem Fuss wurden einige Szenen der Filme « Braveheart » und « High-lander » gedreht ) fast im Laufschritt und gehe weiter Richtung Buachaille Etive Mor, bis ich die Tour erschöpft beende. Frei nach dem Motto, das Heute geniessen, denn was morgen ist, weiss niemand. Welch ein weises Wort, vor allem hier in Schottland!

Die Platzregen setzen wieder ein

Am nächsten Tag regnet es. Am übernächsten Tag regnet es. Dann folgt ein passabler Tag, an dem ich die kleine Insel Staffa, ein wahres geologisches Paradies, besuche: « Orgelpfeifen » aus Basalt säumen das Meer und begeistern den Besucher durch ihre perfekte Geometrie. Zurück auf dem Festland empfängt mich der Regen. Am Abend erkundige ich mich im Restaurant nach den Wetterprognosen für die nächsten Tage. Eine Vorsichtsmassnahme, die in diesen wilden Landstrichen an Ironie grenzt! Man kündigt mir vier Tage Schlechtwetter an, und mein Optimismus ist kurz vor dem Zusammenbrechen. Gleichwohl begebe ich mich zum Ben Nevis, in der Hoffnung, ihn am folgenden Tag zu besteigen. Als ich mich zum Schlafen hinlege, ist der Him-

Blick vom Point de Stoer gegen den Atlantik und den Old Man of Stoer ( nicht zu verwechseln mit dem Old Man of Storr )

mei sternenklar. Frühmorgens begrüssen mich Wolken, Wolken und noch einmal Wolken. Ich wechsle das Tal und fahre ein paar Kilometer weiter. Hier kann ich mit Verwunderung die Ankunft einer ganzen Armada von Regenwolken vom Atlantik beobachten, bis ich schliesslich kapiere, dass ich höchstpersönlich das Ziel dieses unverschämten Angriffs bin! Mein Entschluss zum Rückzug geht ebenso schnell vonstatten wie meine Rückreise in die Schweiz.

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

Jeder Alpinist weiss, wie hart es ist umzukehren. Aber auf der Suche nach der Sonne durch die Gegend zu fahren, ist auch nicht gerade die be-glückendste Reiseart. Deshalb beugte ich mich schliesslich den Elementen... Zurück in der Schweiz konnte ich allerdings meine Enttäuschung nicht so schnell ablegen. Ich hatte den störenden Eindruck, dass ich in eine Schatzkammer gereist war, deren Schätze vor mir versteckt wurden - Schottland hatte mich in seinen Bann gezogen.

Nach meiner Rückkehr liess mich die aussergewöhnliche Ambiance der Highlands nicht mehr los. Ich hörte den näselnden Klang des Dudelsacks am Ufer des Atlantiks bei einem wunderschönen Sonnenuntergang. Ich war betört vom klaren Grün der Hänge und fühlte den Wind auf der Haut. Eines war klar: Ich musste wieder dorthin.

Triumphale Rückkehr

Ein Jahr später, im Oktober 1998, trete ich meine nächste Schottlandreise an. Diesmal werde ich von Alexandre, einem Freund von der Universität, begleitet. Die Autoreise zu zweit ist viel unterhaltsamer und sicherer, und in zwei Tagen erreichen wir erneut die Highlands.

Wetterglück

Im Vorjahr hatte ich die Schweiz im September verlassen und gehofft, in Schottland die Herbstfarben zu geniessen, da dieses Land schon weit im Norden liegt. Dem war aber zu meiner Enttäuschung nicht so. Für die zweite Reise brechen wir einen Monat später auf, und mit Freude stelle ich fest, dass die Matten schon rötlich gefärbt sind - eine zusätzliche Augenweide! Bei unserer Ankunft sind die Wetterprognosen eher ermutigend, mein gewohnter Optimismus weicht aber einem gewissen Misstrauen. Doch, man staune, während 14 Wandertagen erleben wir nur zwei Stunden Regen! In der Schweiz hingegen folgt ein Tief auf das andere. Welch gerechter Ausgleich!

Abwechslungsreiches Programm

Während zweier Wochen durchwandern wir also die Highlands. Wir besteigen natürlich den Ben Nevis, dessen weites Gipfelplateau uns aus ver-srhiedenpn Gründen überrascht Fs ist so

43 Blick zurück zum Gipfel des Suilven ( in Bildmitte ) Begegnung mit einem jungen Hirsch beim Aufstieg zum Slioch ( « Lanze » ), zu einem Berg, der von vielen Hirschen bevölkert wird.

dehnt, dass wir uns an seine Ränder bewegen müssen, um die Aussicht voll geniessen zu können. Wir besuchen die Ruinen eines steinernen Observatoriums und die Denkmäler, die den zahlreichen Schotten gewidmet sind, die im Zweiten Weltkrieg ihr Leben verloren. Dann bestaunen wir die « Masse »: An jenem Tag befinden sich gegen ein Dutzend Leute auf dem Gipfel.

Wir besuchen auch den Ben Macdui, den höchsten Punkt des Cairngorms-Massivs, das bei Skifahrern beliebt ist. Hier treffen wir auf wundervolle Wälder mit oft jahrhundertealten kaledonischen Kiefern, die der Stolz der Schotten und der Wissenschaftler sind. Auf dem Beinn Sgritheall hoch über dem Atlantik lassen wir den Charme dieser vom Meer umspülten Insel auf uns wirken, die zugleich unsere alpinistischen Bedürfnisse befriedigt. In der Gegend der Torridon, einer anderen Gebirgskette auf der Westseite, bewundern wir viele Hirsche und lauschen dem Röhren der Männchen, die über ihr grosses Rudel wachen.

Weiter nördlich verschafft uns der Aufstieg zum Suilven unseren schönsten Tag: Zustieg durch wunderbare Landschaften, Besteigung im Eiltempo durch ein brüchiges Couloir zu einem Pass, der eine fantastische Aussicht bietet. Auf dem Grat zum Gipfel blicken wir auf eine beeindruckende Zahl von Seen, Lochs, und werden von einem unbezähmbaren Wind vorwärtsgestossen. Innert weniger Minu-

Für Skitourenfahrer, Bergsteiger und -wanderer ten wechseil das Wetter vom strahlenden Sonnenschein zum Regen, vor dessen Einsetzen uns Regenbogen bezaubern.

In den Highlands gibt es unzählige Möglichkeiten. Man kann auch die Inseln ( Hebriden, Orkneys usw. ) besuchen, wo man schöne Berge und verblüffende Küsten, von gigantischen Klippen gesäumt, antrifft. Am besten erkundet man nicht einfach eine einzige Gegend, da man so den Eindruck von sich wiederholenden Landschaften gewinnen könnte. Es empfiehlt sich, dies zu vermeiden, indem man beispielsweise in jedem Massiv einen Gipfel besucht.

Allgemeine Angaben

Anreise Schottland ist dank seiner verhältnismässigen Nähe ein beliebtes Reiseziel. Es empfiehlt sich, mit dem eigenen Auto anzureisen, da man damit völlig unabhängig ist. Die Highlands erreicht man in zwei langen Reisetagen. Die schottischen Strassen sind sehr gut unterhalten, und das Strassennetz ist ziemlich dicht. Das Verhalten der Automobilisten ist zudem beispielhaft, manchmal schämt man sich gar, dass einem immer der Vortritt gegeben wird.

Man kann Schottland natürlich auch mit dem Flugzeug erreichen, aber einmal dort angelangt, ist das Reisen weniger einfach. Gemäss den Auskünften von Einheimischen sind die öffentlichen Verkehrsmittel nicht so gut, wie es zu wünschen wäre. Man kann es aber auch mit Autostopp versuchen.

Verpflegung und Unterkunft Wir nahmen ein Zelt mit und fühlten uns damit sehr wohl. In der Nähe der Siedlungen findet man oft Campingplätze, und ausserhalb davon kann man problemlos wild zelten. ( Wir stellten das Zelt sogar am Rand der Strasse auf. ) Wer mehr Komfort will, findet natürlich zahlreiche Hotels sowie Bed&Breakfast-Unterkünfte und Jugendherbergen, wo das Übernachten günstiger ist.

Die Verpflegung bereitet im allgemeinen keine Probleme. Auch Tankstellen gibt es genügend.

Art des Geländes, Schwierigkeit Wanderer, die in den Alpen Touren gemacht haben, sollten die Erfahrung mitbringen, die es auch in den Highlands braucht; allerdings ist man in Schottland stärker dem Wetter und seinen Launen ausgesetzt. Es gibt nur wenige Hütten, die oft sehr einfach sind. Der Fels ist meistens Granit, und die Bezeichnung « harmlose Hügel » ist - zumindest für gewisse Flanken - oft unangebracht.

Bemerkenswerte Aspekte Einer der verwirrendsten Aspekte der Highlands hat mit der geographischen Lage Schottlands zu tun: Von gewissen Gipfeln kann man den Blick ins Inland und gegen andere Berge schweifen lassen und gleichzeitig, wenn man sich umdreht, die unendliche Weite des Atlantiks bestaunen. Wunder- bare Küstenlandschaften verschönern also oft die Wanderungen, so wie die Lochs, die in gewissen Landesteilen sehr zahlreichen und unterschiedlich grossen Seen.

Den Sammlern der Alpen-Viertausender sei gesagt, dass man in den Highlands die « Munros » ( nach dem Namen des Mannes, der sie erstmals beschrieb ) sammelt. Die « Munros » sind alle über 3000 Fuss hohen ( über 914 m hohen ) Gipfel. Sie sind eher niedrig, aber dafür zahlreich ( 277 )!

Beste Jahreszeit Man kann Schottland das ganze Jahr besuchen. Im Winter werden die Wanderungen zu deutlich ernsthafteren Unternehmungen. Im Sommer kann man die zauberhaften Blumen und das wunderschöne Grün ( der Regen hat nicht nur Nachteile ) bewundern. Im Herbst sind nur noch wenige Touristen unterwegs, und man lauscht dem Röhren der Hirsche.

Ausrüstung Normale Wanderausrüstung, zu der unbedingt der Kompass gehört ( Achtung vor der magnetischen Abweichungweiter nimmt man für allzu sumpfige Gebiete am besten noch ein Paar Gummistiefel mit. Gamaschen können verhindern, dass die Schuhe vom Matsch getränkt werden, und auch Stöcke können in den sumpfigen Gebieten und zur Überquerung von Wasserläufen gute Dienste leisten.

Karten und Führer Man findet Karten im Massstab 1:50 000 von akzeptabler Qualität ( auch wenn sie nicht jener der Schweizer Karten entspricht ) ziemlich überall in Schottland, vor allem in den Touristenbüros, die sich normalerweise in Städten oder an der Strasse befinden.

Als allgemeines Führerwerk kann Britain ( Verlag Lonely Planet, nur in Englisch ) empfohlen werden. Sehr gut für die Wanderungen in den Highlands eignet sich der Führer von Ralph Strorer 100 Best Routes on Scottish Mountains, der bei Warner Books ( ebenfalls nur in Englisch ) erschienen ist. Er deckt die ganze Region ab und erwähnt nur die Wanderungen, die in einem Tag gemacht werden können. Jede Tour ist als Rundwanderung beschrieben, deren Anfangspunkt mit dem Auto erreichbar ist. Man findet in diesem Buch präzise Angaben über Schwierigkeit, Zeit, Höhenunterschied usw. Ein kleiner Plan, ausreichend zur Orientierung, begleitet jede sehr detaillierte Beschreibung. Geschichtliche und toponymische Aspekte ( viele Flurnamen sind gälischen Ursprungs ) werden ebenfalls kurz behandelt - ein handlicher und sehr praktischer Führer. Alis dem Fran/iisisehen übersetzt von Christine Kopp, Unterseen Kleiner Bach am Fuss des Beinn Sgritheall ( « Geröllberg » ), eines Gipfels der Westküste mit sehr schönem Blick auf den Atlantik

Schutz der Gebirgswelt

Das Angebot muss immer breiter und bunter sein - der ideale Nährboden für neue « Trendsportarten ».

Der ganze Bergsport ist aber auch « leichtfüssiger », entkrampfter, spielerischer geworden. Der Anfang der neunziger Jahre aufgekommene Begriff des « Plaisirkletterns », der sich von einem Titel eines Kletterführers verblüffend schnell zu einem allgemeinen Begriff entwickelt hat, charakterisiert diese Entwicklung: Man sucht das « Plaisir », das Vergnügen, aber kein weitergehendes Engagement - auch nicht gegenüber der Natur. Mit dem Argument der Sicherheit werden Kletterrouten, Schluchten, Hochtouren, Wege und Steige immer mehr « plaisirmässig » eingerichtet.

Gleichzeitig ist der Begriff « Abenteuer » in aller Mund, und die Werbung wird nicht müde, neue « Aben-teuer-Sportarten,. " " .Reisen und -Events » anzubieten. Dabei wird übersehen, dass diese Angebote mit Abenteuer nichts zu tun haben, bedingt Abenteuer doch selbstverantwortetes Planen, Handeln und auch Risiko. Genau dies wird aber heute gegen klingende Münzen an andere delegiert.

Natur als Kulisse und Sportgerät Die Natur sei nur noch « Sportgerät » und werbewirksame Kulisse, die wir nach unserem Belieben einrichten und trimmen. Diesen immer wieder vorgebrachten Vorwurf weisen wir gerne als anmassende Unter-stellung zurück. Doch gerade die Berichte über das kommerzielle Canyoning haben gezeigt, dass der kurze Aufenthalt in der Natur allein noch nicht zu einem wirklichen Verständnis für Natur und Ökologie führt. Dazu braucht es mehr, nämlich Anleitung, Engagement und Musse.

Und wie sieht es bei uns im SAC aus? Sind wir wirklich alle so sehr mit der Natur, in der wir uns bewegen, verbunden? Erbringen wir den Aufwand, uns über unser « Sportgerät » als komplexen Naturraum und Lebensraum für andere Lebewesen zu informieren? Nehmen wir uns die Zeit, diese Aspekte zu erfahren und zu geniessen? Haben wir die notwendige Grösse, die Bedürfnisse der Natur zu respektieren, auch wenn es vielleicht mit einem Verzicht auf eine sportliche Möglichkeit verbunden ist?

Mein Eindruck geht dahin, dass es im SAC diesbezüglich zwar gute Beispiele gibt, gleichzeitig aber auch viel Illusion und Selbstbetrug - da liegt ein weites Tätigkeitsfeld brach, in dem sich der Gesamtclub und die

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